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Nachhaltige “grüne” ETFs

Rendite mit Verantwortung im modernen Finanzmarkt

Nachhaltigkeit ist längst kein Randthema mehr – weder in der Politik noch an den Finanzmärkten. Themen wie Klimawandel, soziale Verantwortung und transparente Unternehmensführung prägen die öffentliche Diskussion. Immer mehr Anleger möchten nicht nur Rendite erzielen, sondern ihr Kapital gezielt in Unternehmen investieren, die ökologische und soziale Kriterien erfüllen.

Vor diesem Hintergrund haben nachhaltige ETFs in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Sie verbinden die Vorteile klassischer Indexfonds – Kosteneffizienz, Transparenz und Verfügbarkeit – mit dem Anspruch, Kapital in zukunftsorientierte und verantwortungsbewusste Geschäftsmodelle zu lenken. Für Anleger eröffnet sich damit eine Möglichkeit, finanzielle Ziele mit persönlichen Werten zu verbinden – ohne auf die Funktionsweise eines etablierten Anlageinstruments zu verzichten.

1. Definition Nachhaltiger ETFs

Ein nachhaltiger ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der Unternehmen nicht nur nach finanziellen Kriterien, sondern zusätzlich nach ökologischen, sozialen und Governance-Aspekten auswählt.

Typische Ansätze sind:

  • Ausschlüsse: Branchen wie Kohle, Waffen oder Tabak werden häufig ausgeschlossen.
  • Positivauswahl: Unternehmen mit guten ESG/SRI-Bewertungen oder nachhaltigen Geschäftsmodellen werden bevorzugt.

Im Kern funktioniert ein nachhaltiger ETF also genauso wie jeder andere ETF: Er bildet einen Index ab, den Anleger einfach kaufen und verkaufen können. Nur dass der zugrunde liegende Index zusätzlich nach Nachhaltigkeitsregeln gefiltert wird.

Für Anleger bedeutet das: Mit einem nachhaltigen ETF kann man breit gestreut investieren – und gleichzeitig ein Stück weit darauf achten, wohin das eigene Geld fließt.

2. ESG, SRI & EU-Klassifizierung

2.1 ESG Kriterien

ESG-Kriterien sind international anerkannte Standards zur Bewertung der Nachhaltigkeit und verantwortungsvollen Unternehmensführung. Sie betrachten drei Bereiche:

  • E = Environmental (Umwelt): Umgang mit Ressourcen, Emissionen, Giftstoffe, Energieeffizienz.
  • S = Social (Soziales): Arbeitsbedingungen, Arbeitnehmerrechte, Datenschutz, Produktqualität und -sicherheit, Lieferkettenstandards.
  • G = Governance (Unternehmensführung): Unternehmensführung, Unabhängigkeit von Kontrollgremien, Transparenz, Anti-Korruption.

Seit 2017 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen mit durchschnittlich mehr als 500 Beschäftigten bzw. Kreditinstitute und Versicherer in Deutschland verpflichtet, im Rahmen der nicht-finanziellen Berichterstattung über ESG-Aspekte zu berichten.

Mit der Verabschiedung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) Ende 2022 wurde dieses System grundlegend reformiert — und der Kreis der verpflichteten Unternehmen soll deutlich ausgeweitet werden.1,2

Allerdings: Aufgrund der am 16. April 2025 veröffentlichten Änderungs-Richtlinie EU 2025/794 („Stop-the-Clock“ / Omnibus-Paket) wurden die Anwendungsfristen für viele Unternehmen verschoben.3

Die neuen EU-ESG-Standards machen Unternehmen für die gesellschaftlichen und ökologischen Folgen ihres Handelns stärker rechenschaftspflichtig. Gleichzeitig sollen sie Unternehmen motivieren, ihre Geschäftsstrategien nachhaltig auszurichten, Innovationen zu fördern und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

2.2 SRI-Kriterien

SRI steht für “Socially Responsible Investing” - sozial verantwortliches Investieren. Sie dienen dazu, Finanzanlagen so auszuwählen, dass neben wirtschaftlichen Aspekten auch soziale, ökologische und ethische Gesichtspunkte berücksichtigt werden. SRI-Kriterien gehen deutlich über normale ESG-Kriterien hinaus. Dazu gehört:

  • Integration von ESG-Kriterien: schließen die ESG-Kriterien ein, um messbarer, standardisierter Ansatz, um die Nachhaltigkeit und gute Unternehmensführung systematisch zu bewerten. Sie bilden praktisch die operative Grundlage, anhand derer SRI-Investoren entscheiden können.
  • Ausschlussprinzip: unethisch empfundene Unternehmenszwecke können ausgeschlossen werden – unabhängig von ESG-Kriterien. Darunter zählen: Kontroverse Waffen, Tabak- oder Alkoholindustrie, Kohle, Glücksspiel, Pornografie und Kernkraft.
  • Best-in-Class: Bei diesem Auswahlverfahren werden die besten Unternehmen einer Branche in Bezug auf Nachhaltigkeit gesucht. Kein Wirtschaftszweig wird von vornherein ausgeschlossen, weshalb auch Unternehmen aus der Öl-, Atom- oder Rüstungsindustrie im Portfolio landen können. Je nach Bewertungskriterium des Emittenten kann Kernenergie zur Stromversorgung als klimafreundlich angesehen werden, obwohl sie unter SRI strengeren Investoren problematisch erscheint.

Von den etwa 1.500 Unternehmen im klassischen MSCI World schaffen es nur rund 400 in den SRI-Index. Das entspricht gerade einmal 25 Prozent. Diese drastische Reduktion entsteht durch einen dreistufigen Filterprozess:

  1. Zuerst werden alle Unternehmen ausgeschlossen, die in kontroversen Geschäftsfeldern tätig sind.
  2. Dann erfolgt die ESG-Bewertung aller verbleibenden Unternehmen.
  3. Schließlich prüft der Index auf Verstöße gegen internationale Normen wie den UN Global Compact.

Je nach Emittent können die Anforderungen an die Unternehmen variieren, ebenso wie die zulässigen Umsatzanteile, die ein Unternehmen in bestimmten Tätigkeitsfeldern erzielen darf. Nach Vorgaben von Eurosif sollen diese Kriterien transparent in einem entsprechenden Kodex offengelegt werden.

Typische Ausschlusskriterien können zum Beispiel wie folgt aussehen:

Kontroverse Waffen wie Streumunition, Landminen oder Atomwaffen führen in der Regel zum sofortigen Ausschluss – unabhängig vom Umsatzanteil. Auch Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihrer Erlöse mit der Produktion oder dem Vertrieb von Tabakwaren erwirtschaften, werden ausgeschlossen. Ähnlich streng sind die Vorgaben in den Bereichen Alkohol und Glücksspiel.

Kraftwerkskohle wird üblicherweise ohne jede Umsatzschwelle ausgeschlossen. Bei Öl- und Gasförderung erlauben einige SRI-Indizes hingegen eine kleine Toleranz von bis zu fünf Prozent Umsatzanteil. Auch die Pornografiebranche ist vollständig ausgeschlossen. Unternehmen, die systematisch Menschenrechte verletzen oder Kinderarbeit in der Lieferkette dulden, erfüllen die Kriterien ebenfalls nicht. Selbst Atomenergie wird kritisch bewertet: Erzielt ein Unternehmen mehr als zehn Prozent seines Umsatzes aus Kernkraft, gilt es nicht mehr als SRI-konform.4

2.3 EU-SFDR-Klassifizierung

Die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) unterscheidet Finanzprodukte bislang in Artikel-6-, Artikel-8- und Artikel-9-Fonds. Diese Kategorien werden in der Praxis oft als Nachhaltigkeitsklassifizierung genutzt:5,6

  • Artikel 6: Normale Fonds ohne besondere Nachhaltigkeitsregeln.
  • Artikel 8 („hellgrün“): Fonds, die ESG-Kriterien berücksichtigen.
  • Artikel 9 („dunkelgrün“): Fonds mit einem expliziten nachhaltigen Anlageziel, z. B. CO₂-Reduktion.

Ursprünglich dienten diese Einstufungen Anlegern als eine Art Orientierungssystem („Ampel“) hinsichtlich der Nachhaltigkeitsausrichtung eines Fonds.

Die Europäische Kommission hat jedoch inzwischen erhebliche Mängel im bestehenden Rahmen festgestellt und deshalb eine umfassende Überprüfung der SFDR eingeleitet. Die aktuellen Offenlegungspflichten gelten als zu lang, komplex und für Anleger schwer verständlich. Zudem werden die Kategorien der Artikel 8 und 9 häufig faktisch als Produktlabels genutzt, obwohl sie dafür nicht konzipiert waren — was zu Greenwashing-Risiken, Fehlklassifikationen und hohen Belastungen für Marktteilnehmer geführt hat.

Vor diesem Hintergrund arbeitet die Kommission derzeit an einer möglichen grundlegenden Reform oder Neugestaltung des Systems, sodass die bisherigen Kategorien künftig verändert, ersetzt oder klarer definiert werden könnten.7

3. Replikation & Struktur

Nachhaltige ETFs funktionieren grundsätzlich wie klassische ETFs: Sie bilden einen Index ab, der jedoch zuvor anhand klar definierter Nachhaltigkeitskriterien gefiltert wurde.

Replikationsmethoden:

Um einen Index möglichst genau nachzubilden, nutzen ETF-Anbieter zwei etablierte Verfahren:

  • Physische Replikation:
    Der ETF hält die im nachhaltigen Index enthaltenen Aktien direkt. Dies sorgt für hohe Transparenz, auch wenn die Methode teils höhere Transaktionskosten verursachen kann.
  • Synthetische Replikation:
    Der ETF bildet den Index über Tauschgeschäfte (Swaps) mit Partnerbanken nach. Diese Variante eignet sich besonders für schwer zugängliche Märkte oder Indizes mit vielen illiquiden Werten.

Beide Ansätze haben spezifische Vor- und Nachteile – entscheidend ist, ob Anleger Wert auf maximale Transparenz oder auf potenziell geringere Kosten und eine präzisere Indexabbildung legen.

Wie alle ETFs gelten auch nachhaltige Varianten als Sondervermögen. Das bedeutet: Selbst wenn die Fondsgesellschaft in Insolvenz gerät, bleiben die Anteile der Anleger geschützt, weil sie rechtlich vom Vermögen des Anbieters getrennt sind.

4. Wichtige nachhaltige Indizes und Emittenten

Anleger finden heute eine breite Auswahl an nachhaltigen ETFs. Je nach persönlicher Zielsetzung haben verschiedene Indizes unterschiedliche Schwerpunkte. Nachfolgend finden Sie auch eine Liste relevanter Emittenten. Sie bieten jeweils mehrere Fonds an, die unterschiedliche Nachhaltigkeitsansätze verfolgen – vom klassischen ESG-Filter bis hin zu strengeren SRI-Strategien („Socially Responsible Investing“).

Bekannte nachhaltige Indizes:

DAX ESG
MSCI Climate Change ESG Select
MSCI ESG Enhanced Focus CTB
MSCI ESG Leaders
MSCI Screened
MSCI ESG Universal
MSCI Select ESG Rating and Trend Leaders
MSCI SRI
FTSE ESG Low Carbon Select
FTSE Global Choice
S&P ESG
Solactive Core
STOXX SRI
Dow Jones Sustainability

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Ob global, regional oder thematisch – die Auswahl an nachhaltigen ETFs ist groß. justTRADE ermöglicht Anlegern den Zugang zu diesen Produkten mit denselben Vorteilen, die sie auch bei klassischen ETFs genießen: Transparenz, Flexibilität und günstige Konditionen.

5. Performance: Wie schneiden nachhaltige ETFs im Vergleich ab?

Eine oft gestellte Frage lautet: “Muss ich bei nachhaltigen ETFs auf Rendite verzichten?”

Die Antwort: Nicht unbedingt. Derzeitige Studien zeigen, dass nachhaltige Investments langfristig ähnlich gut – manchmal sogar besser – abschneiden als klassische Anlagen.

  • Laut einer Auswertung von Morgan Stanley erzielten nachhaltige Fonds im Jahr 2025 im Schnitt 12,5 % Rendite, während herkömmliche Fonds auf 9,2 % kamen.8
  • Der MSCI World SRI Index, der besonders strenge Nachhaltigkeitskriterien anlegt, lag über zehn Jahre bei rund 10,99 % pro Jahr. Zum Vergleich: Der klassische MSCI World kam im selben Zeitraum auf 10,69 %.9
  • Eine Meta-Studie der New York University mit über 1.000 ausgewerteten Untersuchungen zeigt: In rund 59 % der Fälle erzielen nachhaltige Investments eine gleich gute oder bessere Performance als konventionelle Anlagen.10

 

Jährliche Wertentwicklung (%)9

JahrMSCI World SRI SelectMSCI World
202413,96 %18,67 %
202328,09 %23,79 %
2022-23,13 %-18,14 %
202126,56 %21,82 %
202020,70 %15,90 %
201930,26 %27,67 %
2018-6,83 %-8,71 %
201723,06 %22,40 %
20167,08 %7,51 %
20151,53 %-0,87 %

Nachhaltige Indizes schließen häufig Risiko- oder Übergangsbranchen aus (z. B.: Öl oder Kohle). Dafür sind innovative Zukunftsbranchen wie Technologie, erneuerbare Energien oder Gesundheit meist stärker vertreten.

Wie bei allen börsengehandelten Fonds sind kurzfristige Wertschwankungen möglich. Darüber hinaus kann ein Kapitalverlust nicht ausgeschlossen werden. Eine langfristige Anlagestrategie kann helfen, die Effekte von Zinseszins und Diversifikation zu nutzen, bietet jedoch keine Gewähr für zukünftige Ergebnisse.

6. Chancen & Risiken

Nachhaltige ETFs bieten sowohl Vorteile als auch spezifische Risiken. Während sie Anlegern ermöglichen, ökologische und soziale Kriterien in die Geldanlage einzubeziehen, unterscheiden sie sich in einigen Punkten von klassischen Indexfonds. Die wichtigsten Chancen und Risiken im Überblick:

ChancenRisiken
  • Ethische Geldanlage: Ausschluss kontroverser Branchen wie Waffen, Kohle oder Tabak.
  • Globale Diversifikation: Trotz ESG-Filter weiterhin breite Diversifikation über Hunderte Unternehmen.
  • Zukunftsmärkte: Sektoren wie erneuerbare Energien oder Kreislaufwirtschaft sind überproportional vertreten.
  • Politische Unterstützung: EU-Klimaziele und Regulierung treiben nachhaltige Geschäftsmodelle voran.
  • Geringe Kosten: Wie bei klassischen ETFs bleiben Verwaltung und Handel günstig.
  • Greenwashing: Nicht jeder Fonds ist so “grün“, wie er auf den ersten Blick aussieht. Manche Indizes schließen nur wenige Firmen aus, der Rest bleibt weitgehend gleich.
  • Eingeschränkte Auswahl: Durch Ausschlusskriterien sind bestimmte Branchen (z. B.: Öl, Gas, Tabak) nicht mehr vertreten. Das kann die Diversifikation verringern.
  • Klumpenrisiken: Viele nachhaltige Indizes gewichten Technologie- und Finanzunternehmen stärker. Das kann bei Marktschwächen zu stärkeren Schwankungen führen.
  • Keine Garantie auf Überrendite: Auch nachhaltige ETFs folgen dem Markt. Sie können in Krisenzeiten genauso Verluste machen wie klassische Geldanlagen.
  • Uneinheitliche Standards: Ob ein Unternehmen nachhaltig ist, hängt oft vom genutzten Bewertungssystem ab. Das erschwert den Vergleich zwischen Fonds.

7. Greenwashing – das unterschätzte Risiko

Greenwashing bleibt eines der zentralen Risiken nachhaltiger ETFs. Nicht jedes Produkt, das ein ESG- oder Nachhaltigkeitslabel trägt, erfüllt tatsächlich strenge Kriterien. Häufig werden nur wenige kontroverse Branchen ausgeschlossen, während der Großteil des Index unverändert bleibt. Das Ergebnis: Ein Fonds trägt zwar ein grünes Label, investiert aber weiterhin in Unternehmen, die aus Anlegersicht fragwürdig sein können.

Für Anleger bedeutet das: genau hinschauen. Wichtige Fragen sind:

  • Nach welchen ESG-Kriterien wird der Index gefiltert?
  • Welche Branchen und Unternehmen sind ausgeschlossen?
  • Wie streng fallen die Regeln im Vergleich zu ähnlichen Fonds aus?

Die gute Nachricht: Durch EU-Regeln und strengere Vorgaben in den USA wird es schwieriger, Greenwashing zu betreiben. Anbieter müssen heute offener darlegen, wie sie Nachhaltigkeit messen.

Greenwashing bleibt ein Thema – aber wer Fakten prüft, statt sich auf den Namen eines Fonds zu verlassen, kann das Risiko deutlich reduzieren.

8. Regulierung und politische Rahmenbedingungen

Damit Anleger nicht nur auf Marketingversprechen vertrauen müssen, sorgen klare Regeln für mehr Transparenz in nachhaltigen Investments.

Europa: SFDR und Taxonomie

Die EU hat mit der Offenlegungsverordnung (SFDR) und der EU-Taxonomie feste Maßstäbe eingeführt. Fondsanbieter müssen detailliert offenlegen, nach welchen Nachhaltigkeitskriterien sie vorgehen und welche Aktivitäten tatsächlich als ökologisch gelten. Das gibt Anlegern bessere Vergleichsmöglichkeiten.5

MiFID II: Pflicht zur Abfrage

Seit 2022 müssen Banken und Broker bei einer Beratung abfragen, ob Kunden Wert auf Nachhaltigkeit legen. Wer das bejaht, bekommt gezielt Produkte vorgeschlagen, die dazu passen – darunter auch ETFs.11

USA: Strengere Vorgaben der SEC

Auch in den USA gilt inzwischen: Wenn ein Fonds „ESG“ oder „Climate“ im Namen trägt, muss er den Großteil des Vermögens nach diesen Kriterien investieren. Zudem verlangen die Aufsichtsbehörden mehr Details, wie genau die Nachhaltigkeit gemessen wird.

Die Regulierung zwingt Anbieter zu mehr Klarheit. Anleger können dadurch leichter erkennen, ob ein nachhaltiger ETF wirklich hält, was er verspricht.12

9. Fazit – Rendite mit Verantwortung

Nachhaltige ETFs verbinden zwei Ziele: breite Geldanlage und Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien. Sie sind inzwischen ein fester Bestandteil des ETF-Marktes – in Deutschland, den USA und weltweit. Für Anleger heißt das: Renditepotenzial wie bei klassischen ETFs, ergänzt um die Möglichkeit, Kapital bewusst in zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu lenken.

Nachhaltige ETFs sind kein Selbstläufer. Greenwashing, Klumpenrisiken und uneinheitliche Standards können Stolperfallen sein. Wer sich jedoch über Kriterien, Gewichtung und Regulierung informiert, kann sein Depot sinnvoll und werteorientiert ausrichten.

Häufig gestellte Fragen zu nachhaltigen ETFs (FAQ)

In ETF-Suchfunktionen oder auf Broker-Seite helfen Filter oder Begriffe wie „ESG“, „SRI“, „nachhaltig“, „Low Carbon“, „Climate“, „Artikel 8“ oder „Artikel 9“. Diese Schlagworte führen gezielt zu Fonds mit Umwelt- und Sozialfokus.

Auch nachhaltige ETFs gibt es als ausschüttende oder thesaurierende Variante. Das beeinflusst, ob Erträge ausgezahlt oder automatisch wieder angelegt werden – mit steuerlichen Folgen.

Ja, viele ESG-ETFs sind sparplanfähig und können bereits ab 25 € pro Monat bespart werden. justTRADE bietet dabei eine breite Auswahl ab 0 € (zzgl. Handelsplatzspread).

Die laufenden Kosten (TER) liegen meist zwischen 0,15 % und 0,35 %. Sie unterscheiden sich kaum von klassischen ETFs und sind oft sogar günstiger als aktiv gemanagte Fonds.

Wichtige Hinweise geben ESG-Ratings, Anbietertransparenz und die Indexmethodik. Je klarer die Ausschlusskriterien und Positivfilter, desto glaubwürdiger ist das Nachhaltigkeitsprofil.

ESG-ETFs berücksichtigen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung allgemein. SRI-ETFs filtern strenger. Impact-ETFs investieren gezielt in Projekte mit messbarer Nachhaltigkeitswirkung.

Wichtig sind die Kriterien des zugrunde liegenden Index und unabhängige Siegel. Anleger sollten prüfen, welche Branchen ausgeschlossen oder bevorzugt werden.

Es gibt breite ESG-Indizes, strengere SRI-Varianten und Themenfonds wie erneuerbare Energien. Jeder Ansatz hat eigene Chancen und Einschränkungen.

1. European Union. EUR-Le (2022): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32022L2464

2. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD): https://www.csr-in-deutschland.de/DE/CSR-Allgemein/CSR-Politik/CSR-in-der-EU/Corporate-Sustainability-Reporting-Directive/corporate-sustainability-reporting-directive-art.html

3. IHK Nord Westfalen. Letzter Aufruf 11.2025: https://www.ihk.de/nordwestfalen/nachhaltigkeit/omnibus-6491988

4. Eurosif. Europäischer SRI Transparenz Kodex: https://www.eurosif.org/wp-content/uploads/2021/10/Transparency-Code-4.0.pdf

5. Bafin. EU-Offenlegungsverordnung (2025): https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/SF/OffenlegungsVO/OffenlegungsVO_node.html

6. Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung. Abschlussempfehlung des Sustainable Finance-Beirats der Bundesregierung zur Einführung einer „ESG-Skala“ für Finanzprodukte (2024): https://sustainable-finance-beirat.de/wp-content/uploads/2024/02/ESG_Skala_Abschlussempfehlung.pdf

7. Europäische Kommission. Fragen und Antworten zur Sustainable Finance Disclosure Regulation (2025): https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/qanda_25_2737

8. Morgan Stanley. Sustainable Funds Outperform Traditional Funds (2025): https://www.morganstanley.com/insights/articles/sustainable-funds-outperform-traditional-first-half-2025

9. MSCI. MSCI World SRI Select Index (USD) (2025): https://www.msci.com/documents/10199/b9708b7c-795a-4f33-950d-7b75a0ce7df3

10. NYU Stern. ESG and Financial Performance: Aggregated Evidence (Meta-Studie): https://www.stern.nyu.edu/sites/default/files/assets/documents/NYU-RAM_ESG-Paper_2021.pdf

11. Bafin. Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen (2025): https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/SF/Nachhaltigkeitspraeferenzen/Nachhaltigkeitspraeferenzen_node.html

12. SEC. The Enhancement and Standardization of Climate-Related Disclosures for Investors (2022): https://www.sec.gov/files/rules/proposed/2022/33-11042.pdf

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