Skip to main content

MDAX-ETFs

Vergleich, Zusammensetzung, Kosten und Chancen für Anleger

Medial dominieren vor allem der DAX und die in ihm enthaltenen 40 Unternehmen die deutsche Börsenlandschaft. Direkt hinter dem DAX folgt mit dem MDAX ein weiterer bedeutender deutscher Aktienindex, der sich insbesondere hinsichtlich seiner historischen Wertentwicklung nicht hinter seinem “größeren Bruder” verstecken muss.

Der MDAX wurde am 19. Januar 1996 eingeführt. Als Basisdatum dient der 30. Dezember 1987 mit einem Indexstand von 1.000 Punkten. Er umfasst die 50 größten deutschen Unternehmen außerhalb des DAX nach Marktkapitalisierung.1 Zwischenzeitlich markierte er sein Rekordhoch bei über 35.000 Punkten.2 Über ETFs können Anleger heute direkt an der Entwicklung dieses Index teilhaben.

1. Was ist ein MDAX-ETF?

Ein MDAX-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung des MDAX möglichst genau nachbildet. Durch den Kauf eines solchen ETFs investieren Anleger gleichzeitig in die 50 größten deutschen Unternehmen außerhalb des DAX.

Welche Unternehmen in den MDAX aufgenommen werden oder aus ihm ausscheiden, wird für gewöhnlich in einem halbjährlichen Turnus ermittelt.5 Etwaige Anpassungen erfolgen mit Wirkung im März und September. Für die Aufnahme und Gewichtung der Aktien sind insbesondere der Börsenumsatz sowie die streubesitzbereinigte Marktkapitalisierung entscheidend.

Die enthaltenen Unternehmen müssen bestimmte Anforderungen an Größe, Börsenhandel und Transparenz erfüllen und dem Prime Standard angehören.4 Häufig werden die Unternehmen im MDAX als Mid Caps bezeichnet. Der Begriff steht für Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung.

2. Chancen und Risiken von MDAX-ETFs

Wie jede Geldanlage bieten auch MDAX-ETFs sowohl Chancen als auch Risiken. Ob ein Investment sinnvoll ist, hängt unter anderem von der individuellen Anlagestrategie, dem Anlagehorizont und der persönlichen Risikobereitschaft ab. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammen.

ChancenRisiken
Breiter Zugang zu den 50 größten deutschen Unternehmen außerhalb des DAX und damit zu einem Teil der börsennotierten Mid-Cap-Unternehmen.Fokus auf deutsche Mid Caps führt zu einem Klumpenrisiko, da lediglich ein Land und ein Marktsegment abgebildet werden.
Der deutsche Mittelstand weist unterschiedliche Geschäftsmodelle und Wachstumsperspektiven auf.Die Wertentwicklung hängt stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands ab als bei global diversifizierten Indizes.
In bestimmten Betrachtungszeiträumen erzielte der MDAX eine höhere Wertentwicklung als der DAX.*Mid Caps reagieren häufig sensibler auf Konjunkturzyklen als große Standardwerte.
Bessere Risikostreuung als ein Investment in einzelne MDAX-Unternehmen.Für Anleger mit geringer Risikobereitschaft können die höheren Schwankungen problematisch sein.
Typische Eigenschaften von ETFs sind unter anderem vergleichsweise niedrige laufende Kosten, einfache Handelbarkeit und die rechtliche Ausgestaltung als Sondervermögen.Zusätzlich können Handelskosten, Spreads und ggf. Tracking Difference die tatsächliche Rendite beeinflussen.

Hinweis

*Historische Wertentwicklungen und Wachstumsraten lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Die Ergebnisse hängen unter anderem vom gewählten Zeitraum und der jeweiligen Indexvariante ab.

3. Länder, Branchen und Positionen

Die im MDAX enthaltenen Unternehmen haben ihren Sitz in Deutschland. Bei der Branchenstruktur ergibt sich dagegen ein deutlich vielfältigeres Bild. Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen sorgen gleichzeitig für eine gewisse Diversifikation innerhalb des Index.

So sind beispielsweise Unternehmen wie die DWS Group oder Talanx enthalten, die dem Finanz- beziehungsweise Versicherungssektor angehören. Talanx ist derzeit sogar das am stärksten gewichtete Unternehmen im MDAX.

Daneben finden sich aber auch Firmen aus den Bereichen Software, IT-Technik und Internet (exemplarisch sind Ionos oder Bechtle zu nennen), Vertreter aus Handel, Konsum und Ernährung (beispielsweise Hugo Boss sowie Puma) oder Unternehmen, die dem Chemie-, Pharma-, Bio- und Medizintechniksektor angehören (darunter Lanxess, Sartorius, Fuchs).

4. Kosten und historische Wertentwicklung von MDAX-ETFs

Die laufenden Kosten unterscheiden sich je nach Anbieter und Produkt. Bei den betrachteten MDAX-ETFs liegen sie in einer Spanne von etwa 0,20 Prozent und 0,50 Prozent pro Jahr.

Bei der Performance sollte zunächst darauf verwiesen werden, dass historische Werte kein Garant für die Zukunft sind. Langfristige Aktienanlagen konnten historisch positive Renditen erzielen. Die tatsächliche Entwicklung kann hiervon jedoch deutlich abweichen.

5. MDAX-ETFs im Vergleich

Um einen besseren Eindruck von Kosten, Wertentwicklung und Fondsvolumen zu erhalten, eignet sich eine Gegenüberstellung von sechs exemplarisch herausgegriffenen Produkten.

ETFTER (p. a.)FondsvolumenErtragsverwendungReplikationsmethodeISIN
Invesco MDAX UCITS ETF Acc0,19 %ca. 785 Mio. €ThesaurierendPhysischIE00BHJYDV33
Amundi MDAX UCITS ETF Dist0,20 %ca. 189 Mio. €AusschüttendPhysischFR0011857234
Amundi MDAX UCITS ETF Acc0,20 %ca. 3 Mio. €ThesaurierendSynthetischFR0014015ZN2
Deka MDAX UCITS ETF0,30 %ca. 391 Mio. €ThesaurierendPhysischDE000ETFL441
iShares MDAX UCITS ETF Dist0,51 %ca. 34 Mio. €AusschüttendPhysischDE000A2QP349
iShares MDAX UCITS ETF Acc0,51 %ca. 1.522 Mio. €ThesaurierendPhysischDE0005933923

*Stand: August 2026

Wichtig

Hierbei handelt es sich nicht um eine Anlage- oder Kaufempfehlung, sondern lediglich um eine Veranschaulichung zu Informationszwecken.

6. Wo lassen sich MDAX-ETFs erwerben?

MDAX-ETFs können unter anderem über Online-Broker wie justTRADE gehandelt werden. Nach der Depoteröffnung können Anleger den gewünschten ETF auswählen und eine Order erteilen. Bei justTRADE können Anleger ab 0 € Orderentgelt handeln (zzgl. marktüblicher Handelsplatzspreads, Zuwendungen und Produktkosten).

7. Fazit

MDAX-ETFs bieten die Möglichkeit, über ein einziges Produkt große Teile des deutschen, börsennotierten Mittelstandes abzubilden. Anleger erhalten dadurch Zugang zum Mittelstand und dessen wirtschaftlicher Entwicklung. Sie sollten dabei aber auch im Hinterkopf behalten, dass der Fokus auf ein Land – in diesem Fall Deutschland – mit entsprechenden Klumpenrisiken verbunden ist.

Ein solcher ETF kann Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios sein. Ob und in welchem Umfang dies sinnvoll ist, hängt unter anderem von der individuellen Anlagestrategie, dem Anlagehorizont und der persönlichen Risikotragfähigkeit ab.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Für MDAX-ETFs gelten die allgemeinen steuerlichen Regelungen für Investmentfonds. Je nach Ausgestaltung des Fonds können insbesondere Kursgewinne, Ausschüttungen und die Vorabpauschale steuerlich relevant sein. Für Privatanleger kann grundsätzlich eine Teilfreistellung gelten. Der Sparer-Pauschbetrag kann ebenfalls berücksichtigt werden.

Viele MDAX Unternehmen zahlen Dividenden, die im ETF entweder ausgeschüttet oder thesauriert werden. Bei thesaurierenden MDAX-ETFs werden die Erträge automatisch wiederangelegt. Dadurch verbleiben die Erträge im Fonds und können an der weiteren Wertentwicklung teilnehmen. Bei ausschüttenden Varianten werden die Erträge regelmäßig an die Anleger ausgezahlt.

1. Deutsche Börse Group (2026): MDAX.

https://www.deutsche-boerse.com/dbg-de/ueber-uns/kontakt/boersenlexikon/boersenlexikon-article/MDAX-242920

2. Deutsche Börse (2026): MDAX Benchmark.

https://live.deutsche-boerse.com/index/mdax?mic=XETR

3. Deutsche Börse Group (2026): MDAX Index: 30 Years Benchmarking Germany’s Mittelstand.

4. Bundeszentrale für politische Bildung (2016): MDAX®. Midcaps, Mid-Cap-Market-Index.

https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20098/mdax-r/

5. Manger-Nestler, C.; Gabler Banklexikon (2018): MDAX.

3 Schritte zum ETF

1. Depot

Eröffnen Sie ein kostenloses Depot oder nutzen Sie Ihr bestehendes.

2. ETF

Wählen Sie Ihren ETF bequem online aus.

3. Order

Geben Sie Ihre Order auf.

Mehrfach ausgezeichnet!