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Börsentalk #34 - Polygon Migration, Magisches Dreieck als ein Kompass für die Geldanlage

In der 34. Folge des Börsentalks sprechen Michael B. Bußhaus und Julius Braun über den Kryptowert Polygon (MATIC) und dessen bevorstehendes Upgrade zu Polygon 2.0. Was gilt es für Anleger zu beachten? Welche Hintergründe es gibt und welche Auswirkungen das auf die MATIC-Besitzer hat, klären wir in dieser Folge.

Darüber hinaus erklärt Julius das “magische Dreieck” der Geldanlage. Wir erfahren, wofür dieses Konzept hilfreich sein kann und warum es in so vielen Bereichen der Vermögensstrukturierung und Durchsicht der eigenen Anlagen als Kompass dienen kann. Außerdem klären wir, ob sich die Bedeutung des magischen Dreiecks im Laufe der Zeit verändert hat, insbesondere im Kontext von Niedrigzinsphasen.

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Michael: Ja, Podcast 34. Hallo Julius. Julius: Hallo Michael. Heute haben wir mal keinen Gast. Heute haben wir, glaube ich, zwei spannende Themen. Zum einen haben wir ein aktuelles Thema, was ein Kundenthema ist, und wir haben ein Fachthema, wo wir deine Expertise ganz gut nutzen können. Michael: Ich freue mich auf jeden Fall. Dann würde ich sagen, starten wir doch direkt rein.

Polygon und die Umstellung von MATIC auf POL

Julius: Mit dem spannenden Kundenthema. Und zwar geht es da um den Kryptowert MATIC oder Polygon, wo aktuell so eine Änderung im Raum steht. Ja, Michael, was ist denn Polygon beziehungsweise MATIC? Michael: Ja, da ist eine Änderung im Raum, da kommen wir gleich zu. Also Polygon ist oder gilt so als eine der wichtigsten Layer-2-Lösungen, die auf der Blockchain Ethereum aufsetzen. Und die versuchen halt, das Netzwerk ein Stück weit zu optimieren. Da gibt's ja immer so ein bisschen das Problem, dass halt Transaktionen länger dauern, dass die Gas Fees hoch sind. Und diese sogenannten Layer-2-Lösungen sind sogenannte Sidechains. Das heißt, die laufen parallel zur Ethereum-Blockchain und können dadurch sozusagen auf dieser Chain die Transaktionen meist schneller und günstiger abwickeln. Und das führt halt dann am Ende dazu, dass eben nur diese Veränderungen in die Hauptchain geschrieben werden und dadurch die entstehenden Transaktionskosten, die sogenannten Gas Fees, natürlich reduziert werden. Polygon an sich ist, wenn man sich die Marktkapitalisierung anschaut, aktuell unter den Top 20 Kryptowerten, also schon bedeutend. Und das Spannende ist halt bei Polygon, glaube ich, dass halt die Community an vielen Stellen mitentscheiden kann und somit auch in die Weiterentwicklung eingebunden wird. Das heißt, auch diese Veränderung, die jetzt ansteht, die ist eben von der Community abgenickt worden und dann wird das gemacht. Und MATIC ist letztendlich der Token von Polygon, also so das interne Zahlungsmittel des Netzwerks und sozusagen, über das die Nutzer die Gas Fees, also die Transaktionsgebühren, bezahlen. Julius: Mhm, ja, und da steht ja diese Migration im Raum. Vielleicht kannst du da mal erklären: Was sind dann die Hauptgründe dafür? Michael: Am Ende geht's darum, dass ich Polygon natürlich weiterentwickeln will. Und deswegen wurden halt die Nutzer gefragt: Wollen wir da ein Upgrade machen? Also, so weit her ein bisschen erklärt: Es gibt halt diesen Token heute so mal einmal auf Ethereum, einmal auch nativ. Und am Ende ist das natürlich für so einen einzelnen Token immer so ein bisschen schwierig zu händeln. Und am Ende wurde dann entschieden: Es gibt jetzt ein Upgrade auf Polygon 2.0. Das heißt, aus diesem MATIC-Token wird der sogenannte POL-Token. Und dieses Upgrade, das startet am 4. September, also ist schon bald. Und wie schaut es jetzt bei den Nutzern aus? Hat das Ganze Auswirkungen?

Was bedeutet die Umstellung für MATIC-Besitzer?

Julius: Und ja, welche Auswirkungen hat das auf die MATIC-Besitzer? Michael: Das hat Auswirkungen. Also zum einen haben wir natürlich auch alle Kunden schon im Postbox-Mailing darüber informiert. Am Ende ist es so, dass im Rahmen des Upgrades von Polygon zu Polygon 2.0 der MATIC-Token sozusagen durch den POL-Token als nativer Gas- und Staking-Token ersetzt wird. Und das ist am Ende genau der Punkt. Das heißt, der vorhandene MATIC-Token wird eins zu eins in den neuen POL-Token getauscht. Ein Kunde muss da auch nichts für machen. Und im weiteren Verlauf ist dann auch wieder mit Community-Beteiligung geplant, ob sozusagen der POL-Token auch erweiterte Funktionen bekommt. Aber im Wesentlichen werden sozusagen die Bestände eins zu eins getauscht. Das heißt, für uns bedeutet das oder für die Nutzer, die eben heute MATIC im Bestand haben, bedeutet das eben, dass heute, am 28.08., gegen 22:30 Uhr, wird der Handel gesperrt. Das heißt, dann erfolgt sozusagen ab dem 4. September das Upgrade. Da werden die Bestände dann getauscht. Und da halt aktuell noch nicht ganz klar ist, wie lange dieses Upgrade dauert, kann man auch noch nicht genau sagen, wann der Handel dann wieder anläuft. Wir gehen im Moment von so einem Zeitfenster 5. September bis 10. September aus. Also, wenn alles glatt läuft – das wird natürlich auch vorher von Polygon schon mal getestet –, dann wird das tendenziell eher schneller gehen. Aber wie genau der Zeitpunkt ist, können wir jetzt heute noch nicht sagen. Aber sobald sozusagen der Handel wieder verfügbar ist, werden wir entsprechend die Kunden dann informieren. Julius: Mhm, okay. Das heißt, wenn ich jetzt irgendwie sage, ich habe jetzt irgendeinen Grund, nicht teilnehmen zu wollen, dann müsste ich praktisch noch vor diesem Schnittpunkt verkaufen und dann umgehe ich die Teilnahme daran? Michael: Exakt. Also wer halt sagt, er will nicht teilnehmen, er will nicht getauscht werden, der verkauft einfach seinen Bestand bis heute Abend um 22:30 Uhr und fertig. Und dann kann man ja das Spielchen von außen beobachten, was passiert. Wir können halt auch nicht sagen, wie sich das auf den Token entwickelt. Und dann kann man ja neu entscheiden, wenn die Umstellung stattgefunden hat, ob ich da jetzt wieder einsteige und den eben dann den POL-Token kaufe. Das ist eigentlich genau die Handlungsweise: Will ich mitmachen, dann lasse ich es einfach laufen. Will ich nicht mitmachen, verkaufe ich. Julius: Okay. Ja, das ist ja spannend, dass da einiges los ist in der Kryptowelt. Michael: Absolut.

Das magische Dreieck der Geldanlage

Julius: So, kommen wir mal zum Fachthema. Das hast du mir schon mal gesagt, dass du dich da schon mal reingefuchst hast. Und zwar geht's um das magische Dreieck. Da hat sicherlich der eine oder andere eine Vorstellung. Aber ich glaube, es macht Sinn, dass du vielleicht einfach mal ganz kurz das magische Dreieck der Geldanlage erläuterst und warum das vielleicht für den einen oder anderen Anleger wichtig ist. Michael: Ja, total gerne. Das magische Dreieck in der Geldanlage ist im Prinzip erstmal nichts anderes als ein Konzept, das so die drei grundlegenden Ziele in der Welt der Geldanlage beschreibt. Und diese drei grundlegenden Ziele, das sind die Themen Rendite, Sicherheit und Liquidität. Und warum heißt das jetzt magisch? Das hat den Hintergrund, weil es in der Praxis eben sehr schwierig oder vielleicht auch unmöglich ist, alle drei Ziele gleichzeitig zu optimieren. Julius: Ja, so wollte ich gerade fragen. Also, wenn du sagst, okay, es gibt sozusagen die drei Eckpunkte Rendite, Sicherheit und Liquidität, dann wäre es ja am besten, wenn ich maximale Rendite, Sicherheit und höchste Liquidität bekomme. Michael: Genau. Und das ist eben der Punkt, warum man das in der Welt der Geldanlage, sage ich mal, braucht, um sich einfach zu veranschaulichen: Was ist mir als Anleger wichtig? Weil ich eben nicht dieses Optimum aus allen dreien haben kann. Also, ich kann nicht die volle Sicherheit haben bei voller Rendite und maximaler Verfügbarkeit. Das geht eben nicht. Und da hilft das magische Dreieck mir als Anleger einfach zu schauen: Was ist mir wichtig? Was ist nicht wichtig? Oder im nächsten Schritt auch, wenn ich verschiedene Anlagen habe, mir zu veranschaulichen, welche dieser Anlagen bewegt sich so, an welchem Punkt in oder auf diesem magischen Dreieck.

Beispiele für Rendite, Sicherheit und Liquidität

Julius: Kannst du dann vielleicht mal ein Beispiel geben, wie sozusagen sich die Aspekte besonders gut erfüllen lassen? Also, hast du da eine Idee? Kann man da irgendwie was zu sagen? Michael: Da gibt's ganz viele Ideen. Also im Prinzip kann man sich dieses Dreieck so vorstellen: Wir schreiben mal oben auf die obere Ecke das Wort Rendite. Unten rechts schreiben wir Verfügbarkeit, unten links Sicherheit. Und das kann man sich so vorstellen: Die einzelnen Klassen der Geldanlage umfassen und erfüllen meistens dann immer irgendwie ein bis zwei dieser Themen und erfüllen und das gegenüberliegende eben dann nicht. Und wenn wir jetzt sagen, wir wollen eine gute Rendite, aber auch eine gute Sicherheit haben, dann bewegen wir uns eben in der Anlageklasse, die nicht sehr verfügbar ist. Das heißt, ich habe dann zum Beispiel so einen festverzinslichen Sparbrief mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Dann kriege ich ein paar Prozent Zinsen. Das Ganze liegt bei einer renommierten Bank, ist damit sehr sicher. Aber wenn ich eben sage: „Ups, übermorgen kaufe ich mir ein neues Auto“, dann habe ich Pech, weil ich komme an das Geld nicht ran. Und damit ist das nicht liquide. Also, das könnte dann eben zum Beispiel irgendein Sparbrief sein bei einer klassischen Hausbank: lange Laufzeit, mittelmäßige Verzinsung, aber eben sicher, dafür nicht verfügbar.

Das magische Dreieck und die persönliche Situation

Julius: Okay, das heißt, als Anleger muss ich mir sozusagen eigentlich Gedanken machen, welche dieser Komponenten für mich eigentlich persönlich irgendwie wichtig sind. Und dann muss ich entscheiden: Gehe ich vielleicht das Risiko ein, die Verfügbarkeit ist nicht so gegeben oder vielleicht auch die Sicherheit nicht? Also, mal anders gesagt: Ich will jetzt maximale Rendite. Dann bedeutet das eigentlich gleichzeitig: Okay, die Sicherheit schwindet. Ich gehe dann vielleicht in irgendwelche anderen Klassen, wo sozusagen die Sicherheit nicht mehr so ganz gegeben ist. Und ich bin eben nicht im Tagesgeldbereich, wo ich sozusagen täglich rankomme, sondern ich bin, wie du sagst, vielleicht auch bei einer längeren Festlaufzeit, wo ich vielleicht auch nicht rauskomme. Michael: Ganz genau. Das ist eben der springende Punkt, dass ich mich da ein bisschen entscheiden muss: Was ist mir wichtig und womit fühle ich mich am Ende auch wohl? Das heißt am Ende natürlich auch, ich sag mal, wenn ich jetzt jung bin, so wie du, dann kann ja die Gewichtung dieser drei Aspekte auch unterschiedlich sein, je nach Lebensphase oder vielleicht auch nach finanzieller Situation. Das heißt, ich muss eigentlich dann als Anleger schon schauen: Ändert sich das mit Zeitablauf für mich? Julius: Genau, das ist völlig richtig. Man sollte generell als Anleger natürlich immer irgendwie seine Anlagen im Blick behalten und schauen: Passt das zu mir? Passt das zu meinen finanziellen Zielen? Ein junger Mensch, der jetzt ohne konkretes Ziel einfach Geld ansparen möchte und sagt: „Hier, in 10, 20 Jahren brauche ich das Geld irgendwann mal“ und bis dahin soll das einfach für mich da liegen, ein bisschen mehr werden, dem ist vielleicht nicht super wichtig, dass das total verfügbar sein muss. Dem ist aber auch nicht super wichtig, dass es extrem sicher sein muss, weil der bringt viel Zeit mit sich. Und damit kann der junge Anleger dann zum Beispiel prima sagen: Für den sind jetzt Aktien, ETFs, irgendwas in der Richtung geeignet. Das unterliegt gewissen Schwankungen im Markt, ganz normal, eben im Bereich Aktien und so weiter, kennt man. Aber dafür eben auch eine hohe Chance. Und wenn sich dieser junge Anleger eben aber trotzdem darauf festlegt, zum Beispiel in ETFs zu investieren, dann sind die natürlich auch sozusagen fast täglich verfügbar. Also, er kommt jederzeit an sein Geld ran. Nur der Aspekt Sicherheit bleibt natürlich in dem Beispiel etwas zurück. Sagen wir jetzt aber, ich bin vielleicht schon etwas älter oder habe einfach irgendeine Anschaffung vor mir, die ist meinetwegen in drei Jahren. Dann sollte ich mir einfach bewusst sein, dass dann vielleicht Anlagen wie Aktien, die stärker schwanken, nicht das Richtige sein könnten. Ich muss dann beachten: In drei Jahren muss das Geld verfügbar sein. Das Ganze kann sich dann aber natürlich auch zu Lasten der Rendite auswirken, wenn ich dann eine entsprechende Anlage auswähle.

Das magische Dreieck ist keine einmalige Entscheidung

Julius: Okay, das heißt, ich muss eigentlich dann als Anleger schon – das ist nicht so, ich leg das jetzt einmal fest, lass es laufen –, sondern es macht schon Sinn, dass man sich natürlich den Gedanken am Anfang einmal macht, dann aber natürlich auch schaut: Gibt es irgendwelche Einflussfaktoren? Es könnte ja durchaus sein, dass auch die aktuelle Marktlage die einzelnen Aspekte so ein bisschen hin und her schiebt. Michael: Das ist genau richtig. Also am Ende gilt immer: Die Anlage im Blick behalten und immer mal auf Aktualität prüfen. Auch die aktuelle Marktlage nimmt natürlich da großen Einfluss. Wie zum Beispiel in den letzten Jahren, eine ganze Weile diese Niedrigzinsphase. Wenn ich dann also irgendwelche Tagesgelder hatte, dass ich Geld, das täglich verfügbar zu einem gewissen Zinssatz eben auf einem Tagesgeldkonto geparkt hatte, dann habe ich einfach keinen Zins bekommen. Dann war der Zinssatz bei 0 Prozent. Und das wäre dann zum Beispiel ein klassisches Beispiel, wo diese Anlage einfach nicht mehr das taugt, was sie vielleicht mal liefern sollte, wo ich dann irgendwie umdenken muss und entweder auf meine Rendite dann verzichte oder dann in eine andere Anlageklasse ausweichen muss.

Kann man einen Aspekt des magischen Dreiecks vernachlässigen?

Julius: Gibt's denn Situationen, in denen es sinnvoll sein kann, sozusagen einen der Aspekte komplett zu vernachlässigen? Michael: Die gibt's und die können je nach Anleger ganz unterschiedlich ausfallen. Also stellen wir uns zum Beispiel jemanden vor, der ist ziemlich wertpapieraffin, kennt sich vielleicht in den Märkten gut aus und der ist ja schon gewohnt, dass seine Anlagen größere Schwankungen haben und im Zweifel hier und da auch dann im schlimmsten Fall ein Totalausfall auftreten kann. Dann ist für den vielleicht der Punkt Sicherheit gar nicht besonders wichtig. Der sagt vielleicht: „Das Geld, mit dem habe ich jetzt in der nächsten Zeit nichts vor.“ Dann sagt er: „Okay, Sicherheit ist mir ganz egal. Dann sind für mich nur Rendite und vielleicht Verfügbarkeit wichtig.“ Ein krasses Gegenbeispiel wäre zum Beispiel das Thema, wenn ein Kind Geld geerbt hat. Das muss dann, das nennt man mündelsicher, angelegt werden. Und das Kind ist jetzt vielleicht fünf Jahre alt. Dann soll es an das Geld rankommen, wenn es 18 Jahre alt ist, und vorher auf keinen Fall. Dann ist der Punkt Verfügbarkeit total egal, weil wir haben dann viele, viele Jahre, mehr als zehn Jahre Zeit, sodass wir den Punkt Verfügbarkeit ganz außer Acht lassen können und uns nur darauf konzentrieren: Ist die Anlage mündelsicher? Also, ist sie sicher und welche Rendite bringt die dann eventuell auch?

Warum Anleger das magische Dreieck kennen sollten

Julius: Ja, das ist echt spannend. Also, ich finde es vor allen Dingen vielleicht noch mal zusammengefasst spannend, dass man sich halt bewusst wird über diese drei sozusagen Seiten: Sicherheit, Rendite, Verfügbarkeit. Dass es eben immer auch ein Zusammenspiel ist. Ich habe jetzt gerade eben mich daran erinnert, dass ich, als ich die Banklehre gemacht habe, da hatte ich einen Kollegen, der bei uns in der Beratung saß. Und der hat selber damals so Südafrika-Anleihen gekauft. Und die haben, ich weiß das wie heute, da haben die, ich weiß nicht, glaube 30 Prozent Zinsen haben die gezahlt. Und da, ich weiß gar nicht, wie hoch der Zins damals in Deutschland war, aber das war auf jeden Fall irre viel. Und das ist ja so ein klassisches Beispiel für maximale Rendite bei Sicherheit eher nicht. Aber er hat da, ist damit gut gefahren. Er hat immer die Zinsen bekommen, er hat alles zurückgezahlt bekommen. Aber das kann natürlich auch mal anders ausgehen. Also insofern glaube ich, ist es total wichtig, dass man als Anleger halt trotzdem seine Anlage im Blick behält und immer mal prüft: Passt das noch oder passt das nicht? Michael: Ganz genau. Das gilt natürlich, wie jetzt in diesem Beispiel mit 30 Prozent, was natürlich irre hoher Zins ist, der ist heutzutage kaum noch vorstellbar, gilt das natürlich gleichermaßen auch für Investments direkt in einzelne Aktien oder auch in ETFs, zum Beispiel, die sich sehr stark auf Hightech oder irgendwas anderes konzentrieren. Auch da habe ich natürlich größere Schwankungen. Da empfiehlt sich natürlich dann, dass ich als Anleger auch da sehr gut informiert bin. Und dann habe ich eben so eine hohe Renditeaussicht, aber natürlich auch eine sehr geringe Sicherheit.

Das magische Dreieck bei der Vermögensstruktur

Julius: Man sagt doch allgemein, das magische Dreieck immer sehr hilfreich, wenn ich so eine Vermögensstruktur mir aufbaue. Und dann habe ich vielleicht einen Teil meines Vermögens, das ist für jeden individuell, welcher Teil das ist, irgendwie täglich verfügbar, vielleicht auf dem Girokonto oder Tagesgeldkonto. Einfach, wenn morgen meine Waschmaschine kaputt geht oder ich in zwei Monaten Urlaub buchen möchte, dann brauche ich das Geld natürlich nicht groß anlegen. Dann habe ich vielleicht Geld, wo ich weiß, da muss ich jetzt ganz lange nicht ran. Dann kann es auch mit einem entsprechend langen Anlagehorizont angelegt werden. Und dann sind da vielleicht noch mittelfristige Anlagen. So kann ich mir da auch dieses Dreieck dann zu Hilfe nehmen, zu schauen: Wann ist es verfügbar, wie liquide ist es und eben auch, wie sicher oder wie chancenreich ist die Anlage? Welche Rendite könnte da eben auch dann für mich rausbringen?

Das magische Dreieck als Orientierungshilfe

Michael: Okay, dann noch mal zusammengefasst: Also, das magische Dreieck ist ein Konzept, das quasi so drei grundlegende Ziele bei der Geldanlage beschreibt. Julius: Genau, und die sind eben Rendite, Sicherheit und Liquidität. Michael: Und magisch ist es, weil die Ziele nicht gleichzeitig optimiert werden können. Julius: Ganz genau. Und vielleicht kannst du noch mal zusammenfassen, sagen, warum das magische Dreieck Anlegern wichtig ist. Michael: Ja, das magische Dreieck dient im Prinzip dem Anleger einfach so ein bisschen als Orientierung. Das ist wie so ein Kompass, nur dass der Anleger nicht hart vorgegeben bekommt: Hier ist Norden. Sondern jeder Anleger muss dann für sich erstmal abwägen: Irgendwo bewegt er sich denn, was ist ihm wichtig? Ist es, ich sag mal, ein ängstlicherer Anleger, der vielleicht so Schwankungen nicht möchte, der Verlustrisiken minimieren möchte? Dann kann der sich eben gut auf diesem Dreieck einordnen. Okay, er ist eher im Bereich Sicherheit und dann auch noch schauen nach dem Thema Verfügbarkeit. Das hilft also erstmal dem Anleger selbst zu schauen: Wie möchte er anlegen, wo fühlt er sich wohl und wo nicht? Und kann auch im nächsten Schritt dann sein bereits angelegtes Vermögen prüfen oder das noch anzulegende Vermögen prüfen, um zu schauen, je nach Struktur, welche Teile seines Vermögens bewegen sich auf welchem Punkt auf diesem Dreieck. Und kann dann auch so ein gewisses, ich nenn es mal Klumpenrisiko vermeiden, indem man dann vielleicht mit Hilfe des Dreiecks feststellen würde: „Oh, Kumpel, ich habe ja total viel so angelegt, dass die Verfügbarkeit total hoch ist, aber ich kriege gar keine Rendite, weil ich vielleicht alles auf dem Tagesgeldkonto habe.“ Oder aber ich habe irgendwie 99 Prozent meines Geldes in Kryptowerten und Einzelaktien stecken. Auch das kann natürlich größere Risiken mit sich bringen. Und das ist einfach dann so eine riesige Orientierungshilfe, die in der Welt der Geldanlage, sage ich mal, so ein ganz wesentliches Konzept darstellt, um einfach eine Anlage passend zu strukturieren.

Fazit

Julius: Ja, prima. Also, ich glaube, da haben wir echt was gelernt. Ich überlege gerade mal laut: Es macht, glaube ich, Sinn, wenn wir das magische Dreieck noch mal in einem Blogartikel verarbeiten. So ein kleiner Blogartikel, wo man als Kunde noch mal nachlesen kann: Was sind eigentlich die drei Ecken und sozusagen, was ist eben das Magische, was passiert wie? Und dann kann man das nachlesen. Das würden wir dann auch in den Shownotes, sobald das dann da ist, noch mal verlinken. Aber ich glaube wirklich, es bietet für Anleger die Chance, sich mit seiner persönlichen Situation vertraut zu machen, auch sozusagen die eigene Risikoneigung so ein bisschen im Blick zu behalten, um dann wirklich zu überlegen: Was brauche ich wann, zu welchem Risiko und zu welcher Sicherheit? Michael: Ganz genau. Das ist da ein wunderbares Schaubild, um einfach selber so ein bisschen die Anlage optimieren zu können und sich zu veranschaulichen: Auf welchem Pfad bin ich gerade und ist es für mich der richtige Weg?

Verabschiedung

Julius: Prima. Ja, dann sage ich vielen Dank. Haben wir was Gutes gelernt heute wieder. Und dann würde ich sagen: Bis zum nächsten Podcast. Michael: Vielen Dank und bis dahin. Auf Wiederhören.

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