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Börsentalk #23 - Hyphe: Market-Maker im nativen Kryptohandel, Bitcoin Halving 2024

Krypto-Market-Making, handelbare Kryptowährungen und das Bitcoin-Halving

Wie funktioniert der Kryptohandel bei einem Online-Broker eigentlich im Hintergrund? In dieser Folge des Börsentalks sprechen Michael B. Busshaus und Tim Seifert mit Dolf Diederichsen, CEO von Hyphe, über die Rolle eines Krypto-Market-Makers und die Anforderungen an den professionellen Handel mit Kryptowährungen.

Hyphe ist Market-Maker für den nativen Kryptohandel bei justTRADE. Im Gespräch erklärt Diederichsen, wie Market-Making funktioniert, wie eine Kundenorder im Hintergrund verarbeitet wird und warum ein fairer und bestmöglicher Kurs eine zentrale Rolle spielt. Dabei geht es auch um die besonderen Herausforderungen des Kryptohandels, der im Gegensatz zum klassischen Börsenhandel rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche stattfindet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge sind die Qualitätskriterien für Kryptowährungen. Bevor ein neuer Kryptowert handelbar wird, durchläuft er bei Hyphe einen Asset-Review-Prozess. Dabei werden unter anderem Compliance- und Risikofaktoren, Liquidität und Marktgängigkeit betrachtet. Auch die Verwahrfähigkeit spielt eine wichtige Rolle. So erklärt Diederichsen, warum nicht automatisch möglichst viele Kryptowährungen angeboten werden sollten und weshalb beispielsweise Privacy Coins nicht zum Angebot gehören.

Anschließend sprechen die Hosts über die Entwicklung der Kryptoindustrie. Diederichsen berichtet von seinen ersten Berührungspunkten mit Bitcoin im Jahr 2012 und beschreibt, wie sich der Markt seitdem verändert und professionalisiert hat. Dabei geht es unter anderem um die unterschiedlichen Anwendungsbereiche, die Anleger und Marktteilnehmer mit Kryptowährungen verbinden, sowie um die zunehmende Regulierung des Marktes.

Zum Abschluss steht das Bitcoin-Halving im Mittelpunkt. Diederichsen erklärt, was beim Halving passiert, welche Auswirkungen die Halbierung des Block Rewards auf die Bitcoin-Miner hat und wie sich dadurch das Angebot neu erzeugter Bitcoins verändert. Gleichzeitig wird die Frage diskutiert, inwieweit ein solches Ereignis bereits im Bitcoin-Kurs eingepreist sein könnte.

Darüber hinaus gibt der Blick auf die Zukunft der Branche Anlass, über tokenisierte Wertpapiere und ein stärker digitalisiertes Finanzsystem zu sprechen. Die Gesprächspartner diskutieren die Chancen einer digitalen Abwicklung und die Frage, wie sich die Finanzindustrie in den kommenden Jahren weiterentwickeln könnte.

Die Folge bietet damit einen Einblick in die Infrastruktur hinter dem Kryptohandel und zeigt, welche Überlegungen hinter der Auswahl handelbarer Kryptowährungen stehen – von Liquidität und Verwahrung über regulatorische Anforderungen bis hin zur Entwicklung des gesamten Kryptomarktes.

Wenn du möchtest, dass deine Frage in einer der nächsten Folgen beantwortet wird, schicke uns eine E-Mail an: podcast(at)justtrade.com

Mehr Folgen

Michael: Hallo Tim.

Tim: Hi Michael, grüß dich!

Michael: Hallo! Heute haben wir ja eine ganz besondere Folge, weil wir wieder mal einen ganz spannenden Gast haben. Da haben wir schon lange darüber gesprochen, dass wir ihn unbedingt mal in unseren Podcast reinholen müssen. Vielleicht klärst du uns doch einfach mal auf: Wer kommt denn heute?

Tim: Wir haben diesmal den Dolf von Hyphe, dem CEO von Hyphe. Das ist unser Krypto-Market-Maker, der quasi den Handel von Kryptowährungen bei uns abwickelt. Der Handel läuft über ihn. Das ist einfach mal sehr interessant – auch für unsere Kunden, aber auch für die Zuhörer – zu verstehen: Wie funktioniert eigentlich Krypto-Market-Making? Worauf kommt es da an? Gibt es da vielleicht Qualitätskriterien und Anforderungen, wenn man einen neuen Kryptowert in unser Portfolio und ins Angebot aufnimmt? Und das haben wir einfach mal alles besprochen. Wir haben natürlich aber auch über die Kryptoindustrie generell gesprochen und auch über das anstehende Bitcoin-Halving.

Hallo und herzlich willkommen beim Börsentalk, dem justTRADE-Podcast – deinem Podcast für mehr Hintergrundwissen zum Thema Börse und Online-Broker. Es begrüßen dich deine Hosts Michael B. Busshaus und Tim Seifert.

Bevor es gleich losgeht, hier noch ein kurzer Disclaimer: Die bereitgestellten Inhalte in diesem Podcast dienen nur der Information, stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar und sind weder als Angebot noch als Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Kryptowerten zu verstehen.

Ja, Folge 33 unseres Börsentalks. Heute haben wir einen ganz besonderen Gast, über den ich mich sehr freue, und zwar Dolf Diederichsen, den CEO von Hyphe. Hallo, Dolf!

Dolf: Hallo Michael, danke für die Einladung. Hallo Tim!

Tim: Du bist auch dabei.

Dolf: Ich bin auch dabei. Danke, dass ich hier sein darf.

Hyphe: Krypto-Market-Making für Banken und Broker

Michael: Also, das Besondere ist, dass wir ja der erste Online-Broker waren, der den Krypto- und Wertpapierhandel aus einem Depot gestartet hat. Und da wir das ja nicht alleine machen, haben wir da einen Kooperationspartner der ersten Stunde. Das ist nämlich die Firma Hyphe, die bei uns sozusagen den Kryptohandel macht. Insofern, Dolf, vielleicht stellst du dich einfach ganz kurz einmal vor und auch einfach Hyphe: Was ihr so macht?

Dolf: Ja, vielen Dank für die Möglichkeit. Vielleicht ganz kurz zu dem, was wir als Hyphe als Firma machen und dann auch zu meinem persönlichen Hintergrund.

Mit Hyphe bieten wir Banken, Brokern und institutionellen Kunden den Handel mit Kryptowährungen an. Und das Geschäft ist über die Zeit bei uns entstanden. Mein persönlicher Hintergrund war ursprünglich mal Unternehmensberatung. Da habe ich mit Finanzfirmen eher im Beratungskontext zusammengearbeitet und zu tun gehabt.

Ich habe dann 2012 zum ersten Mal von Bitcoin gehört und fand es extrem spannend, weil für mich eigentlich die Ankunft eines digitalen Settlement-Netzwerks war – also wo man zum ersten Mal die Möglichkeit hat, im Finanzgewerbe digital nativ Wert zu versenden.

Und das wusste ich: Wenn man das Internet erlebt hat und welchen Einfluss es hatte, dann war mir eigentlich klar, dass Kryptowährungen und die Technologie dahinter einen ähnlichen Einfluss auf das Finanzsystem haben könnten. Ich fand es so spannend, dass ich dann gekündigt habe und letztendlich meine eigene Firma N— Space aufgebaut habe.

Es hat ein bisschen gedauert, bis wir in dem Geschäftsmodell angekommen sind, was Hyphe heute betreibt. Es hat auch ein bisschen gedauert, bis die Finanzindustrie so weit war, das Geschäftsmodell beziehungsweise dieses Produkt – Kryptowährungshandel – bei sich zu implementieren. Und da wart ihr ja, Michael, mit justTRADE einer der Ersten, die diese Pionierleistung gewagt haben und neben dem normalen Wertpapierhandel auch den Kryptowährungshandel anzubieten.

Michael: Genau. Und das, wie gesagt, die Geschichte ist schon ein bisschen älter von Hyphe. Aber dieses Produkt, was wir jetzt anbieten, wo wir institutionellen Kunden den Handel mit Bitcoin einfach kostengünstig, vollständig compliant und reguliert anbieten, das ist etwas, was wir erst 2020 geschaffen haben.

Krypto-Handel rund um die Uhr

Michael: Und das Besondere ist ja auch, dass der Handel bei euch beziehungsweise über uns mit euch 7 x 24 stattfindet. Das heißt auch am Wochenende, das heißt auch an Feiertagen. Wir sehen ja selbst Orders irgendwie Weihnachten oder Silvester, wo Leute handeln.

Und das ist, glaube ich, auch noch mal eine Herausforderung, dass man natürlich Systeme schaffen muss, die das eben können. Die Börsen haben in der Regel um 10 Uhr abends zu oder die Lang & Schwarz Exchange um 11 Uhr, und dann haben die quasi die ganze Nacht für irgendwelche Batch-Prozesse, für Reconciliation. Bei euch läuft das ja alles 7 x 24.

Dolf: Das ist bei uns natürlich auch das, wo wir herkommen. Krypto wurde schon ganz am Anfang immer 24/7 gehandelt, und es gibt eigentlich keine Zeit, wo man Ruhephasen hat. Und das ist auch in unserer DNA als Firma von Anfang an drin gewesen.

Wir haben es natürlich so auch umgesetzt. Und ich glaube, das ist auch ganz klar einer der Trends, die sich irgendwann auch in anderen Finanzinstrumenten und Produkten widerspiegeln werden.

Aber du hast recht, Michael: Das ist natürlich etwas, womit sich auch manche Banken und Broker schwertun, weil sie einfach die normalen Börsenhandelszeiten gewohnt sind, plus den außerbörslichen Handel drumherum. Und da auf ein komplettes 24/7-System zu kommen, kann an der einen oder anderen Stelle schon einen echten Systembruch bedeuten.

Und ja, ich glaube, das ist etwas, wo der Weg hingehen wird und ich glaube, das wird immer mehr Normalität werden.

Wenn man heute ein Angebot schafft, wo man sagt: „Der Bitcoin-Handel ist dann um 10 Uhr Schluss“, dann ist das, glaube ich, etwas, wo man irgendwie plötzlich bei den Kunden nicht unbedingt Verständnis hervorruft.

Und es hat natürlich auch auf Anbieterseite ganz andere Anforderungen. Wir haben grundsätzlich alles automatisiert, vollautomatisch. Wir müssen auch die Systeme durchgehend performant halten, sehr wartungsarm haben und versuchen, irgendwelche Updates und Releases im Hintergrund so weit vorzubereiten, um einfach Downtime maximal gering zu halten.

Regulierung und Lizenzen im Kryptohandel

Michael: Du hast in der Einleitung gesagt, dass ihr ja auch compliant seid. Ist der Kryptohandel so weit reguliert? Oder anders gefragt: Welche Lizenzen braucht man denn als Firma, um einen Handel anzubieten, den ihr anbietet?

Dolf: Also Regulierung ist eines der wichtigsten Themen für uns als Company grundsätzlich schon immer gewesen, aber natürlich auch eines der brennendsten Themen für unsere Kunden. Denn die haben natürlich selber ihre eigenen Anforderungen regulatorischer Natur und erwarten das natürlich genauso auch von ihren Geschäftspartnern.

Wenn man es historisch betrachtet, waren wir mit der Muttergesellschaft eines der ersten Unternehmen in den Niederlanden, die 2020 eine Registrierung als Krypto-Service-Provider bekommen haben.

Dann haben wir uns 2021 überlegt, auch in Deutschland eine Tochtergesellschaft zu gründen, die dann eine Wertpapierinstitutslizenz beantragen soll. Das haben wir dann auch durchgezogen, haben den Antrag eingereicht und haben uns sehr gefreut, dass wir dann im letzten Jahr im August von der BaFin die Wertpapierinstitutslizenz auch erhalten haben.

Und ich glaube, die Strategie, die wir damals damit verfolgt haben, hat sich auch genau bewahrheitet und ausgezahlt. Sie ist auch unverändert.

Das Erste ist, dass wir in Deutschland einen gewissen regulatorischen Rahmen für den Handel mit Kryptowährungen haben, den wir mit unserer deutschen Wertpapierinstitutslizenz der Hyphe Markets GmbH in München auch vollständig erfüllen.

Das Zweite ist, dass auch damals schon 2021 absehbar war, dass eine neue Regulierung rund um das Thema Kryptowährungen kommen wird, nämlich MiCA. Uns war schon klar, dass es einfach natürlich dann wieder ein neues Level der Regulierung wird und dass wir aber mit einer Wertpapierinstitutslizenz in Deutschland schon die Anforderungen im Wesentlichen erfüllen werden – vom Umfang her.

Und das Dritte, und das ist, glaube ich, jetzt das spannendste neue Kapitel von Hyphe, wo wir jetzt hingehen wollen, ist, dass wir durch die Wertpapierinstitutslizenz auch Wertpapiere handeln können.

Dabei ist bei uns der Fokus ganz klar auf tokenisierten Wertpapieren oder sogenannten Kryptowertpapieren, wie sie von der BaFin definiert wurden.

Also im Prinzip: Vom regulatorischen Umfang her sind es Wertpapiere, aber von der Technik, wie sie versendet und wie sie verwahrt werden, sind es eben Token. Und das ist, glaube ich, das, was für uns jetzt der spannendste Wachstumsbereich ist, wo wir sagen können: Wir haben das regulatorische Setup und wollen diesen Markt mitgestalten.

Wie funktioniert Krypto-Market-Making?

Michael: Wenn jetzt zum Beispiel ein Kunde bei uns einen Bitcoin kauft und also sozusagen an euch die Order schickt: Nimmst du die dann aufs eigene Buch oder verkaufst du die aus dem eigenen Bestand? Oder handelt der Kunde quasi gegen euch? Wie läuft das? Vielleicht kannst du einfach mal so ein bisschen erklären, was da eigentlich passiert. Und vielleicht kannst du uns ja auch sagen, an welchen Kryptobörsen ihr angeschlossen seid oder wie ihr sozusagen so eine Order da nehmt und was ihr da genau macht.

Dolf: Also, wir haben letztendlich – aus regulatorischer Sicht betreiben wir Eigenhandel. Das heißt, der Kunde handelt mit seinem Broker meistens im Rahmen eines Finanzkommissionsgeschäfts und der Broker handelt mit uns als Eigenhändler.

Das heißt, wir sind auch die Gegenpartei. Wir bestätigen den Trade und machen das auch instantan.

Erst mal wird mit uns gehandelt. Was wir dann aber im Hintergrund machen, ist, dass wir nicht gegen unsere Kunden handeln und nicht Positionen künstlich offen halten, sondern dass wir dazu übergehen, sehr, sehr schnell und in der Regel instantan die Positionen, die wir dann durch diese Kundengeschäfte haben, auch wieder zu schließen.

Somit nehmen wir keinerlei – also, was wir nicht machen, ist, dass wir aktiv direktional in irgendeiner Weise Positionen aufbauen oder irgendwelche Marktrisiken nehmen.

Unsere Aufgabe ist wirklich, einen fairen Kurs zu stellen, der bestmöglich ist und den wir auch im Rahmen unserer Best-Execution-Policy definiert haben.

Es ist nicht so, dass wir die Preise uns aussuchen oder würfeln, sondern dass wir sehr genau zu jedem Moment im Markt schauen, wie die Marktpreise sind, und wir die dann im Rahmen unseres Clear-Calculus-Mechanismus speichern und zur Verfügung stellen.

Sodass der Kunde zu jedem Zeitpunkt immer den fairen Marktpreis kriegt und eben auch in jeder Marktphase sicher sein kann, dass der Preis, den er von uns bekommen hat, fair ist.

Wir versuchen einfach nur, das Risiko dann schnellstmöglich bei uns zu sichern. In der Regel ist das instantan.

Welche Kryptowährungen werden angeboten?

Michael: Jetzt lass uns noch mal über die Kryptowährungen sprechen, die bei euch beziehungsweise über euch handelbar sind. Es gibt ja verschiedenste Ausprägungen von Kryptowährungen. Welche kann man über eure Plattform handeln und warum genau diese? Gibt es da vielleicht auch gewisse Qualitätsfaktoren oder Anforderungskriterien, die erfüllt sein müssen?

Dolf: Genau. Also, wir haben aktuell bei uns über 60 Assets im Angebot. Das wird auch noch mal deutlich erweitert werden in der näheren Zukunft.

Da ist es natürlich so, dass wir als Anbieter und Händler im Markt einerseits natürlich die Assets und die Produkte, die wir handeln, prüfen müssen.

Das heißt, wir haben bei uns einen Asset-Review-Prozess, wo wir jedes Asset durchgehen, einen Steckbrief erstellen und auch aus Compliance- und aus Risikosicht eine Kursbewertung dazu machen. Am Ende haben wir eine Freigabe, dass dieses Asset dann gehandelt werden kann.

Was bei uns zusätzlich noch immer wichtige Kriterien sind: Natürlich müssen wir andere Handelspartner haben, wo wir auch handeln können, und müssen da einfach eine gewisse Sicherheit gewährleisten, dass es eine Marktgängigkeit des Produktes gibt. Und das ist einfach dann Teil unseres Prozesses.

Wenn dann ein Asset zugelassen ist, haben wir auch noch die nächste Challenge: Wir können jetzt nicht einfach Assets wieder delisten.

Das heißt, wenn wir natürlich einen Wert zum Handel aufgenommen haben, dann haben wir auch eine gewisse Verantwortung unseren Kunden gegenüber und können nicht einfach sagen: „Morgen, ja, Verkauf ist leider nicht mehr möglich.“ Das ist schon etwas, was wir auch als Verantwortung sehr ernst nehmen.

Bei diesen Kryptowährungen gibt es natürlich auch Qualitätsunterschiede. Es gibt eher Kryptowährungen, die vielleicht schon als etwas etablierter gelten, und es gibt andere, die vielleicht noch mit mehr Risiken behaftet sind.

Das ist für uns als Anbieter natürlich nicht immer leicht, dann eine Meinung zu haben. Am Ende ist es schon auch nachfragegetrieben.

Wir haben bei uns Kriterien, die hart sind. Zum Beispiel Privacy Coins, die wir grundsätzlich nicht machen, weil wir einfach sagen: Das ist bei uns ein Produkt, bei dem wir unseren Anforderungen – auch in der Geldwäscheprävention – nicht gerecht werden würden. Die haben wir dann grundsätzlich nicht.

Bei den anderen Coins ist es schon so, dass wir natürlich an der einen oder anderen Stelle sagen: Das ist jetzt ein Produkt, das würden wir anbieten. Am Ende muss der Kunde dann auch selber entscheiden, ob er das Produkt handeln möchte oder nicht.

Und dann können es natürlich die Endkunden auch selber entscheiden.

Michael: Vielleicht noch zwei weitere Punkte. Das eine ist natürlich: Es muss auch immer die Verwahrfähigkeit gegeben sein. Es ist nicht so, dass alle Verwahrpartner alle Assets jederzeit verwahren können. Es kommt immer noch die Blockchain-Technologie drauf und wie leicht und einfach das möglich ist.

Dolf: Genau, diese Komponente noch im Wesentlichen.

Welche Rolle spielt die Marktkapitalisierung?

Michael: Und vielleicht, um da noch mal anzuschließen: Wie wichtig ist eigentlich die Marktkapitalisierung von einer Kryptowährung? Achtet ihr auch darauf, gerade im Hinblick auf die Liquidität dieser Assets?

Dolf: Ja, es ist natürlich ein Kriterium, was bei uns auch geprüft wird und mit einfließt. Wobei natürlich Größe alleine jetzt auch nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal sein muss.

Aber es ist sicherlich ein Kriterium, das bei uns auch reinfließt, auch natürlich, um irgendwie eine gewisse Marktgängigkeit zu gewährleisten. Denn häufig gibt die Marktkapitalisierung dann auch einen Rückschluss darauf, wie viel Handelsvolumen da ist – zumindest besteht eine gewisse Korrelation.

Und wenn es dann am Ende zu klein wird, ist es einfach auch schwer, da marktgängige Preise zu bekommen. Das ist, glaube ich, schon etwas, was wir uns anschauen.

Vielleicht noch ein letzter Punkt, den ich noch eben machen wollte: Wir sehen schon auch einen gewissen Druck vom Markt her, dass häufig die Anzahl der gehandelten Währungen ein Vergleichskriterium ist.

Auch für die Brokerpartner, mit denen wir sprechen, die dann einfach irgendwie – wenn es einen Brokervergleich gibt – sagen: Bei Anbieter 1 sind es 20 Assets, beim anderen Anbieter sind es 40 Assets. Dann wird erstmal 40 besser als 20 gesehen.

Das ist natürlich ein Marktdruck, dem wir auch ausgesetzt sind. Wir sagen natürlich trotzdem: Wir können jetzt nicht unsere Qualitätskriterien über Bord schmeißen, sondern müssen trotzdem unsere Verantwortung wahrnehmen.

Aber es ist schon so, dass es natürlich auch einen Druck gibt, einfach ein breites Angebot zu sehen und dann am Ende selber die Auswahl zu treffen – als Broker. Für die Kunden ist es natürlich grundsätzlich erstmal gut, wenn ein breiteres Angebot einfach mehr Möglichkeiten und mehr Optionen gibt. Ob dann jeder einzelne sich für einen Wert entscheidet oder nicht, das ist natürlich immer eine persönliche Entscheidung.

Michael: Genau. Du hast ja gesagt, am Ende ist es so, dass du, ich sag mal platt, deinen Bauchladen vorgibst. Und dann haben wir ja auch noch mal Qualitätskriterien, die wir gemeinsam mit der Sutor Bank uns anschauen.

Wir haben ja aktuell 27 Werte. Da werden wir in Abstimmung mit euch auch noch die Werte erweitern. Das macht auch, glaube ich, total Sinn.

Aber wenn man sich anschaut, wie viele Kryptowerte es gibt – Tausende –, dann ist das auch Quatsch. Und wenn man sich natürlich wiederum anschaut, welche Werte eigentlich gehandelt werden, dann sind das eigentlich die gängigen.

Man muss jetzt auch nicht auf jeden Trend aufspringen. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen der Königsweg, dass man halt das macht, was wir halt auch machen.

Und das finde ich auch mal ganz spannend: Wenn uns Kunden mal Kryptowerte nennen und sagen: „Mensch, wäre das nicht was?“, dass wir dann gemeinsam mal prüfen. Und mit ein bisschen Glück gibt es ja dann auch die Möglichkeit, die freizuschalten.

Entwicklung der Kryptoindustrie seit 2012

Michael: Insofern ist das ja eigentlich wirklich auch eine gute Sache.

Um noch mal zurückzukommen zur generellen Kryptoindustrie: Du hast ja gesagt, du hast erstmals 2012 von Bitcoin gehört. Wie siehst du denn die Entwicklung seitdem? Es ist natürlich extrem viel passiert. Alleine in diesem Jahr ist schon sehr viel passiert. Vielleicht magst du da auch noch mal ein paar Worte verlieren, wie du die Entwicklung der Kryptoindustrie generell siehst.

Dolf: Ja, das ist natürlich – erstmal das Witzigste: Als ich mich dann 2013 entschlossen habe, irgendwie in den Markt auch wirklich tief einzusteigen, kam es einem spät vor. Aber es war natürlich im Nachhinein dann doch noch nicht so spät. Das ist dann vielleicht gar nicht so schlecht.

Es gab schon eine Coinbase-Runde, es gab schon zum Beispiel einiges an Infrastruktur, die man heute noch sieht. Vieles war natürlich völlig anders.

Und ich glaube, das Witzige oder das Spannende für mich ist, dass jeder in dieser neuen Technologie etwas Eigenes oder etwas anderes sieht.

Für den einen ist es das Gefühl, die Währung geht den Bach hinunter und die Inflation kommt, und es ist einfach eine Absicherung dagegen – irgendwie ein stabiles Asset, das einfach begrenzt ist in der Menge, zu investieren. Also digitales Gold.

Für wieder andere ist die Privatsphäre wichtig. Für wieder andere ist es noch mal so eine politische Dimension, mit dem System zu sein oder gegen das System zu sein.

Manche sehen es einfach nur als interessantes Spekulationsobjekt.

Was mich immer interessiert und was ich spannend fand, ist die Möglichkeit, ein digitales Settlement-Netzwerk zu schaffen, wo jetzt auch Projekte mit dem digitalen Euro hingehen: einfach mal die Technologie zu nutzen, um wirklich Wert digital zu transferieren.

Also ich glaube, es bietet für jeden etwas. Und es ist immer irgendwas los. Das ist schon auch ganz gut.

Wenn ich gefragt werde: „Was ist das Thema des Tages?“ – dieses Mal die Bitcoin-ETFs und so – das ist das Riesending.

Wenn man schon ein bisschen dabei ist, ist es halt so: Irgendwas ist immer gerade mal los.

Und das ist jetzt gerade mal das Thema des Tages. Aber es ist eigentlich faszinierend, wie sehr diese Branche und dieses Produkt und diese neue Technologie und dieses Projekt es geschafft hat, doch irgendwie dauerhaft relevant zu bleiben und immer wiederzukommen.

So häufig wurde Bitcoin totgesagt oder wenn die Kurse sich dann mal schlecht entwickelt haben, aber es war doch immer so, dass eigentlich immer wieder ein neuer Peak erreicht wurde und irgendwie die Höchststände höher waren und die Tiefstände auch höher waren als die Tiefstände davor.

Ich glaube, solange das so weitergeht, ist die Zukunft auch irgendwie weiter positiv.

Ich glaube, es gibt natürlich immer noch viele Probleme und immer noch Dinge, die man verbessern kann.

Aber wenn man jetzt 2012 oder 2013 zurückblickt, war es nicht zu erwarten, dass es eine europäische Regulierung speziell zu Kryptowährungen gibt, die irgendwie in Gesetzesform dann gilt.

Da ist einfach rasant viel passiert – auch in der Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden und dem Gesetzgeber.

Und das ist eigentlich eine feine, tolle und spannende Entwicklung. Ich glaube, jeder hat eine Meinung dazu. Und solange das so ist, wird es auch irgendwie weitergehen.

Deswegen bin ich sehr positiv.

Für mich ist eher die Frage: Wie weit geht diese Tokenisierung des Finanzsystems voran?

Und da besteht jetzt einfach eine große Chance zu sagen: Man hat zum ersten Mal eine alternative Settlement-Möglichkeit für andere Assets.

Man kann auch sagen, Wertpapiere zu tokenisieren. Dafür sind die Gesetzesgrundlagen in Deutschland geschaffen worden.

Das ist, glaube ich, auch eine kleine Revolution. Vielleicht ist das ein bisschen zu viel gesagt, aber es ist zumindest so, dass sich die Aufsicht wirklich bewegt und der Gesetzgeber sich bewegt und da vorangeschritten wird.

Und ich glaube, es ist jetzt an der Industrie, dagegen auch zu liefern und Produkte und Services umzusetzen, um eben diesen Markt zu gestalten und diese Möglichkeiten der Tokenisierung zu nutzen, die sich dann bieten werden.

Ein globales digitales Finanzsystem

Dolf: Und letzter Satz vielleicht ganz kurz: Ich finde es eigentlich überraschend, wie lokal die Finanzindustrie ist.

Wenn man überlegt, dass sie eigentlich ein rein digitales Produkt ist – Bargeld eigentlich fast keine Rolle mehr spielt –, also nur Daten und IT und Legal oder rechtliche Themen braucht, hat man trotzdem sehr, sehr lokale Märkte.

In Deutschland funktioniert es noch immer anders als in anderen Ländern.

Man hat heutzutage eigentlich kaum eine Möglichkeit, indonesische Aktien oder südafrikanische Aktien zu kaufen.

Und das wäre eigentlich so mein Wunsch für die nächsten zehn Jahre: zu sagen, dass man einfach ein globales Finanzsystem entwickelt, wo der Zugang möglich ist, wo die Abwicklung leichter ist, wo man Werte auch international austauschen kann.

Alles, glaube ich, immer in einem regulierten Kontext mit Parteien, die natürlich dann auch alle geldwäscherechtlichen Anforderungen erfüllen.

Aber das wäre so mein Wunsch: einfach ein digitales Finanzsystem der Zukunft zu haben zwischen den Parteien, die die entsprechende Regulierung aufweisen.

Bitcoin-Halving: Was passiert mit dem Angebot?

Michael: Am Ende hast du es gesagt: Im Kryptomarkt ist immer was los. Und in der Tat war ja jetzt das Thema Bitcoin-ETF in aller Munde.

Wenn man sich halt anschaut, dass, glaube ich, im Schnitt am Tag 900 Bitcoins gemined werden, aber BlackRock allein über 10.000 kauft, dann sieht man ja, was da für eine Nachfrage ist.

Aber es gibt ja noch ein anderes Ereignis, und da würde uns einfach mal deine Meinung interessieren. Das ist ja voraussichtlich im April, dass das nächste sogenannte Bitcoin-Halving wieder ansteht. Wie siehst du das?

Dolf: Ja, wir haben jetzt schon ein paar mitgemacht mittlerweile seit 2012.

Vielleicht nur für den einen oder anderen, der nicht so tief im Thema ist: Es gibt sogenannte Miner, also Bitcoin-Mining-Operationen, die komplizierten Computercode rechnen, dabei aber eben Transaktionen anderer Nutzer bestätigen und damit die Blockchain vorantreiben und eine gewisse Sicherheit für das Gesamtsystem dann auch bereitstellen – auf dezentraler Natur.

Für diese Mining-Tätigkeiten gibt es einen sogenannten Block Reward. Der beschreibt die Menge der neuen Bitcoins, die da dazukommen.

Und diese Menge der neu erzeugten Bitcoins halbiert sich alle roundabout vier Jahre. Es ist so ein bisschen der Nachteil daran, dass es dezentral ist: Man weiß nicht genau, wie lange es dauert. Es kann mal schneller, mal länger dauern. In der Regel sind es aber so alle vier Jahre.

Man hat ursprünglich mit 50 Bitcoin alle zehn Minuten angefangen. Beim ersten Halving waren es dann 25, dann 12,5 und jetzt sind es, glaube ich, 6,25. Dann sind es 3,125.

Michael: Genau, richtig.

Dolf: Und das hat natürlich einen direkten Impact für die Miner, weil deren Ertrag erstmal relativ instantan zurückgeht.

Gleichzeitig ist es natürlich aber so, dass dadurch, dass jetzt ein Großteil der Bitcoins quasi schon erzeugt worden ist, die Menge oder die Rate, in der neue Bitcoins dazukommen, sinkt.

Die Menge halbiert sich dann an der Stelle immer. Und damit ist es so, dass die Erwartung im Markt relativ simpel ist: Tagtäglich werden diese neu erzeugten Bitcoins irgendwie vom Markt absorbiert. Wenn sich jetzt die neu erzeugten Bitcoins halbieren, dann ist weniger Angebot da.

Also im Zweifel ist es so, dass bei gleichbleibender Nachfrage der Preis nach oben geht.

Jetzt ist das Problem bei diesen Sachen immer so: Das weiß irgendwie jeder.

Und es gibt ja diesen schönen Witz in der Finanzindustrie: „Everything is priced in.“

Insofern glaube ich, ist wahrscheinlich auch das schon wieder eingepreist.

Genauso hätte man aber auch denken können, dass die Bitcoin-ETFs eingepreist waren, weil man das hätte schon erwarten können.

Und trotzdem war es jetzt so, dass die Flows, die jetzt so gelaufen sind, einfach so massiv sind, dass man schon sofort den Impact auf den Preis gesehen hat.

Ich kann es nicht sagen. Ich vermag auch keine Prognose dazu abzugeben.

Es ist wieder ein Event, was sicherlich in der Branche auch zelebriert wird. Beim letzten Mal gab es da so Websites mit Raketen-Animationen, die dann irgendwie gestartet sind.

Ich bin gespannt, was uns dieses Jahr erwartet. Es wird sicherlich irgendein Event sein, was in der Branche dann auch gebührend begangen wird.

Ausblick: Tokenisierte Wertpapiere und die Zukunft

Michael: Ja, total spannend. Also ich glaube wirklich, es stehen noch viele spannende Sachen auf der Tagesordnung.

Ich glaube, insbesondere auch das Thema tokenisierte Wertpapiere – da wird noch einiges kommen. Wir sind sicherlich bei allen Sachen auch mit dabei und sprechen ja auch mit euch.

Wir sind echt superhappy, dass auch unser Kryptohandel mit euch so gut funktioniert.

Und in der Tat will ich es auch noch mal sagen: Es gab bis heute keinen Mistrade und 7 x 24 war alles online. Also ihr macht da echt einen guten Job.

Insofern, Dolf, vielen Dank, dass du dich hier im Podcast gestellt hast.

Ich glaube wirklich, dass unsere Kunden jetzt auch noch mal besser verstanden haben, was es eigentlich heißt, mit uns und mit euch sozusagen letztendlich Kryptowährungen zu handeln.

Vielen Dank!

Dolf: Ja, also noch mal danke, dass ihr mich hier habt. Und natürlich freut es uns, dass das von euch so gesehen wird, weil wir natürlich im Hintergrund schon auch versuchen, das möglich zu machen und die Experience zu schaffen.

Und ich glaube, das ist die Verantwortung, der wir uns bewusst sind und die wir kontinuierlich wahrnehmen.

Danke, dass ich hier dabei sein durfte. Und ich bin gespannt jetzt, was die weiteren Entwicklungen sind.

Und wenn ihr jederzeit noch Fragen habt: jederzeit gerne.

Michael: Alles klar. Mach's gut!

Dolf: Ciao!

Tim: Ciao!

Michael: Vielen Dank. Tschüss!

Tim: Ciao!

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Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Kapitalanlagen unterliegen Wertschwankungen und allgemeinen Kapitalmarktrisiken. Der Wert einer Anlage kann steigen oder fallen; Verluste bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals sind möglich.