Börsentalk #39 - Gier, Angst und die Erfolgsfaktoren des Tradings mit Psychologin Julia Thiele
In dieser fesselnden Folge unseres Börsen-Podcasts tauchen wir tief in die Psychologie des Tradings ein. Unser Gast Julia Thiele, erfahrene Trading-Psychologin, enthüllt die häufigsten emotionalen Fallstricke beim Wertpapierhandel und gibt wertvolle Einblicke, wie man diese überwinden kann.
Erfahren Sie, wie Sie Gier und übermäßige Risiken in Schach halten, die Angst vor verpassten Chancen und Verlusten bewältigen und Selbstüberschätzung erkennen können. Julia erklärt, wie Ankerpunkte, beispielsweise Einstiegskurse, unsere Entscheidungen verzerren und welche psychologischen Fehler wir bei der Gewinnmitnahme machen. Darüber hinaus teilt sie Strategien, wie man aus Trading-Fehlern lernt und welche Rolle Akzeptanz und Selbsterkenntnis dabei spielen. Sie gibt Einblicke in ihre Coaching-Methoden, berichtet von Erfolgsgeschichten ihrer Klienten und beleuchtet interessante Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Tradern.
Ob Anfänger oder erfahrener Trader - diese Episode bietet dir wertvolle Erkenntnisse, um deine mentale Stärke an den Finanzmärkten zu verbessern. Entdecke, wie du deine Trading-Psychologie auf das nächste Level heben kannst!
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Tradingpsychologie: Zu Gast ist Julia Tiele
Michael: Ja, Podcast 39. Hallo Julius.
Julius: Hallo Michael.
Michael: Heute haben wir ja einen besonderen Gast. Da bin ich auch schon echt gespannt. Und zwar Julia Tiele. Julia ist Psychologin mit Schwerpunkt auf Tradingpsychologie. Also am Ende, glaube ich, wenn man mit Julia spricht, coacht die einen und man wird dann viel besser im Trading – so meine Hoffnung. Aber wir begrüßen sie erstmal. Hallo Julia!
Julia: Hallo Michael, hallo Julius.
Michael: Ich habe dich bestimmt viel zu kurz vorgestellt. Insofern würde ich einfach mal sagen: Stell dich doch einfach mal ganz kurz für unsere Zuhörer vor. Wer bist du, was machst du so, damit wir mal wissen, was du so machst?
Julia: Ja, du hast es eigentlich schon korrekt gesagt. Ich bin Psychologin, spezialisiert auf Trading- und Investmentpsychologie. Was mache ich primär? Ich gebe Tradern und Investoren im Coaching und in Trainings ganz konkrete psychologische Tools mit an die Hand, um erfolgreicher zu werden im Trading.
Ich gebe zudem Webinare, Seminare, schreibe Artikel, nehme Podcasts auf, wie wir jetzt gemeinsam. Und ja, immer mit der Mission, die vielen effektiven Techniken, die die Psychologie wirklich zu bieten hat, genau dahin zu bringen, wo sie gebraucht werden, nämlich in den Handelsalltag von Tradern und Investoren, aber auch Investmentmanagern oder Privatanlegern.
Die häufigsten emotionalen Fehler beim Trading
Michael: Also, das ist ja wirklich spannend. Dann würde ich doch direkt sagen: Steigen wir mal ein. Was sind denn die häufigsten emotionalen Fehler im Trading?
Julia: Also häufig zu beobachten ist das Overtrading, also die übermäßige Handelsaktivität. Aber auch oft unterschätzt das Gegenteil, nämlich das Undertrading, also das Nicht-Handeln, obwohl man ganz klar Chancen im Markt identifiziert hat.
Beides basiert letztendlich auf Angst. Manchmal finanziell, manchmal eben Angst vor Versagen oder auch Inkompetenz. Es äußert sich nur unterschiedlich. Das ist das Interessante.
Wir sehen auch oft Fehler bei Gewinnmitnahmen und auch der Realisierung von Verlusten. Also das heißt konkret: zu früh oder zu spät zu kaufen oder zu verkaufen. Man hält, man hofft, man wartet oder man wird irgendwie impulsiv und undiszipliniert.
Und auch hier steht wieder dahinter entweder Gier oder auch Verlustangst.
Was auch gar nicht so oft erwähnt wird, aber bei vielen erstaunlicherweise auch Fehler auslöst, ist das Revenge Trading, also Rache-Trading. Wenn man einfach die erhofften und schon ganz fest einkalkulierten Gewinne dann eben doch nicht bekommt, neigt man dazu, sich das Geld sozusagen zurückzuholen. Und das ist natürlich eine ganz negative, schlechte, ungünstige Motivation.
Rache-Trading, nachdem man Chancen verpasst hat, und natürlich ganz klassisches FOMO-Investing – das kennt man, das ist eher populärer. Aber auch solche Themen wie lieber seine Meinung zu traden, also lieber das Ego zu traden statt die Strategie.
Oder eben Trading-Perfektionismus: wirklich auf der Suche nach dem perfekten Setup irgendwie noch den 40. Indikator aufzunehmen, nur um keinen Fehler zu machen oder nicht in Selbstzweifel zu kommen, die wirklich auch unangenehm sein können.
Da neigen dann viele eben zu dieser Analyse-Paralyse und kommen dann gar nicht mehr ins Handeln. Aber da gibt es noch unzählige weitere Emotionen, die dann eben zu Fehlern werden, wenn Trader und Investoren von der erfolgreichen Umsetzung ihrer Handelsstrategie abkommen.
Michael: Ja, das ist wirklich noch mal so zu differenzieren. Emotionen sind das eine und die sind ja auch erstmal nicht schlimm. Im Gegenteil, ein Glück haben wir Emotionen. Problematisch wird es eben nur, wenn sie uns dann bei der disziplinierten Umsetzung unserer Investmentstrategie in die Quere kommen.
Gier und übermäßige Risiken im Trading
Julius: Ja, Rache-Trading, das habe ich noch nie gehört. Den Begriff finde ich definitiv auch bei mir selber wieder. Lustig.
Du hast das schon angesprochen, das Thema Gier. Wie kann ich denn mit Gier umgehen und wie kann ich übermäßige Risiken im Trading vermeiden?
Julia: Ja, hier ist tatsächlich eine recht tückische Emotion. Denn die Veränderungsbereitschaft ist meistens eigentlich gar nicht da, weil Gier fühlt sich ja erstmal auch gar nicht so schlimm an. Wer möchte denn nicht mehr Geld haben?
Und manche geben sogar damit an, so ein bisschen gierig zu sein und mehr haben zu wollen.
Das Problem ist jedoch, dass eigentlich da eine Schwäche im eigenen Selbstmanagement dahintersteckt und es irgendwie blöd ist, wenn man zum Spielball seiner eigenen Finanzgelüste wird. Und das hat eben nichts mit einem reifen, reflektierten Investormindset zu tun, wie ich oft gern sage.
Immer wenn man anfängt, seine eigenen Grenzen zu überschreiten, bauen wir beziehungsweise baut man ungünstige Gewohnheiten auf. Das ist so ein schleichender Prozess. Einmal geht das Gefühl: „Kein Problem.“ Aber dann reizen wir unsere Grenzen immer mehr aus.
Und dann haben sie auch nicht mehr so diese Wirkung, dass wir sie wirklich einhalten. Also wir sabotieren quasi unsere eigene Disziplin damit und machen es uns einfach schwieriger. Wir erhöhen quasi unsere Risiken damit.
Wenn wir uns nicht ganz klar frühzeitig Grenzen setzen und diese Grenzen einhalten, klar: Wenn man irgendwie übermäßige Positionsgrößen eingeht, wird das letztendlich immer vom Markt bestraft.
Da kann sich jeder selbst mal fragen: Will man seine hart erarbeiteten Gewinne aufs Spiel setzen? Lohnt sich das denn wirklich?
Da haben es tatsächlich Trader sogar noch leichter als Investoren. Denn Trader bekommen meistens ein direktes Feedback, wenn sie mal wieder über die Stränge geschlagen sind und nach einem Verlust sofort merken: „Oh ja, hier bin ich zu früh rein, weil ich zum Beispiel nicht den dritten Indikator abgewartet habe, sondern irgendwie schon zwei gereicht haben, weil ich eben zu gierig war.“
Investoren hingegen sehen das erst nach Monaten, zu welchen Investmentfehlern sie ihre Gier getrieben hat. Und das braucht dann eben schon frühzeitige Reflexionsarbeit.
Frühzeitig sich darüber im Klaren zu sein, insbesondere wenn man irgendwie auch die Tendenz hat, ins Gamen, ins Zocken zu kommen, dann lieber zu sagen: „Ja, das lohnt sich nicht. Da gehe ich lieber in die Spielhalle oder ins Casino, statt da jetzt wirklich meine Gewinne aufs Spiel zu setzen.“
Oft steht da eben auch eine Angst dahinter, nicht genug zu bekommen. Aber eben auch nicht nur. Sogar Einkommensmillionäre neigen dazu. Und die haben es ja nun vielleicht wirklich nicht nötig. Aber auch da merkt man: Das ist eben nicht nur die Angst vor Verlusten.
Was bei Gier noch mal ganz wichtig ist zu erwähnen, ist, dass die Rolle von Dopamin auch nicht unterschätzt werden sollte. Unsere Neurotransmitter steuern unser Verhalten manchmal mehr, als uns lieb ist.
Das ist auch noch mal ganz wichtig zu wissen, denn diese neuropsychologischen Prozesse, unter denen wir manchmal stehen, lassen uns dann quasi dieses disziplinierte Umsetzen unserer Handelsstrategie einfach auch erschweren.
Da ist es eigentlich ganz ratsam, wenn man irgendwie das Gefühl hat, man braucht den Nervenkitzel, man braucht den Kick, dann lieber alternative Handlungen zu suchen: Extremsport oder andere Dinge. Aber das eben nicht im Finanzmarkt suchen.
Und was ich auch immer empfehle, ist, zwischendurch mal wirklich dankbar zu sein für die bisherigen Gewinne, die man schon erzielt hat. Denn es ist keine Selbstverständlichkeit, an den Finanzmärkten überhaupt Geld zu verdienen.
Wir wissen um die hohe Verlustwahrscheinlichkeit von Tradern. Da kann man zwischendurch auch mal dankbar sein und auch eine gewisse Form von Demut kultivieren.
Disziplin braucht ein klares Ziel
Julia: Was aber auch bei Disziplin oder bei Gier und den entsprechenden übermäßigen Risiken wichtig ist, ist, dass Disziplin immer ein attraktives Ziel braucht.
Es braucht ein Ziel, wofür es sich eigentlich auch lohnt, diese Selbstkontrolle aufzubringen und etwas zu verändern und nicht doch irgendwie zu probieren, ob da noch was geht.
Bei vielen fehlen aber auch diese Ziele oder sie haben unrealistische Gewinnziele und auch ganz falsche Erwartungsvorstellungen.
Hier ist es ratsam, sich ganz konkrete Gewinnziele noch mal zu setzen und auch wirklich Ausstiege ganz konkret zu planen. Dann weiß man genau, woran man sich halten muss und was diszipliniertes Verhalten am Ende des Tages bedeutet.
Dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass man es wirklich macht.
Julius: Also noch mal zusammenzufassen: Ein klares, lohnenswertes Ziel. Bei wie viel ist es denn für mich genug? Bei wie viel will ich denn aufhören?
Julia: Also klare Ausstiegskriterien. Man kann auch mit Take-Profits, also gestaffelten Gewinnzielen, arbeiten.
Und dann am besten sich gleich eine alternative Handlung suchen: Was mache ich denn stattdessen, wenn ich aus dem Trade rausgehe oder wenn ich gerade keine laufenden Positionen habe? Wie nutze ich dann die Zeit?
Zum Beispiel: Konzentriere ich mich dann eher wieder auf Marktanalysen? Erweitere ich mein Finanzwissen? Nutze ich die Zeit auch mal für vernünftige Ergebnisreflexion, die meistens zu kurz kommt?
Was kann ich stattdessen machen und wie kann ich mich auch dann dafür belohnen?
Bei Tradern, die sehr undiszipliniert sind und bei denen Selbstmanagement ein großes Problem ist, ist es auch wichtig, einfach so eine Art Selbstschutz einzurichten.
Wie kann ich mein Risikomanagement wirklich wahren? Wie kann ich ganz konkret meine Verlustziele setzen, meine Einsätze bewusst kalkulieren, wie kann ich Positionsgrößen anpassen?
Und wenn gar nichts mehr hilft: Wie kann ich meine Zugangsdaten zu meinem Account auch kurzzeitig einer vertrauten Person geben, die dann schnell mal eingreift und mir dabei hilft?
FOMO: Die Angst, etwas zu verpassen
Julius: Jetzt haben wir das ja schon mal angeschnitten, das Thema Angst. Und da möchte ich mal so ein bisschen die Ängste zusammenfassen.
Was gibt es denn an Möglichkeiten, um die Angst davor, etwas zu verpassen, in den Griff zu bekommen? Und wie kann ich auch mit der Angst vor Verlusten umgehen? Also allgemein: Was kann ich gegen diese Ängste tun, die mich vielleicht am Erfolg hindern?
Julia: Grundsätzlich ist es wichtig, das nicht über einen Haufen zu werfen, also das nicht alles zusammengefasst zu betrachten. Denn jede Angst braucht eben auch eine unterschiedliche Behandlung.
Beispielsweise beobachte ich bei der Angst, etwas zu verpassen, also bei so einem klassischen FOMO-Investor, dass es entweder zu heftigen Überreaktionen auf aktuelle Investmenttrends kommt oder es wird auf Aktien-Hypes aufgesprungen, oft auch medial oder durch die Community gepusht.
Oder nachdem man lange irgendwie diesem Herdendruck standhalten konnte und die Kurse dann immer weiter steigen und die Angst damit auch steigt, knickt man doch ein und springt irgendwie noch auf die Rally auf – dann aber natürlich vollkommen zu spät und in überkaufte Märkte beziehungsweise überbewertete Blasen.
Das ist oft so. Dann kennt ihr das vielleicht auch: Wenn die Investoren zum Beispiel sagen: „Na toll, dann habe ich natürlich vollkommen dann gekauft, wenn die Preise am höchsten waren.“
Wenn man das so hört, weiß man: Okay, alles klar, hier war FOMO am Start.
Hier steht auch wieder psychologisch die Angst dahinter, nicht beteiligt zu sein. Das sind ja nicht immer nur die finanziellen Verluste. Viele unterschätzen die Angst, nicht dazuzugehören oder Mangel zu erleben.
Auch die Angst, in der nächsten Woche am Börsenstammtisch zu sitzen und sich rechtfertigen zu müssen, warum man nicht dabei war als Einziger.
Am Ende sind es vielleicht manchmal ganz andere psychologische Motive und die gilt es auf jeden Fall zu hinterfragen.
Was auch vielleicht hilft, ist, dass man sich bewusst wird, dass oft so ein irrationales Kopfkino losgeht. Man denkt immer weiter. Man denkt daran: „Okay, man stellt sich vor, wie unangenehm wäre das, wenn ich das jetzt bereuen würde.“
Aber es ist nur im Kopf. Es ist oft nur im Kopf. Und das ist das, was wir uns öfter mal sagen sollten. Diese Angst entsteht im Kopf.
Was ich hier empfehlen kann, insbesondere bei Bullenmarktzyklen, ist, ganz konkret die Medien und die Informationsquellen zu hinterfragen, auf Seriosität und Qualität zu achten und auch mal Komplexität zu reduzieren.
Wichtig ist auch immer bei Herdenverhalten, eigene Markt- und Investmentanalysen durchzuführen.
Wir wissen ja: Influencer und vor allem Medien erzählen meistens nur dann etwas, wenn es richtig gut läuft. Und hier noch mal kritisch zu hinterfragen und zu wissen: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Wirklich auch proaktive Entscheidungen zu treffen und immer die Verantwortung für den eigenen Finanzerfolg in der Hand zu behalten.
Klar, manche sagen sich: „Na gut, dann sitze ich lieber im gleichen Boot und gehe dann irgendwie gemeinsam unter mit den anderen.“ Es ist auch mal schön, irgendwie die Verantwortung abzugeben.
Auf der anderen Seite ist das Gefühl der Reue und dieses Gefühl des Kontrollverlusts dann teilweise wirklich belastender, als einmal der Angst irgendwie standzuhalten.
Also lassen Sie sich da auch vor allem nicht ihre Coolness und Gelassenheit klauen, die sie haben.
Noch mal so an die Hörer gerichtet: Insbesondere immer auch den Abgleich vornehmen der Investition mit den langfristigen Zielen. Nicht nach Plausibilität oder „das klingt gut“ entscheiden, sondern wirklich datenbasiert Entscheidungen treffen gemäß der eigenen Strategien.
Was vielleicht auch noch hilft, sind Gedanken, die man sich in dem Moment wirklich sagen kann, wie zum Beispiel: „Es gibt immer wieder Chancen im Markt.“
Aber dann nicht allein auf dieser gedanklichen Ebene bleiben, sondern sich wirklich zu überlegen: Was sind denn konkrete Alternativ-Investments? Und was sind konkrete alternative Renditeaussichten, die ich dann habe?
Dem Kopf auch wirklich eine berechtigte Grundlage zu geben, dass es hier auch mal total Sinn macht, etwas ziehen zu lassen und eben nicht noch die überkauften Aktien unbedingt haben zu wollen.
Umgang mit Verlustangst
Julia: Du hattest ja direkt schon gefragt, wie das aussieht mit der Angst vor Verlusten. Das würde ich dann direkt auch gleich mal mit beantworten.
Grundsätzlich klar: Verluste gehören zum Finanzmarkthandel dazu. Ich glaube, das ist jedem klar. Daher lohnt es sich auch, einfach so früh wie möglich eine schnelle Verlustakzeptanz aufzubauen und sich vor allem auch immer über seine Kontrollmöglichkeiten bewusst zu sein.
Um eben die Erfahrung zu machen: Verluste sind händelbar und die Angst geht dann auch wieder zurück.
Das macht man natürlich in erster Linie in Form von Risikomanagement und Money Management.
Klar, Verluste gehören dazu. Es gibt allerdings zwei Arten von Verlusten, die besonders kritisch sind und wo wir dann doch nicht irgendwie locker mit umgehen können, wo die Angst dann doch manchmal steigt und wir es teilweise auch körperlich merken und uns der Hals zuschnürt.
Das ist einmal die myopische Verlustaversion. Also diese kurzfristig extreme Angst, dass man so kurzsichtig wird, kurzfristig evaluiert und diesen Blick für den Gesamtkontext und für die langfristigen Entwicklungen komplett verliert.
Und natürlich: Umso länger und drastischer die Verluststrecken sind, in denen man sich befindet, umso mehr steigt dann irgendwann auch die Angst.
Als Allererstes ist wichtig, eine funktionierende und bewährte Handelsstrategie zu haben. Denn ansonsten kann die Angst auch gerechtfertigt sein. Das ist erstmal wichtig auszuschließen und darüber Strategievertrauen und auch Selbstvertrauen aufzubauen.
Wichtig natürlich, das Risikomanagement vernünftig abzusichern. Und das wirklich dezidiert. Nicht nur zu sagen: „Ja, ja, klar, Risikomanagement.“
Das bedeutet also nicht einfach, dass ich nicht so viel einsetze oder so, sondern sich wirklich konkret mal aufzuschreiben: Was ist mein maximaler Verlust pro Trade? Wann passe ich wie meine Positionsgrößen an? Was sind meine Wochen- und Verlustlimits?
So, dass es für uns psychologisch gut aushaltbar ist. Dass man die Schmerzgrenze nicht überreizt, sondern dass selbst wenn man diesen Verlust verzeichnet, es immer noch okay ist.
Dann braucht man eigentlich ja auch gar keine Angst haben.
Was auch sinnvoll ist, ist, sich einmal mit der Wahrscheinlichkeit auseinanderzusetzen. Beispielsweise: Wie viele Verlierer-Trades hintereinander sind strategiegemäß normal und realistisch?
Wenn ich zum Beispiel nicht weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, sechs Verlierer-Trades hintereinander zu haben, 29 Prozent beträgt, dann werde ich natürlich nervös und versuche irgendwie zu handeln, komme in Aktionismus.
Was Angst mit unseren Entscheidungen macht
Julia: Angst führt letztendlich zu drei Problemen.
Wir bekommen einen Tunnelblick. Alles ist irgendwie negativ verzerrt. Wir sehen nur noch die Gefahr und denken in Extremen. Wir haben keinen realistischen Blick mehr auf das große Ganze. Es ist alles angstbedingt negativ gefärbt.
Man verliert wirklich in der Emotion seine Intelligenz.
Das hat aber eben auch Vorteile, wenn man sich das mal so bewusst macht. Denn man kann sich überlegen: So wie ich jetzt hier negativ denke, das, was ich mir jetzt gerade ausmale, so schlimm wird es wahrscheinlich doch gar nicht eintreten.
So schlimm wird es gar nicht sein. So wahrscheinlich ist es gar nicht. Denn meine Gedanken lassen mich das Ganze vielleicht negativ betrachten.
Was habe ich noch in der Hand? Was kann ich noch machen?
Sich immer die Kontrollmöglichkeiten bewusst zu machen, also die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Das arbeite ich auch immer wieder mit meinen Tradern und Investoren. Immer wieder die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, was man in der Hand hat.
Die Strategieumsetzung hat man in der Hand. Man hat in der Hand, den Einstieg richtig zu wählen. Man hat in der Hand, den Trade zu managen. Beim laufenden Trade hat man auch in der Hand, die Ausstiege vernünftig zu planen.
Darauf den Fokus zu legen. Das sind so viele Dinge, die man eigentlich in der Hand hat, die erfolgsförderlich sind, die man in dem Moment vergisst.
Das vorher wirklich bewusst zu machen, aufzuschreiben, sich ein Poster zu schreiben, sich das hinzuhängen – was auch immer da die größte Wirkung für einen hat – ist auf jeden Fall sinnvoll, um wieder aus diesem Tunnelblick herauszukommen.
In dem Moment auch einfach mal tief durchzuatmen. Durch diese Angstreaktion werden wir unglaublich kurzatmig. Das heißt, unser Gehirn wird auch gar nicht mehr richtig mit Sauerstoff versorgt. Das ist natürlich auch dann schwierig, rational zu denken.
Das heißt, einfach mal wieder tief durchzuatmen und sich vor allem auch selbst ein bisschen zu beruhigen.
Man kann sich Sätze sagen wie zum Beispiel: „Eine Emotion, nicht mehr und nicht weniger.“ Oder: „Es ist ein Verlust, nicht mehr und nicht weniger.“
Aber da braucht jeder auch seine individuellen hilfreichen Gedanken. Das ist ganz individuell. Bei dem einen hilft der eine Gedanke überhaupt nicht und bei dem anderen ändert es sofort den Blick.
Man kann es auch einfach mal aussprechen. Sich noch mal zu sagen: „Ja, hey, ich habe gerade echt Angst.“ Natürlich, wer will denn Verluste machen? Das schmerzt uns alle.
Vor allem nicht nur gefühlt, sondern es löst ja auch wirklich im Gehirn eine Angstreaktion aus. Geld hat, dadurch dass wir damit aufwachsen und dadurch, dass es ein sekundärer Verstärker ist, eine große Bedeutung für uns.
Wir haben damit Zugang dazu, unsere Träume zu erfüllen und am sozialen Leben teilzuhaben. Dadurch löst Geldverlust eben auch einen realen Schmerz aus.
Wichtig ist zwar, nicht aus der Emotion zu entscheiden, aber auf jeden Fall zu entscheiden.
Wenn wir gerade zu diesen Extremen denken, dieses Entweder-oder – „Jetzt, oh Gott, jetzt verliere ich alles“ – dann kann man auch versuchen, Teilausstiege anzuwenden.
Man kann immer noch einen Teil laufen lassen und schauen. Aber dann hat man zumindest schon mal einen Teil für sich gesichert und kann diese Emotion damit wieder ein bisschen herunterfahren.
Was ich auch immer empfehle oder was ich auch im Coaching anwende, sind Gedankenstopp-Techniken, Glaubenssätze zu hinterfragen und auch mal einen Realitätscheck zu machen.
Ist es jetzt wirklich gerechtfertigt, dass man zwei Stunden lang nicht einschlafen kann, nur weil man Angst hat, einen Gewinn von effektiv sechs Euro zu verpassen?
Das genau zu hinterfragen: Wann lohnt es sich eigentlich wirklich, Angst zu haben, und wann nicht? Und wie viel bin ich auch bereit, da emotional reinzugeben?
Also da mal die Bedeutung für sich geradezurücken.
Mentaltraining und Visualisierung
Julia: Grundsätzlich ist es aber so: Es braucht manchmal auch Zeit. Wir müssen unser Gehirn auch an diese Angstreaktion ein bisschen gewöhnen.
Mentaltraining hilft da. Sich vorher quasi mit Hypnosetechniken oder auch Visualisierungsübungen einmal zu durchdenken, wie man es dann schafft, in der Situation mental stark und ruhig zu bleiben.
Das ist genau das, was Leistungssportler letztendlich auch vor Wettkämpfen machen, wenn sie Angst haben zu versagen.
Da dann auch einmal vorher sich zu überlegen, wie man diese erfolgreiche Bewältigung im Gehirn sozusagen verankert. Denn dann gelingt es uns auch in den Momenten, darauf besser zurückzugreifen.
Selbstüberschätzung und die Bedeutung des Austauschs
Julius: Ich kenne ja auch so ein paar Trader. Und ich glaube, bei denen ist oft so ein bisschen das Problem, dass die auch alleine zu Hause sitzen und irgendwie gerne mit jemandem sprechen würden.
Oftmals ist es halt auch so, dass man sich dann ein bisschen selbst überschätzt, weil man nicht so diese Reflektion von anderen hat, die einem vielleicht auch mal einen Hinweis geben: „Hast du da irgendwie einen Tipp?“
Also wie erkennt man das, dass man sich vielleicht so ein bisschen selbst überschätzt, und was tut man dagegen?
Julia: Du hast es ja gerade auch schon angesprochen: dieser Austausch mit anderen, um einmal die Perspektive zu wechseln und auch mal von Gegenargumenten zu profitieren, um wirklich frühzeitig zu erkennen, wenn man sich da in übersichere Vorstellungen verrennt.
Das ist auf jeden Fall etwas, was ich auch immer mit an die Hand gebe. Einfach dieses Vier-Augen-Prinzip als Qualitätscheck. Das einfach mal zu besprechen. Denn ansonsten können wir es ja nicht korrigieren, wenn es nur in unserem Kopf bleibt.
Das ist tatsächlich die Frage: Woran erkennt man es, dass man sich selbst überschätzt? Das ist gar nicht so einfach.
Woran erkennt man seine blinden Flecken und seine Betriebsblindheit? Das ist ja eben der Knackpunkt daran, dass wir dann die Scheuklappen aufhaben und nicht sehen, was rechts und links passiert.
Viele erkennen es eben erst dann, wenn es zu spät ist, also am Verlust – oder auch gar nicht.
Das ist auch oft ein Hindernis, überhaupt ins Trading zu kommen, weil dann lieber Ursachen im Markt gesucht werden oder man die Strategie verteufelt oder geopolitische Situationen dafür ursächlich sind.
Man kann es aber erkennen. Es gibt Erkennungsmerkmale, es gibt Anzeichen im Verhalten.
Und zwar, wenn man anfängt, leichtsinnig zu werden und seine Analysen abkürzt. Man denkt: „Ach, das reicht schon.“ Oder widersprüchliche Daten ignoriert.
Man sagt sich dann: „Na ja, die haben ja beim letzten Mal auch keinen Mehrwert gegeben. Die sollte ich vielleicht sowieso mal über Bord werfen, den einen oder anderen Indikator.“
Oder: „Die Finanzexperten, was wissen die schon?“
Man fängt an, ein bisschen überheblich zu werden und bekommt ein übermäßiges Kontrollgefühl, dass man die eigenen Kursentwicklungen und Zukunftsentwicklungen in der Hand hat.
Genau: Diese übersteigerte Sicherheit in Prognosen – das Thema Overconfidence.
Man bekommt plötzlich so überpositive Gedanken und fühlt sich irgendwie als „Wolf of Wall Street“.
Wenn man sich zu sicher ist, kann das schon irgendwas nicht stimmen. Sicherheit ist etwas, das wir an den Finanzmärkten nicht immer finden.
Rückschaufehler und vermeintliche Prognosefähigkeit
Julia: Manchmal ist es aber auch einfach eine Erinnerungsverzerrung, der sogenannte Rückschaufehler, Hindsight Bias.
Das heißt, dass man eine angenommene Vorhersagbarkeit für zukünftige Ereignisse hat und sich dann sagt: „Wenn etwas passiert, ach, das habe ich doch gewusst.“
Dieser Irrglaube, den man dann hat, liegt manchmal einfach daran, weil man gar nicht immer wirklich kontrolliert, ob die Ideen, die man so hatte, die Marktentwicklungen und die Hypothesen, die man so hatte, ob die eigentlich wirklich eingetreten sind oder nicht.
Also hier kann ich auf jeden Fall empfehlen, sich das Ganze mal wirklich aufzuschreiben.
Wirklich zu überlegen: Was denke ich denn, was passiert? Was würde gemäß meiner Handelsstrategie passieren? Und was ist dann tatsächlich passiert?
Das mal über eine Zeit lang zu machen und dann wirklich diese Vorhersagefähigkeit, die vermeintliche, auf Herz und Nieren zu prüfen.
Mal wirklich zu gucken: Habe ich denn wirklich dieses Bauchgefühl für den Markt oder hatte ich das nur, weil ich mich nur an die erfolgreichen Prognosen erinnert habe?
Wenn man das Ganze mal aufschreibt, kann man ja sehen, wie die Konstanz zwischen meiner vorhergesagten Gewinnwahrscheinlichkeit und dann der tatsächlichen ist.
So trivial das klingt, bei Überschätzung ist es eben auch wichtig, sich immer wieder mit den Risikosituationen und den Verlustfaktoren für den eigenen Investment-Case auseinanderzusetzen.
Ich mache oft die Übung mit meinen Coachees, sich mal wirklich aufzuschreiben: Was sind denn die kursbeeinflussenden Faktoren eigentlich? Was beeinflusst wirklich den Verlauf? Was gibt es wirklich für berechtigte Gründe für Unsicherheit?
Man kann sich auch immer wieder die eigenen Kriterien der Strategie, die objektiven Kriterien der Strategie, heranziehen und damit sein Vorgehen und seine Entscheidungen wirklich überprüfen.
Und sich auch mal mit den Biografien von echten Erfolgstradern beschäftigen, um sich so ein bisschen auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.
Denn viele davon haben aufgrund ihrer Selbstüberschätzung bittere Verluste eingefahren. Und die wissen eben: Der Markt interessiert sich nicht für irgendwelche subjektiven Glaskugeln und Hypothesen.
Da ist, glaube ich, etwas mehr Demut und lieber noch mal genauer hinzuschauen und wieder etwas defensiver zu sein, wenn man zu Selbstüberschätzung neigt, genau das Richtige.
Ankereffekte: Warum Einstiegskurse Entscheidungen beeinflussen
Julius: Jetzt gibt es ja verschiedene Ankerpunkte, zum Beispiel das Thema Einstiegskurse. Wie schaut es denn da aus? Welchen Einfluss haben solche Ankerpunkte auf die Entscheidungen von Tradern und wie verzerren diese dann auch die entsprechenden Entscheidungen?
Julia: Spannende Frage. In meinen Workshops lasse ich die Teilnehmer meistens immer schätzen. Und zwar stelle ich da immer die Frage: Was denken Sie denn, bei wie vielen Punkten steht der Dow Jones am Ende des Jahres?
Der steht aktuell bei 43.000 Punkten. Und die zweite Frage ist: Was denken Sie denn, um wie viel Prozent ist denn der Anstieg im nächsten Jahr? In diesem Jahr waren es ungefähr 14 Prozent.
Und was man dann immer sieht, ist, dass die Investoren dazu neigen, allgemeine Marktprognosen abzugeben, die ganz nah an diesen aktuellen Werten liegen.
Also sie sagen dann: „Na ja, 46.000.“ Und: „Okay, dieses Jahr waren es 14 Prozent, na ja, dann sind es nächstes Jahr 16 Prozent.“
Man neigt dazu, dann auch das aktuelle Renditeniveau als Vorhersagekriterium für den Prozentsatz im nächsten Jahr zu nehmen.
Das heißt, diese Prognosen sind eben immer beeinflusst durch Anker, anstatt dass wir eine absolute Schätzung auf der Grundlage beispielsweise historischer Standardabweichungen ganz rational vornehmen.
Julius: Und dann habe ich immer die Frage gestellt: Ja, wie soll man es denn dann machen? Es ist doch klar, dass wir uns irgendwie an den Werten orientieren müssen und davon Ableitungen treffen müssen.
Julia: Korrekt. Da gibt es aber ein großes Aber. Und es lautet: Sich nur darauf zu stützen, kann dann wiederum gefährlich sein.
Was eigentlich zählt, ist ja nicht der vorherige Preis, also der Einstiegspreis, wie du auch gerade schon gesagt hast, Julius, sondern der zukünftige Preis.
Wohin entwickelt sich denn der Preis? Das ist eigentlich der Maßstab, den wir nehmen sollten, wenn es darum geht, Renditen zu erzielen, wenn wir mehr aus unserem Investment herausholen wollen.
Bei vielen sieht man eben auch das Phänomen der Nullsummensucht. Das heißt, man hat diesen ursprünglichen Einkaufspreis, diesen ursprünglichen Wert des Kaufs, im Kopf und hat dann dieses psychologisch irrationale Entscheidungskriterium und sagt: „Nein, also ich verkaufe erst, wenn ich wieder – jetzt bei einem Wertabfall – dem ursprünglichen Einkaufspreis entspreche.“
„Ich will ja keinen Verlust machen.“
Dieses „Ich verkaufe erst bei Break-even“ ist auch ein ganz klassischer Ankereffekt oder für die Referenzpunktabhängigkeit.
Was können wir jetzt also tun?
Als Allererstes: sich bewusst zu werden über diese Anker und Referenzpunkte und sich zu fragen: Ist das denn wirklich der richtige Maßstab? Und führt der Anker eigentlich dazu, dass ich meine Strategie gar nicht mehr umsetze?
Also gar nicht mehr meinen rationalen Entscheidungskriterien folge. Denn wenn es heißt: Jetzt verkaufen, dann sollte ich auch verkaufen und eben nicht warten.
Und dann diese Anker mal zu korrigieren, also regelmäßig zu überprüfen und zu gucken: Welche anderen Vergleichswerte kann ich noch hinzuziehen?
Und sich vor allem auch wirklich realistische Zielpreise zu setzen, statt irgendwie an historischen Preisen festzuhalten, die vollkommen realitätsfern sind und vielleicht auch nie wieder erreicht werden.
Gewinne richtig mitnehmen
Julius: Jetzt nehmen wir mal an, man hätte sich als Trader an die eigenen Regeln gehalten, man hätte sich auch an deine Worte gehalten und hätte wirklich einen Gewinn erzielt.
Jetzt ist doch die Frage: Den Gewinn erstmal irgendwie zu erzielen, ist ja mal das eine. Aber wie kann ich denn dann mit dem Gewinn auch umgehen? Und auch da: Was gibt es da vielleicht für psychologische Fehler, die ich dann bei der Gewinnmitnahme machen kann?
Julia: Also grundsätzlich kann man zwei Fehler beobachten, beziehungsweise zwei Richtungen.
Das eine ist, Gewinne eben nicht mitzunehmen, zu lange zu warten und dann zum Beispiel aus Gier oder aus Hoffnung zu gucken, ob da noch was geht.
Oder die gegenteilige Tendenz: zu früh zu verkaufen, zu früh Gewinne mitzunehmen.
Hier kann vor allem auch die Prospect Theory von Kahneman und Tversky Erklärungen bieten. Das erklärt nämlich ganz gut, warum zum Beispiel der Effekt eintritt, dass wir Gewinner nicht laufen lassen.
Das hat damit zu tun, dass Menschen bevorzugen, lieber sofortige Gewinne zu bekommen. Das ist diese „Lieber haben als brauchen“-Mentalität, die vielleicht einige kennen.
Wir bevorzugen also die sofortige Belohnung, anstatt zu warten und Belohnungen aufzuschieben.
Wenn ich zum Beispiel die Frage stelle: „Möchtet ihr jetzt 100 Euro haben oder 150 Euro in einem Jahr? Was würdet ihr eher nehmen?“
Julius: Gut, jetzt habe ich es auch schon ein bisschen vorbereitet. Dann würde ich auf jeden Fall die 100 Euro sofort wählen. Das klingt irgendwie sehr verlockend.
Julia: Genau. Und das ist eben ein Beispiel für genau diesen Effekt, dass wir lieber Gewinne sofort mitnehmen.
Was uns dabei hilft, diese Gewinnmitnahme auch zu planen, ist vor allem, sich vorher wirklich Ziele zu setzen.
Verkaufsziele beispielsweise. Konkret zu wissen: Okay, bei einer Steigerung von 15 bis 20 Prozent ist dann Zeit für mich, die Gewinne auch mal mitzunehmen.
Und wirklich auch konkret zu planen, wofür.
Wenn es jetzt rein auf dieser gedanklichen Ebene bleibt, „Na ja, ich sollte ja mal wieder irgendwie verkaufen“, dann hat das nicht so den großen Effekt auf unser Verhalten. Dann macht man es eben doch nicht.
Und wenn man Gewinne verzeichnet hat, dann auf jeden Fall auch mal sich belohnen und stolz auf sich sein. Denn wie schon zu Beginn gesagt: Es ist keine Selbstverständlichkeit.
Wenn man irgendwie immer das Gefühl hat, nie genug zu bekommen, ist das auch einfach undankbar und macht irgendwie unzufrieden.
Aus Trading-Fehlern lernen
Julius: Leider kann man nicht immer von Gewinnen sprechen im Trading. Man macht natürlich auch – das haben wir ja auch schon einige Male besprochen – verschiedenste Fehler. Ich glaube, das gehört einfach dazu.
Da gibt es ja immer so dieses Wort: „Man bezahlt Lehrgeld.“ Ich glaube, das hat sich jeder schon mal damit versucht schönzureden.
Wie kann ich denn aus Trading-Fehlern lernen? Was kann ich da für Lehren ziehen? Und ich denke mal, wichtig dabei ist ja auch irgendwie Akzeptanz und Selbsterkenntnis.
Julia: Mhm, ja, da hast du schon zwei sehr förderliche Begriffe angesprochen.
Grundsätzlich macht es total Sinn, mal sein Trading, seinen Trading-Verlauf, seine Trades richtig zu dokumentieren. Und zwar inklusive der Psychologie dabei.
Denn nur dann hat man irgendwie auch die Chance, Verbindungen herzustellen zwischen meinen Gedanken, also zwischen dem, was da irgendwie zwischen den Ohren passiert beim Trading und vor und während der Handelsentscheidungen, und den Fehlern, die dann womöglich daraus resultiert sind.
Und das sollte man eben nicht nur möglichst zeitnah danach machen, sondern auch am besten schon in dem Moment. Sonst vergessen wir auch einfach die Gedanken und die Gefühle.
Umso früher man das dokumentiert, umso aussagekräftiger sind dann auch die Informationen, die man über sich selbst bekommt. Und umso besser kann man dann auch seine Trading-Fehler reflektieren.
Sinnvoll ist auch, sich mal Reflexionsfragen zu überlegen, also das mal ganz strukturiert zu machen.
Beispielsweise kann man sich fragen: Wie war denn meine konsequente Zieleinhaltung von Teilausstiegen? Was lief denn psychologisch nicht gut? Bin ich vielleicht wegen Ungeduld zu früh eingestiegen?
Was habe ich aus meinem Handelstag gelernt? Was habe ich auch schon gut gemacht? Und was will ich fürs nächste Mal besser machen?
Was setze ich mir dann ganz konkret als Ziel, bevor ich mich das nächste Mal an den Rechner setze und handle?
Das sind wirklich strukturierte Fragen, wie man so eine Reflexion auch machen kann.
Ursachen für Trading-Erfolge und Misserfolge
Julia: Der zweite wichtige Aspekt ist, wie man auch gute Lehren aus seinen Trading-Fehlern zieht. Es ist auch mal zu hinterfragen, welche Ursachen man sich eigentlich überlegt, um seine Trading-Erfolge oder auch Misserfolge zu erklären.
Diese Ursachenzuschreibung, wie man das in der Psychologie nennt, einmal zu hinterfragen.
Welchen Erklärungsstil habe ich eigentlich, wenn es gut lief oder wenn es nicht gut lief?
Da gibt es zwei Tendenzen. Man kann entweder das Ganze auf externe Ursachen verschieben, also den Markt dafür verantwortlich machen oder andere Dinge, die jetzt nicht funktioniert haben.
Oder man kann eben auch in die andere Richtung abdriften und sich für alles an den Pranger stellen.
Je nachdem, wie man das Ganze reflektiert, hat das natürlich auch Einfluss auf das Selbstvertrauen und auf die Emotionen, die daraus entstehen.
Da einmal zu schauen, dass ich weder in so eine unbeteiligte Rolle verfalle und denke: „Na ja, da kann ich ja sowieso nichts machen. Im Finanzmarkthandel ist ja alles ganz unsicher und unkontrollierbar.“
Aber auch sich nicht irgendwie selbstdestruktiv runterzumachen, wenn es mal nicht geklappt hat.
Ich glaube, da ist es wichtig, eine gute Balance zu finden und genau zu schauen: Was kann ich kontrollieren und was lag einfach auch nicht in meiner Hand?
Denn im Trading oder auch beim Investieren können wir alles richtig machen und trotzdem Verluste dafür bekommen. Dafür gibt es einfach zu viele Faktoren, die so ein Ergebnis und so einen Trade beeinflussen können.
Das ist leider nicht immer in einfachen Wenn-dann-Beziehungen erklärbar.
Erfolg nicht an einzelnen Trades messen
Julia: Was man auch noch beachten kann, ist zu schauen: Woran bewerte ich eigentlich meinen Erfolg?
Also sich zum Beispiel nicht von singulären Ergebnissen abhängig zu machen. Keine Einzeltrade-Bewertung, sondern lieber mal in Blöcken zu gucken und sich das Ganze im Verhältnis anzuschauen.
Von 40 Trades, von 40 Käufen: Wie viele liefen denn da gut?
Wenn man da ein gutes Verhältnis hat, was seiner Trefferquote entspricht und dem, was man auch realistischerweise erwarten kann, dann hat es eine ganz andere emotionale Qualität, als wenn man sich nur auf Einzelergebnisse konzentriert.
Denn dann haben wir nur zwei emotionale Richtungen: Entweder freuen wir uns, es ist ein Gewinn, oder wir haben Angst und ärgern uns und es geht uns nicht gut, wenn es ein Verlust ist.
Davon kann man sich aber freimachen. Das hilft dann auch, weniger emotional zu sein.
Und vielleicht auch noch mal das Wort „Fehler“ umzuformulieren und zu sagen – das findet man auch bei Profit-Tradern –: „Ein Fehler ist für mich immer eine Lernchance, immer eine Möglichkeit, mich zu verbessern.“
„Ein Glück habe ich den Fehler jetzt gemacht. Gut ist: Jetzt kann ich daraus lernen und dann passiert es mir nicht noch mal.“
Was bringt ein Coaching für Trader?
Julius: Absolut. Jetzt hast du es ja schon angesprochen: Du gibst Coachings. Das wird mich jetzt auch noch mal sehr interessieren.
Jetzt ist man irgendwie als Trader an einem Punkt und sagt: „So ein Coaching könnte nicht schaden.“ Wie schaut das da aus? Und welche Erfolge erzielst du dann zusammen mit deinen Tradern, die du coachst? Was bewirkt das Ganze?
Julia: Am Ende stehen immer sowohl finanzielle als auch mentale Erfolge. Die konkreten Ziele und dann eben auch, wie wir diese Zielerreichung messen, legen wir gleich zu Beginn fest.
Denn klar, das ist natürlich wichtig, auch Kennzahlen zu haben. Woran können wir den ROI, also die Rentabilität der Investition, die man in seine eigene Psychologie tätigt, messen und quantifizieren?
Oft sind so Kennzahlen das, was ich mit Tradern erreiche: dass sich das Profit-and-Loss-Verhältnis verbessert, dass beispielsweise auch die Verluste durch psychologische Fehler zurückgegangen sind.
Ich hatte zuletzt einen Coach, der Optionshändler ist. Der hatte einen Kapitaleinsatz von 200.000 Euro im Monat. Und wir haben es eben geschafft, durch weniger emotionale Fehlentscheidungen seine Verluste von 3 Prozent auf 1 Prozent zu reduzieren.
Das hat dann am Ende 4.000 Euro im Monat mehr ausgemacht. Also es hat sich schon echt gelohnt.
Man sieht wirklich: Der Cashflow verbessert sich und die Leute jagen weniger Verluste und gewinnen hinterher.
Und genau dieser übermäßige Handel, den sie dann eben vermeiden, weil sie sich zum Beispiel besser und disziplinierter verhalten, der macht sich dann auch wirklich finanziell bemerkbar.
Was Studien über Tradingpsychologie zeigen
Julia: Neben den eigenen Erfahrungen aus meiner Arbeit mit Tradern gibt es aber auch Studien, die das Ganze belegen, dass Tradingpsychologie-Trainings und Coachings auch wirklich Erfolge beziehungsweise Effekte bringen.
Die meisten Studien kommen aus Amerika, weil da eben sowohl Profis als auch wirklich nebenberufliche Trader gefühlt alle einen Trading-Coach an der Hand haben oder einen tradingpsychologischen Coach, den sie immer mal wieder zurate ziehen.
Hier sieht man ganz klar, dass sich durch verbessertes Emotions- und Selbstmanagement die risikoadjustierten Renditen verbessern, die konstante Profitabilität gesteigert wird und Verlustserien seltener und wenn dann auch mit weniger extremen Drawdowns verbunden sind.
Auch emotionale Stabilität und subjektive Zufriedenheit sind Ergebnisse.
Auf der mentalen Ebene erzählen mir viele von mehr Gelassenheit und Entspanntheit. Sie werden emotional ausgeglichener und können das Ganze einfach mal mit mehr emotionaler Distanz betrachten.
Man sieht es oft daran, dass sie sich dann weniger ärgern. Viele berichten auch, dass es sie einfach nicht mehr so runterzieht, wenn sie mal eine schlechte Handelswoche hatten.
Man merkt es teilweise auch im Alltag. Sie berichten dann, dass sie weniger gereizt und weniger gestresst sind. Teilweise wird auch der Schlaf besser.
Für viele ist es so ein Befreiungsschlag, dass ihre Psychologie nicht mehr über ihre Erfolge entscheidet und die Intensität dieser quälenden Emotion einfach abgeschwächt wird und das Ganze kontrollierbar wird.
Und das ist auch so wichtig. Denn wenn wir ständig diese psychologischen Kriegsschauplätze haben, dann klaut uns das wirklich wertvolle Energie, die wir brauchen, um uns auf wesentliche Handelsentscheidungen und Analysen zu konzentrieren.
Dieses ständige Gedankenkreisen, dieses ständige Nachkontrollieren im Depot – das lenkt uns wirklich vom Wesentlichen ab. Und das muss einfach auch nicht sein.
So bekommen dann die meisten Trader und Investoren wirklich endlich eine Antwort auf ihre quälende Frage: Warum haben sie Zeit und Geld und Energie in Wissensaufbau, Strategieaufbau und Technologie investiert und schaffen es dann doch nicht, ihre goldenen Regeln einzuhalten?
Wie läuft ein Trading-Coaching ab?
Julius: Okay, ja, das ist sehr interessant. Vor allem auch das Beispiel, das du genannt hast mit dem sehr professionellen Trader. Da geht es ja auch definitiv um riesige Summen.
Deswegen würde mich jetzt auch noch mal interessieren: So ein Coaching von dir – wie könnte beispielhaft gesprochen so ein Ablauf ausschauen und was könnten das konkret für Inhalte sein? Wie darf ich mir das vorstellen?
Julia: Also als Allererstes gibt es immer ein Erstgespräch, um einfach auch zu schauen, ob es für beide Seiten passt.
Dann mache ich meistens beziehungsweise immer eine umfassende Diagnostik. Ich habe da verschiedene Fragebögen, die ich anwende. Ich habe verschiedene Interviewfragen, die der Trader dann ausfüllt und bearbeitet.
Damit wir genau schauen: Wo sind eigentlich die tradingpsychologischen Probleme hinter den Verlusten? Was ist der Grund, warum sie hinter ihren Möglichkeiten bleiben, die sie haben könnten?
Dann legen wir ganz konkrete Ziele fest, an welchen Themen wir arbeiten wollen.
Wir vereinbaren dann die Rahmenbedingungen, also Zeitraum und auch den Rhythmus. Das ist ganz flexibel und individuell vereinbar.
Eine Sitzung geht dann meistens eine bis anderthalb Stunden.
Hier arbeite ich mit vielen konkreten Coaching-Fragen zur Reflexion. Es gibt Übungen und Techniken, die ich einsetze. Wir besprechen wirklich die psychologischen Strategien, die man dann gemeinsam in den Sitzungen aufbaut.
Ich stelle auch viel Material zur Verfügung, zum Beispiel Links zu passenden Entspannungsübungen, Selbsthypnose-Übungen und Reflexionsfragen, mit denen man sich dann auch noch mal selbst beschäftigen kann.
Und am Ende machen wir immer noch eine Reflexion der Erfolge.
Die Coachees gehen dann mit einem Koffer voll an persönlichen Strategien gegen emotionale und kognitive Fallstricke raus.
Sie haben sich verbessert im Emotions- und Selbstmanagement. Sie haben vor allem viel über sich selbst gelernt, also Selbstkenntnis gewonnen.
Wir arbeiten an der richtigen Zielsetzung und Motivation, die auch wirklich langfristig dazu führt, dass man dabei bleibt – auch in kritischen Phasen, wenn es mal wirklich schwierig wird.
Die einen trotzdem immer daran erinnert, warum es sich lohnt, jetzt dranzubleiben.
Und wir bauen auch gute Gewohnheiten und Trading-Routinen auf: die richtige mentale Vorbereitung, die richtige Erfolgsmessung – alles, was hilft, weniger emotional, rationaler zu traden und disziplinierter zu sein.
Wann ist ein Coaching sinnvoll?
Julia: Ich glaube, wichtig ist, dass man nicht zu spät kommt. Denn viele kommen eben, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.
Entweder irgendwie monetär, weil man zuletzt wirklich einen hohen siebenstelligen Verlust eingefahren hat. Einfach, weil man erst irgendwie angefangen hat, ohne richtige Strategie zu traden, dann die Risiken unterschätzt hat, vollkommen überhebelt hat und irgendwann das komplett vermieden hat, in sein Konto zu schauen, weil es einfach viel zu schmerzvoll war.
Was natürlich dann ja noch schlimmer war.
Manche kommen aber eben auch einfach aus mentalen Gründen, weil sie sich ihr Selbstvertrauen kaputtgetradet haben, wenn man so will.
Dieser jahrelange emotionale Druck, diese emotionale Achterbahn – an einem Tag 10 Prozent Gewinne, dann am nächsten Tag 20 Prozent Verlust – und diese Ups and Downs sind einfach auf Dauer echt belastend.
Ich sitze dann meistens da, wo Bücher, Podcasts und YouTube-Videos einfach auch nicht mehr helfen können, weil sie letztendlich keine individuellen Fragen beantworten können.
Oder eben auch vielleicht andere Berater, Finanzcoaches ohne psychologische Ausbildung, die dann irgendwann an ihre Grenzen kommen. Das ist ja auch gar nicht deren Schwerpunkt.
Die konzentrieren sich eher auf die technisch-fachlichen Anliegen und nicht auf die psychologischen. Dafür gibt es eben auch psychologische Experten.
Oder wenn man einfach mal einen neutralen Berater haben möchte, also jemanden, mit dem man mal wirklich objektiv sprechen kann, der unbeteiligt ist.
Partner, Freunde oder der Börsenstammtisch sind nicht immer die besten Berater.
Oder wenn man einfach mal den Wunsch hat, die Dinge nicht mit sich alleine ausmachen zu müssen.
Tradingpsychologie bei Frauen und Männern
Julius: Super, vielen Dank auch für den Einblick in deine Arbeit und dein Tun. Das fand ich sehr spannend.
Wir werden auf jeden Fall in unseren Shownotes verlinken, wie sich Zuhörer an dich wenden können beziehungsweise wie sie zu deinen Inhalten gelangen können, so als erste Hilfestellung.
Und jetzt ist mir abschließend noch eine Frage eingefallen. Wir hatten das schon mal in einem anderen Podcast so ein bisschen thematisiert, und zwar diesen Unterschied im Trading hinsichtlich des Trading-Erfolgs oder Trading-Verhaltens.
Ganz klassisch zwischen Frauen und Männern. Da galt irgendwie mal die These, dass Frauen langfristig nachhaltiger erfolgreicher investieren, weil Frauen vielleicht nicht immer so auf Teufel komm raus an die Sache rangehen, sondern vielleicht vorsichtiger, vielleicht überlegter sind, sich vielleicht vorher gründlicher einlesen, um nicht so den Sprung ins kalte Wasser zu wagen, was im Trading vielleicht nicht immer das Klügste ist.
Da gibt es natürlich geteilte Meinungen dazu. Vielleicht kannst du auch da was zu sagen. Vielleicht hast du auch da irgendwie einen Eindruck gewinnen können bei deiner Arbeit, wie da so die Unterschiede sind.
Julia: Ja, das kann ich auch noch mal kurz mit beantworten.
Grundsätzlich weiß man aus Studien auch neurowissenschaftlich belegt, dass Frauen grundsätzlich eher risikoavers sind. Also die Risikobereitschaft ist nicht so hoch.
Sie brauchen also ein bisschen mehr Anlauf und manchmal ein bisschen mehr Mut zugesprochen. Sie sind da vielleicht auch noch mal etwas genauer und vorsichtiger als Männer.
Auf der anderen Seite sieht man aber, dass Frauen meist eine etwas höhere Fähigkeit haben, ihre Emotionen rechtzeitig zu bemerken und adäquat auch zu regulieren, also richtig zu managen.
Man bezeichnet das mit dem Begriff emotionale Intelligenz. Es gibt Studien, die sagen, Frauen sind emotional intelligenter als Männer. Und das kommt natürlich im Trading insbesondere zugute.
Auf der anderen Seite kann man sagen: Es ist so ein bisschen ausbalanciert.
Frauen sind ja auch evolutionär bedingt eher so ein bisschen die Sammler und sorgen eher dafür, dass das immer ausreichend da ist und passen auch auf.
Und die Männer sind vielleicht eher so ein bisschen die Jäger und wollen dann eben Gewinne erzielen und sind deswegen auch risikobereiter und bringen sich dann manchmal in Gefahr.
Ich denke, sinnvoll ist, wenn beide voneinander profitieren. Ich glaube, es macht total Sinn, wenn man so ein Trading-Investment-Tandem bildet und sich austauscht und gegenseitig von seinen Stärken profitiert und sich gegenseitig unterstützt.
Die Hindernisse, die man so hat, quasi zu umgehen.
Das ist, glaube ich, so die zusammengefasste Version aus den Unterschieden zwischen Frauen und Männern. Da gibt es noch mehr.
Julius: Ja, du hast ja auch schon ein, zwei Sachen angesprochen.
Julia: Genau, die stimmen so und die kann ich auch aus meiner eigenen Arbeit bestätigen.
Julius: Ich glaube, besser oder schlechter, das ist nicht die Frage. Sondern bezogen auf den eigenen Handelsstil, auf das eigene Investmentprodukt gibt es glaube ich Vor- und Nachteile, die Männer und Frauen jeweils mitbringen.
Julia: Ja, aber es ist alles auch im umgekehrten Fall zu finden. Also wirklich nur allgemeine Tendenzen, die man beobachten kann.
Man sieht aber auch Beispiele für genau die umgekehrte Tendenz, also dass Männer eher zurückhaltender und vorsichtiger sind und Frauen eher etwas aggressiver entscheiden.
Alles ist möglich.
Tradingpsychologie betrifft nicht nur Trader
Julius: Das war total interessant. Und ich glaube, dass diese ganzen Themen wirklich einen gigantischen Umfang haben und auch wirklich super wichtig sind.
Und ich glaube, das spricht auch nicht nur Trader an, die sehr hochfrequent handeln, sondern das kann genauso auch Anleger ansprechen, die vielleicht dreimal im Jahr eine Aktie kaufen oder vielleicht das erste Mal einen Sparplan haben.
Und dann trotzdem so ein bisschen vielleicht das Thema Angst kommt, wenn die Märkte fallen, so wie jetzt vor einigen Jahren, Corona bricht aus oder solche Geschichten. „Bin ich mein Geld los?“
Ich glaube, das ist irgendwie für jeden eigentlich total interessant.
Blogartikel und Webinar mit Julia Tiele
Julius: In diesem Sinne möchte ich mich, Julia, bei dir ganz, ganz herzlich bedanken für deine Zeit und dein geteiltes Fachwissen.
Julia: Ja, vielleicht kann man eines noch sagen: Wir haben auch zusammen zwei weitere Dinge geplant.
Einerseits möchten wir noch gerne mit deiner Hilfe einen Blogartikel veröffentlichen, der sicherlich auch noch mal viele spannende Inhalte bereithält und auch noch mal wirklich als Stütze dienen kann.
Und andererseits – da werden wir auch noch darüber informieren, wann das sein wird und in welchem Rahmen – möchten wir auch gerne noch gemeinsam ein Webinar abhalten, um auch noch mal auf Themen wie die heute angesprochenen eingehen zu können.
Julius: Genau, da freue ich mich auch schon sehr drauf. Da haben wir noch zwei coole Projekte in diesem Jahr geplant, immer mit dem Ziel, möglichst viel Mehrwert auch für Trader und Investoren und für eure Kunden zu bieten.
Julia: Genau, da freue ich mich schon drauf, wenn ich deinen Beitrag noch leisten kann.
Und wenn darüber hinaus jetzt auch noch Fragen entstanden sind und das bis zum Webinar-Termin nicht ausreicht zu warten, dann sind alle Hörer auch ganz herzlich eingeladen, sich einfach bei mir zu melden.
Du hast es schon gesagt: In den Shownotes seht ihr den Link zu meiner Webseite. Da findet ihr auch die Kontaktdaten. Meldet euch gern bei mir.
Ihr könnt auch einen Termin zum Erstgespräch buchen, um das Ganze einfach mal auszuprobieren. Ihr könnt euch auch für das Trainingsprogramm vormerken lassen.
Dort erhaltet ihr dann Informationen zum genauen Start im nächsten Jahr, zum Investment und auch zu den konkreten Inhalten per Mail von mir.
Verabschiedung
Michael: Jawohl. In diesem Sinne, liebe Julia, ich danke dir ganz herzlich.
Julia: Danke. Tschüss und bis bald!
Michael: Ja, bis bald und tschüss.
justTRADE. So einfach geht Investieren.

Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Kapitalanlagen unterliegen Wertschwankungen und allgemeinen Kapitalmarktrisiken. Der Wert einer Anlage kann steigen oder fallen; Verluste bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals sind möglich.