Börsentalk #54 - Geldmarkt-ETF - Overnight-ETF - Zinsen smart nutzen – mit DWS Xtrackers
In der 54. Folge des Börsentalk begrüßen Michael und Nina die Sales-Spezialistin Begüm Sapancilar von DWS Xtrackers. Gemeinsam tauchen sie tief in die Welt der Geldmarkt-ETFs – auch bekannt als Overnight-ETFs – ein und erklären, wie diese Produkte funktionieren, worin sie investieren und welche Vor- und Nachteile sie bieten.
Begüm erläutert praxisnah die Unterschiede zwischen direkter und indirekter Replikation, erklärt das Zinsänderungs- und Währungsrisiko und zeigt, wie Privatanleger Zugang zu einem Marktsegment bekommen, das normalerweise institutionellen Investoren vorbehalten ist.
Außerdem gibt es spannende Einblicke in Laufzeiten-ETFs als flexible Alternative zum Festgeld, Tipps zur Auswahl des passenden Produkts und Hinweise auf eine aktuelle Aktion bei justTRADE, mit der Anleger bis Ende September kostenfrei in ausgewählte ETFs investieren können.
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Michael: Ja, Podcast-Folge 54, heute mal wieder mit Gast. Aber hallo erstmal zu dir, Nina.
Nina: Hallo Michael, ich freue mich auf eine neue Folge.
Michael: Ja, heute haben wir ja mal wieder einen Gast, und zwar die Begüm Sapancilar. Die ist Sales-Spezialistin bei der DWS bei Xtrackers. Hallo Begüm!
Begüm: Hallo Michael, hallo Nina und natürlich auch hallo an alle, die zuhören. Ich freue mich, dabei zu sein. Vielen Dank für die Einladung.
Michael: Wir haben ja ein spannendes Thema heute, weil wir ja eine Aktion haben mit – wir nennen sie Geldmarkt-ETFs oder auch Tagesgeld-ETFs im allgemeinen Sprachgebrauch, aber in Wahrheit reden wir ja über Overnight-ETFs, die im Gegensatz zu Geldmarktfonds oder Tagesgeldkonten nicht der EU-Verordnung 2017/1131 unterliegen.
Also, da gibt's so Regularien, ne? Über das sprechen wir heute. Aber bevor wir das tun, wäre es vielleicht ganz cool, wenn du dich einmal ganz kurz vorstellst und auch ein bisschen was zu DWS erzählst.
Begüm: Na klar, sehr, sehr gerne. Ich heiße Begüm Sapancilar und arbeite im Vertrieb von Xtrackers. Konkret betreue ich hier die digitalen Vertriebskanäle, wie zum Beispiel Direktbanken und Neobroker.
Vielleicht zu Beginn: Mein Weg in die Finanzwelt begann nämlich mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium. Danach ging es über verschiedene Stationen im Asset Management, dann auch in die Welt der ETFs, und hier bin ich tatsächlich mit großer Begeisterung auch aktuell unterwegs.
Vielleicht noch ein paar Takte zu DWS, bei der ich auch tätig bin. Die DWS ist ein globaler Assetmanager mit Sitz in Frankfurt. Wir verwalten weltweit über eine Billion Euro an Vermögen. Davon entfallen circa 250 Milliarden auch auf unsere ETF-Plattform Xtrackers, wo wir mehr als 350 ETFs aktuell haben.
Und hier arbeiten wir auch sehr gerne und sehr oft mit zahlreichen Vertriebspartnern zusammen, sowie auch mit justTRADE seit mehreren Jahren. Und das freut uns immer und da sind wir sehr happy, dass wir gemeinsam eben Schönes auf die Beine stellen.
Michael: Genau. Ja, wir arbeiten wirklich auch echt gerne mit euch zusammen und ja, sowohl sozusagen ETFs, aber auch die ETCs. Ihr habt ja auch Krypto-ETPs, also ihr habt ja wirklich eine extrem breite Palette. Das heißt, unsere Kunden finden bei euch eigentlich alles, was man irgendwie handeln und anlegen möchte.
Aber heute geht's eben um diese Geldmarkt-ETFs oder auch Zins-ETFs, wie wir sie nennen. Kannst du uns mal so ein bisschen erläutern, was das eigentlich genau ist und wie die so grundsätzlich funktionieren?
Was sind Geldmarkt- bzw. Overnight-ETFs?
Begüm: Klar, na klar, sehr gerne, Michael. Also, wir nennen das aus unserem Hause immer Overnight-ETFs, weil wir haben tatsächlich vier Overnight-ETFs. Das sind tatsächlich börsengehandelte Indexfonds, die sich immer an der Rendite des Geldmarktes orientieren.
Und es ist so: Für Privatanleger ist der direkte Zugang zum Geldmarkt normalerweise eben nicht möglich. Genau hier setzen natürlich auch diese ETFs an und bieten eben eine Möglichkeit, dennoch von dem aktuellen Zinsniveau zu profitieren.
Der Geldmarkt ist nämlich normalerweise immer eher den institutionellen Akteuren, wie zum Beispiel Geschäftsbanken, Zentralbanken und auch Versicherungen oder großen Unternehmen, vorbehalten. Aber mit Overnight-ETFs können eben Privatanleger auch indirekt am Einlagensatz der Europäischen Zentralbank partizipieren.
Und ein Beispiel zum Beispiel aus unserem Hause ist tatsächlich der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF. Letztes Jahr war es auch so, auch einer unserer beliebtesten ETFs aus unserem Hause. Und dieser bildet die sogenannte ESTR ab, also die Euro Short-Term Rate. Die wird tatsächlich täglich von der EZB veröffentlicht und spiegelt eben den Zinssatz wider, zu dem sich Banken im Euroraum über Nacht Geld leihen.
Michael: Und Stand jetzt, Ende Juli: Wie hoch ist der ungefähr?
Begüm: Der lag jetzt Ende Juli bei circa 1,9 Prozent, Michael.
Michael: Okay.
Begüm: Und das Tolle ist eben bei diesen Produkten: Wenn die EZB den Zinssatz jetzt zum Beispiel ändert, den anpasst, reagiert auch der ETF direkt. Da ist eine Verzögerung von einer Woche, aber eben sehr zeitnah.
Und wer möchte, kann immer den aktuellen Zinssatz, also die ESTR, hier ganz einfach auf der Website der EZB auch nachschauen. Das heißt, das ist für jeden einsehbar.
Michael: Ja, und das ist insofern auch total transparent. Und ich habe halt den Vorteil, ich kriege auch für den gesamten Betrag diesen Zins und habe nicht irgendwie – oft ist ja so, ne – ich mache ein Tagesgeldkonto und dann gilt das nur bis 20.000 oder bis 50.000 und nur für Neukunden. Und hier kaufe ich einfach ETFs, ne, diese ETFs, und habe diesen Zins, den habe ich quasi eingeloggt.
Ja, der ist variabel, das ist klar, aber das ist in der Regel beim Tagesgeldkonto ja auch richtig.
Direkte vs. indirekte Replikation
Nina: Ja, danke schön erstmal für die Erklärung, was das überhaupt ist. Wenn wir da jetzt ein bisschen tiefer reinsteigen: In welche Assets investiert denn so ein typischer Geldmarkt-ETF oder eben Overnight-ETF? Wie wird da der aktuelle Zins praktisch abgebildet und gibt's da Unterschiede zwischen direkter und indirekter Replikation?
Begüm: Ja, eine sehr gute Frage, denn es gibt natürlich verschiedene Arten und das ist wichtig, diese auch zu kennen.
Overnight-ETFs oder Geldmarkt-ETFs können den zugrunde liegenden Index immer auf zwei Arten abbilden. Das ist entweder direkt oder auch indirekt.
Bei der direkten Replikation investiert der ETF tatsächlich physisch in die klassischen Geldmarktinstrumente. Dazu zählen beispielsweise kurzfristige Schuldtitel, wie zum Beispiel aber auch einfach Bankeinlagen.
Bei der indirekten Replikation erfolgt die Abbildung immer über ein sogenanntes Swapgeschäft. Das bedeutet, die ETFs investieren nicht direkt in die zugrunde liegenden Vermögenswerte, wie es jetzt bei der direkten Replikation ist.
Bei einem Swap ist es so: Der ETF tauscht mit einer oder mehreren Banken die Wertentwicklung des Index gegen eben eine vereinbarte Zahlung.
Die indirekte Methode ist oft besonders präzise, bringt aber auch ein Kontrahentenrisiko mit sich.
Nina: Was ist das?
Begüm: Das ist das Risiko, dass der Vertragspartner seinen Verpflichtungen in der Zukunft nicht nachkommen kann oder nicht nachkommt.
Zur Begrenzung des Risikos wird aber so ein sogenannter Sicherheitenwertpapierkorb eingesetzt. Denn im Fall, dass der Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen eben nicht mehr nachkommt und die Indexrendite am Ende nicht mehr liefern kann, muss der ETF-Anbieter auf das Sicherheitenportfolio dann zugreifen.
Das ist so ein Sicherheitsmechanismus, den es tatsächlich bei der indirekten Methode gibt und der auch eben die Sicherheit des Ganzen erhöht.
Liquidität, Flexibilität und Rendite
Nina: Mhm. Und worauf muss ich hinsichtlich Liquidität, Flexibilität und Rendite achten? Welche Vorteile bietet mir da ein börsengehandeltes Produkt?
Begüm: Natürlich bieten Overnight-ETFs eine Reihe von verschiedenen Vorteilen, aber insbesondere auch, wenn es um Liquidität, Flexibilität und auch Rendite geht. Genau die drei zentralen Aspekte, die eben für viele Anleger doch sehr wichtig sind und die du jetzt auch genannt hast, Nina.
Aber beginnen wir erstmal mit der Liquidität. Overnight-ETFs sind eben börsengehandelte Produkte und daher können sie eben während der Handelszeiten jederzeit gekauft und verkauft werden, ähnlich wie Aktien.
Das bedeutet eben, dass Anlegende immer jederzeit Zugang zu ihrem investierten Kapital haben, ohne Kündigungsfristen, ohne Mindestlaufzeiten, so wie du das schon genannt hast, Michael, vorhin. Das ist natürlich ein sehr wichtiger Aspekt.
Und besonders bei Produkten mit hohem Volumen – bei uns zum Beispiel bei unserem Euro Overnight sind es über 17 Milliarden – aktuell ist die Liquidität eben sehr hoch. Und das sorgt für sehr enge Geld-Brief-Spannen, also Spreads, und damit auch für eine effiziente Handelsbedingung an sich.
Und wenn wir zu Flexibilität übergehen, ist es so: Overnight-ETFs lassen sich natürlich hier auch vielseitig einsetzen, ob zum Beispiel hier als kurzfristige Parkposition oder eben als robuster Baustein im Portfolio.
Anlegende können sie nutzen, um Liquidität zwischen zwei Investitionen zu parken, aber auch irgendwo den risikoarmen Anteil auch ihres Portfolios abzubilden. Und das eben ohne Bindung an feste Laufzeiten oder Mindestbeträge. Und das ist für viele natürlich ein sehr wichtiger Punkt.
Und vielleicht zuletzt noch zur Rendite: Overnight-ETFs bieten natürlich eine attraktive Möglichkeit, eben am aktuellen Zinsniveau zu partizipieren. Sie bilden, wie gesagt, in der Regel einen Referenzzinssatz ab, wie zum Beispiel die ESTR, bei uns oft mit einem kleinen Aufschlag.
So bekommt man eben eine marktkonforme Verzinsung, die sich eben automatisch an die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank anpasst und das auch ohne aktives Eingreifen. Das heißt, die Anlegenden müssen nicht ständig die Tagesgeldangebote vergleichen und sozusagen Zinshopping betreiben.
Und das sind eigentlich die wichtigsten Punkte, wenn man sich Overnight-ETFs oder die Vorteile von Overnight-ETFs anschaut.
Vorteile beim Thema Einlagensicherung
Michael: Ja, es gibt, glaube ich, sogar noch einen – finde ich – weiteren Vorteil, der da ist. Also, wenn wir mal auf das Thema Einlagensicherung schauen, ne, dann ist es ja so, dass die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro, ich sag mal, Kontoguthaben greift.
Und jetzt gibt's natürlich Kunden, die mehr als 100.000 Euro anlegen wollen. Und wenn die das halt auf dem Konto, im Tagesgeldkonto haben, ist das nicht abgesichert.
Und wenn ich halt einen ETF kaufe, dann gilt diese Grenze, also unterliegt der ETF natürlich nicht der Einlagensicherung, aber ich habe natürlich Sondervermögen, das eben separat von der sozusagen Bankbilanz verwahrt wird. Das ist quasi im Auftrag des Kunden, ne?
Und damit schaffe ich es sozusagen auch, das Risiko ein Stück weit zu verschieben. Also ich kann halt sagen, ein Teil ist eben übers Konto abgesichert, aber ich habe eben auch die Möglichkeit über den ETF als Sondervermögen Gelder zu parken, die eben über diese 100.000-Euro-Grenze hinausgehen, ne?
Also, das ist eben auch noch mal ein guter Vorteil.
Begüm: Auf jeden Fall.
Risiken von Geldmarkt-ETFs
Michael: Wo Vorteile sind, sind natürlich auch Risiken, ne? Die sollten wir nicht verschweigen. Du hast natürlich auch schon das Emittentenrisiko genannt oder Kontrahentenrisiko. Siehst du noch andere Risiken, die es irgendwie gibt? Also, kann es passieren, dass ich jetzt mal irgendwie nicht verkaufen kann? Ich meine, die Dinger sind so liquide. Wir haben ja auch drei Börsen, also ich habe immer die Auswahl bei uns, ja auch mit drei Börsen, die auf jeden Fall alle diese Produkte handeln. Also, siehst du da noch weitere Risiken, die es da geben könnte, die man nennen sollte?
Begüm: Das Wichtigste hast du schon genannt. Da gehe ich auch gerne mal gleich noch mal kurz drauf ein. Aber natürlich, wie bei jeder Geldanlage, gibt es auch bei Overnight-ETFs bestimmte Risiken, die man immer im Blick haben sollte.
Zunächst einmal ist es ja natürlich so: Overnight-ETFs unterliegen dem sogenannten Zinsänderungsrisiko. Denn wenn die Europäische Zentralbank den Einlagenzinssatz senkt, wird auch die Rendite des ETFs entsprechend angepasst, und zwar natürlich mit einer kleinen Verzögerung von etwa einer Woche.
Aber wichtig hier immer zu sagen, weil sagen wir auch bei – oder die Frage erhalten wir immer wieder bei Börsentagen auch: Solange der Zinssatz positiv bleibt, bleibt natürlich auch die Rendite des ETFs positiv.
Michael: Ja.
Begüm: Ein weiteres Risiko betrifft natürlich die Replikationsmethode, wie du schon erwähnt hast. Es ist so, wir haben hier ein Swapgeschäft bei den synthetischen Produkten. Das heißt, hier besteht immer ein sogenanntes Kontrahentenrisiko.
Das bedeutet natürlich, dass die Bank eben als Vertragspartner ihren Verpflichtungen eben nicht nachkommt. Und um dieses Risiko natürlich zu minimieren, wird eben ein Sicherheitenwertpapierkorb hinterlegt. Und dieser wird aber täglich überprüft und angepasst, somit das Risiko auch eben begrenzt wird.
Und wie du erwähnt hast, das ist ein Sondervermögen, es ist geschützt. Das heißt, wenn im Insolvenzfall sozusagen auftritt, bleibt er unangetastet. Aber Wertverluste sind natürlich irgendwo immer möglich. Die sind hier im Rahmen von börsengehandelten Produkten.
Ein weiterer Punkt ist natürlich das Währungsrisiko. Wenn man in ETFs investiert, die eben auf Fremdwährung lauten, etwa zum Beispiel britische Pfund oder US-Dollar, können natürlich Wechselkursschwankungen auch die Rendite beeinflussen.
Weil bei uns, wie du wahrscheinlich auch kennst, Michael, haben wir auch Overnight-ETFs aus anderen Währungen, wie den US-Dollar zum Beispiel. Und hier muss jeder Anlegende für sich selbst entscheiden, ob er dieses Risiko eingehen möchte oder nicht.
Und jetzt ganz grundsätzlich gilt natürlich auch: Wenn Overnight-ETFs als sehr stabil gelten, können sie trotzdem auf wirtschaftliche, politische oder geldpolitische Entwicklungen reagieren. Ein Totalverlust ist zwar extremst unwahrscheinlich, aber theoretisch niemals ausgeschlossen.
Michael: Okay, aber das kann da jeder für sich sozusagen selber abwägen. Ich meine, am Ende auch ein Tagesgeldkonto unterliegt gewisserweise einem Totalverlustrisiko oder zumindest habe ich es abgesichert, aber ich muss halt – das dauert, bis ich vielleicht drankomme, ne?
Du hast es angesprochen, dass es auch Geldmarkt-ETFs gibt, also aus anderen Währungs- oder Länderregionen. Kannst du uns vielleicht so ein paar Tipps geben, wie man also bei der Auswahl – worauf man da achten soll? Also ist das sinnvoll, auch vielleicht zu mischen, dass man nicht nur Euroraum macht? Also, hast du da so ein paar Ideen und paar Tipps, worauf man achten sollte?
Auswahl des richtigen Produkts
Begüm: Also vielleicht zu Beginn ganz allgemein: Natürlich gibt es Kriterien, die wichtig sind bei der Auswahl eines Overnight-ETFs.
Als Erstes natürlich, wie bei jedem ETF, die Gesamtkostenquote. Das ist immer einer der ersten Sachen, die sich Anlegende anschauen: Ja, wie viel kostet mich das so pro Jahr?
Und die zeigt eben, wie hoch die laufenden Kosten des ETFs pro Jahr sind. Und zum Beispiel bei unseren Overnight-ETFs sind es 10 Basispunkte, also 0,10 Prozent pro Jahr. Und das ist ein wichtiges Kriterium beim Vergleich von verschiedenen ETFs.
Ja, neben diesem Punkt ist ein wichtiger Punkt auch der Sicherheitenwertpapierkorb, den habe ich ja vorhin schon erwähnt gehabt.
Vor allem bei swapbasierten ETFs lohnt sich immer ein Blick auf die Qualität der hinterlegten Wertpapiere. Das ist wichtig, um eben dieses Kontrahentenrisiko auch möglichst gering zu halten.
Zum Beispiel bei uns ist es so: Wir setzen eben auf eine sehr hohe Qualität, insbesondere auf Staatsanleihen mit einer sehr hohen Bonität und strengen internen Richtlinien.
Wir haben tatsächlich ein Riesendokument, wo alle Richtlinien auch dokumentiert sind, auch öffentlich auf der Website. Wenn Interesse besteht, gerne auch reinschauen.
Neben diesen Punkten natürlich auch Volumen, Alter und auch die Währung des ETFs. Das sind natürlich sehr wichtige Punkte, die man sich anschauen sollte.
Bei uns, wie gesagt, wenn es um Währung geht, haben wir einen auf den US-Dollar und den britischen Pfund.
Und da muss man natürlich auch schauen: Wie ist die Lage vor Ort in den Ländern? Wie ist die Politik, also die geopolitische Lage? Wie sieht's aus? Wie ist die Inflationsrate, die Arbeitslosenquote? Erwarte ich in der Zukunft Zinssenkungen? Wie ist es im Vergleich zum Euroraum?
Und das sind so Punkte, die immer bei der Auswahl sehr wichtig sind und die man sozusagen beachten sollte, wenn man mit Währungen in anderen Ländern auch investiert.
Michael: Ich meine, das Gute ist ja, dass man alle Produkte in Euro handelt und dieses Währungsrisiko quasi ja nur produktintern vorhanden ist, ne? Ich habe also nicht das Problem, dass ich das Produkt in Dollar kaufe und auch noch sozusagen auf den Dollar aufpassen muss, ne?
Das ist echt der Vorteil, dass es eben an deutschen Börsen handelbar ist, diese Produkte, und ich sozusagen ja nur in Anführungsstrichen das Währungsrisiko innerhalb des ETFs dann hab.
Begüm: Genau. Genau. Das ist natürlich ein wichtiger Punkt.
Vergleich mit anderen ETF-Arten
Nina: Wenn wir jetzt mal ein bisschen vergleichen mit anderen ETFs: Wie grenzen sich denn geldmarktnahe ETFs ab, zum Beispiel wenn wir jetzt den Vergleich ziehen zu einem Welt-ETF beispielsweise?
Begüm: Bei Overnight- oder Geldmarkt-ETFs ist es so, die sind eben robuster und schwanken normalerweise eben nicht so stark im Wert. Sie eignen sich daher vor allem hervorragend als Alternative zum Tagesgeldkonto oder für eben den risikoarmen Teil eines Portfolios.
Und ihre Rendite hängt immer direkt von den Entscheidungen der Zentralbanken ab. Das macht sie eben eher planbarer, aber auch weniger renditestark.
Auf der anderen Seite wichtig sind jedoch natürlich auch immer die Risiken und die unterschiedlichen Risikoprofile anzuschauen.
Bei Tagesgeldangeboten spielt zum Beispiel hier das Emittentenrisiko eine Rolle, bei synthetischen ETFs das Kontrahentenrisiko. Und im Gegensatz dazu investieren Welt-ETFs eben in Aktien aus aller Welt. Sie bieten höhere Chancen, aber wichtig auch deutlich höhere Schwankungen.
Das muss man natürlich wissen und darauf muss man achten. Und da muss man, wenn es auch mal ein bisschen, sage ich mal, schwankungsstärker ist an den Märkten, es auch aushalten können.
Das heißt, zusammengefasst ist es so: Welt-ETFs bringen eher eine geografische Diversifikation und Zugang zu globalen Märkten. Geldmarkt-ETFs dagegen können eher ideal für kurzfristige Anlagen oder robuste, risikoarme Anlagen im Portfolio sein.
Anwendungsfälle
Nina: Gibt es denn – wir haben jetzt schon relativ viel über die Vorteile gesprochen und ja generell so, wozu Geldmarkt-ETFs gut sind – aber gibt es so spezielle Anwendungsfälle, in denen Geldmarkt-ETFs besonders nützlich sein können?
Begüm: Besonders spannend können sie tatsächlich für Anlegende sein, die kurz- bis mittelfristig investieren und dabei eben sehr flexibel bleiben möchten.
Ein klassischer Fall ist tatsächlich zum Beispiel die Cash-Alternative. Wer zum Beispiel sein Geld zwischenparken möchte, zum Beispiel zwischen zwei Investitionsentscheidungen, findet hier zum Beispiel eine sehr moderne Alternative zum Tagesgeld, oft mit besserer Verzinsung, aber natürlich auch mit einem anderen Risikoprofil.
Und dank ihrer täglichen Verfügbarkeit und der niedrigen Volatilität können sie sich auch hervorragend für risikobewusste Anlegende oder als robuster Baustein im Portfolio eignen.
Und natürlich durch die automatische Anpassung an die EZB entfällt natürlich das ständige Vergleichen von Angeboten und damit das Zinshopping.
Und wenn man zum Beispiel bestimmte Ziele hat im Leben, wie zum Beispiel für einen Hausbau, einen Kauf von einem Auto oder Urlaub, kann es sich auch eignen, hier eben in so einem, ich sag mal, relativ gut verfügbaren ETF, der keinen hohen Schwankungen unterliegt, auch zu investieren.
Nina: Mhm.
Laufzeiten-ETFs als Festgeld-Alternative
Michael: Jetzt gibt's ja neben dem Tagesgeldkonto gibt's ja auch Festgeldkonten, die tendenziell ein bisschen besseren Zinssatz bieten. Da ist halt immer nur die Frage: Komme ich mit der Laufzeit klar, ne? Also, dann hast du so ein Jahr fest und kommst nicht ran.
Gibt's denn auch ETFs, bei denen man sagen könnte, die wären eine Alternative zu einem Festgeldkonto mit dem Vorteil, dass ich doch täglich rauskomme? Gibt's das?
Begüm: Ja, absolut. Tatsächlich gibt's das und das war vor kurzem und vor allem im letzten Jahr auch sehr beliebt und ist auch immer mehr im Kommen.
Das sind sogenannte Laufzeiten-ETFs, die werden auch Target-Maturity-ETFs bei uns genannt oder Fixed-Maturity-ETFs. Und das können tatsächlich spannende Alternativen sein.
Vielleicht kurz: Was steckt dahinter?
Diese ETFs investieren in ein breit diversifiziertes Portfolio von Anleihen mit ähnlicher Laufzeit und einem festen Fälligkeitsdatum. Das heißt, da ist von vornherein bekannt, wann dieses Produkt fällig wird und sozusagen aufgelöst wird.
Das bedeutet, Anleger erhalten während der Laufzeit regelmäßige Couponzahlungen, also Zinszahlungen, und am Ende der Laufzeit eben eine Rückzahlung.
Und das funktioniert ähnlich wie bei einer Einzelanleihe, nur eben mit dem großen Vorteil der Diversifikation, weil in sehr viele Anleihen investiert wird, und der Flexibilität eines ETFs. Das heißt, es ist jederzeit handelbar, börsentäglich.
Und der große Pluspunkt: Man kombiniert hier sozusagen die Planbarkeit einer klassischen Anleihe mit der Handelbarkeit eines ETFs. Denn Laufzeiten-ETFs sind, wie gesagt, börsengehandelt.
Das heißt, sie können jederzeit während der Handelszeit gekauft oder verkauft werden. Und das bietet natürlich eine deutlich höhere Flexibilität als bei einem Festgeld, wo das eben nicht möglich ist, Michael, wo man eben über Jahre gebunden ist oft und ohne Weiteres auch an sein Geld überhaupt nicht mehr rankommt.
Und Laufzeiten-ETFs können sich tatsächlich besonders gut für Anlegende eignen, die eben ein konkretes Ziel vor Augen haben, wie vorhin schon ein paar Beispiele genannt. Kann auch ein Autokauf sein oder es kann auch eine Baufinanzierung in ein paar Jahren sein.
Und man hat eine planbare Ausschüttung und die Rückzahlung zum Fälligkeitsdatum. Das heißt, da ist es fix, dass man an sein Geld auf jeden Fall rankommt. Aber mit dem Vorteil: Wenn mal was zwischendurch sein sollte, kann man trotzdem den ETF verkaufen, zum Börsenkurs, und an sein Geld auch wieder rankommen.
Wichtig tatsächlich hier auch noch mal ganz kurz zu erwähnen: Natürlich sind Festgeld und Target-Maturity-ETFs zwei verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Risikoprofilen. Und das ist wichtig, wenn man Interesse daran hat, wenn man investieren möchte, auch sich das kurz anzuschauen und die Risikoprofile sich anzuschauen, weil die können sich tatsächlich unterscheiden.
Vielleicht am Ende noch mal kurz zusammengefasst: Wer eben so eine planbare, flexible und diversifizierte Alternative zum Festgeld sucht, für den könnten tatsächlich Laufzeiten-ETFs sehr spannend sein. Die sollen mal drauf schauen und mal sich darüber informieren.
Zins-Aktion bei justTRADE
Michael: Also, du hast es am Ende super zusammengefasst. Ich will noch darauf hinweisen, dass wir ja aktuell auch eine Aktion haben, an der ihr ja auch teilnehmt.
Also bis Ende September erheben wir ja keine Order- oder Fremdkosten auf den Kauf und Verkauf von den Geldmarkt-ETFs. Da sind eure alle mit dabei.
Wir werden auch unsere Aktionsseite in den Shownotes verlinken, aber ich glaube, Nina, wir sollten auf jeden Fall auch noch mal diese Maturity-ETFs mitverlinken, weil ich sage, am Ende, jeder Kunde entscheidet ja für sich alleine und der eine will eben lieber Overnight, der andere will eben eher Laufzeit.
Und ja, Begüm, ich freue mich, das hat echt das Thema schön erläutert.
Nina: Du hast das super erläutert und ich denke ja, dass unsere Kunden jetzt wirklich die Chance haben, bis Ende September sogar kostenfrei in die Produkte zu investieren. Und ja, vielen Dank für die Teilnahme heute in unserem Podcast.
Begüm: Sehr gerne. Das war super. Hat super Spaß gemacht und danke, dass ich eben dabei sein durfte. Und wer weiß, vielleicht auch wieder bis bald.
Michael: Ja, genau. Bis bald.
Nina: Ja, von mir auch. Vielen Dank.
Michael: Und wir packen die Links zu eurer Seite in die Shownotes und ja, gerne bis zum nächsten Mal.
Begüm: Tschüss.
Michael: Tschüss.
justTRADE. So einfach geht Investieren.

Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Kapitalanlagen unterliegen Wertschwankungen und allgemeinen Kapitalmarktrisiken. Der Wert einer Anlage kann steigen oder fallen; Verluste bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals sind möglich.