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Börsentalk #33 - DSW-Chef Marc Tüngler zu Varta und das StaRUG-Verfahren

In der 33. Folge des Börsentalks haben wir Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) zu Gast. Wir befassen uns mit der für Anleger äußerst riskanten Lage bei Varta. Droht eine Enteignung der Aktionäre? Wie engagiert sich der DSW? Wir beleuchten mit Marc Tüngler die Probleme bei Varta hinterfragen kritisch das angestrebte StaRUG-Verfahren. Marc Tüngler verrät uns, was ein Varta-Aktionär jetzt unternehmen sollte.

Darüber hinaus berichtet Michael B. Bußhaus von den spannenden Neuheiten bei justTRADE, die in den letzten Tagen für alle Kunden freigeschaltet wurden.

Mailadresse für Varta-Aktionäre: varta@dsw-info.de

Informationen zum DSW: www.dsw-info.de

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Julius: Ja, Podcast 33. Wir freuen uns, dass wir mal wieder einen echt spannenden Gast da haben. Er war schon mal bei uns im Podcast: Marc Tüngler, Chef von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Guten Morgen, Marc.

Marc: Ja, guten Morgen in die Runde.

Michael: Hallo Julius, hallo, guten Morgen Marc. Wir haben ein aktuelles Thema, wo wir gesagt haben, da müssen wir dich zu einladen. Es geht ganz grob – wir gehen sicherlich gleich noch ins Detail – um das Thema StaRUG. Hört sich so ein bisschen sperrig an und in Kombination mit Varta. Und ich würde jetzt einfach mal den Julius bitten, dass er einfach zum Thema Varta mal anfängt und dann schauen wir mal, ob wir das Thema hier gelöst bekommen.

Julius: Ja, gerne. Das Thema Varta ist ja in letzter Zeit in aller Munde und wir möchten einmal anfangen, so ein bisschen mit der Unternehmensgeschichte: Was steckt so hinter Varta? Kennt man ja schon lange das Unternehmen und vor allem jetzt auch die aktuelle Lage dazu. Die Frage: Kannst du uns da einen kurzen Überblick geben über die Lage von Varta aktuell?

Marc: Ja, das kann man ganz kurz machen: Varta geht es sehr schlecht, sehr schlecht sogar. Die Krise hat viele Gründe und am Ende des Tages ist es sicherlich so, dass die Konkurrenz sehr stark ist. Die sind sehr wach, da gab es Lieferprobleme, dann gab es einen Cyberangriff und es gibt viele Gründe, die man da auch aus dem Unternehmen hört, alles externe Gründe.

Aber am Ende des Tages muss man ganz klar sagen: Es gibt ja auch Batteriehersteller, denen es gut geht. Insofern müsste es ja dann allen wahnsinnig schlecht gehen. Also ich glaube, da muss man auch die Gründe beim Management sehen, beim Vorstand und beim Aufsichtsrat. Da wurden halt falsche Entscheidungen getroffen.

Varta geht es schon länger schlecht und es gab auch einen Sanierungsplan. Und dieser Sanierungsplan ist aber jetzt leider nicht mehr zielführend. Deswegen hat man gesagt, man muss den nächsten Schritt gehen. Und dieser nächste Schritt ist das ominöse StaRUG, das Gesetz, was es halt noch gar nicht so lange gibt, was eben Unternehmen sanieren, restrukturieren soll, bevor es in die Insolvenz geht.

Was ist das StaRUG-Verfahren?

Michael: Ja, und wenn wir jetzt schon das Wort Insolvenz hier gehört haben, dann wissen alle: Jetzt, Varta, geht es wirklich da an den Kern, an den Kern und für die Eigentümer um alles. Also wenn ich jetzt überlege, also für mich ist Varta halt wirklich klassischer Batteriehersteller und ich sage mal, eigentlich denkt man ja irgendwie so ein bisschen Elektroauto-Boom und jetzt sagst du Insolvenz und StaRUG.

Marc: Gott bewahre, nein. Also, die drohende Insolvenz muss man formulieren.

Michael: Genau. Jetzt, was ist denn dieses StaRUG-Verfahren? Das ist ja irgendwie aufgekommen. Ich glaube, die Zuhörer können sich da gar nicht so viel vorstellen. Also ist das irgendwie was Positives? Wie unterscheidet sich das vielleicht von einem anderen Verfahren und gibt es da irgendwelche Vor- oder Nachteile? Vielleicht kannst du einfach mal ganz kurz dieses StaRUG-Verfahren erläutern.

Marc: Ja, also erstmal heißt StaRUG – das sind erstmal nur ein paar Buchstaben. Aber die Bundesregierung lässt sich immer sehr kreative Namen einfallen und ist eine Abkürzung. Und das ist das Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen.

Das muss man erklären, das muss man übersetzen. Es ist so, dass die Bundesregierung gerne möchte, dass Insolvenzen vermieden werden. Wenn man jetzt mal überlegt, wo wir herkommen, Coronazeit, wobei das Gesetz schon länger in der Planung war. Aber im Endeffekt geht es darum, Unternehmen in einer frühen Phase noch ein weiteres Leben zu ermöglichen, sozusagen ein zweites Leben zu ermöglichen, ohne dass man durch das Insolvenzverfahren geht.

Weil das ist wirklich etwas, was für alle Beteiligten nicht schön ist. Und deswegen sollen die Unternehmen in einer früheren Phase der validen Krise die Möglichkeit haben, die rechtlichen Tools zu bekommen, um eben die Kapitalisierung des Unternehmens neu zu strukturieren. Da kommen wir gleich noch mal zu, um eben Maßnahmen umzusetzen, die man eben sonst nur im Insolvenzverfahren machen könnte.

Dann aber ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Man will also verhindern, dass dieses Damoklesschwert Insolvenzverfahren da ist. Weil dann springen die Kunden ab, dann springen die Partner ab, dann springen sie ab, dann ist das Unternehmen allein schon wegen der Tatsache geschwächt.

Und genau das will man jetzt. Und das ist eigentlich was Gutes, hört sich ja erstmal gut an. Die Idee des Gesetzes ist nur zu unterstützen. Und es wird dann tragisch in der Umsetzung. Aber die Idee, dass man Insolvenzen verhindern will und dass die Unternehmen aus eigener Kraft heraus in der Krise sich rausbuddeln aus dem Loch, das kann man eigentlich nur begrüßen.

Wie soll Varta mit dem StaRUG saniert werden?

Michael: Ja, und wie will Varta das dann konkret anwenden? Also was wollen die dann tun, um die finanzielle Lage zu stabilisieren?

Marc: Jetzt wird es spannend. Am Ende des Tages geht es darum, dass ein Unternehmen, was in der Krise ist, aber eben noch nicht in der Insolvenz, aber hat Krise und ist absehbar, wenn jetzt nichts passiert, dann kommt eben Insolvenz.

Was brauchen solche Unternehmen? Es ist furchtbar einfach: Geld. Die brauchen Geld. Weniger Schulden, mehr Cash. Das ist immer die Lösung.

Und da gibt dieses StaRUG, dieses noch recht neue Gesetz, dem Vorstand und dem Aufsichtsrat Tools an die Hand, dass man über Mehrheitsentscheidung einen Kapitalschnitt machen kann. Das heißt, die Aktionäre kann man auf null runtersetzen. Dann kommt eine Kapitalerhöhung mit nur einem Aktionär.

Also das im Aktiengesetz vorgeschriebene Bezugsrecht, was dort gesetzlich verankert ist, und eine Gleichberechtigung aller Aktionäre wird sozusagen ausgeschaltet durch das StaRUG.

Man kann sagen, dieses StaRUG, dieses neue Gesetz, schneidet das Aktiengesetz, schneidet das Aktienrecht und die Rechte, die ein Aktionär hat, die spielen plötzlich keine Rolle mehr. Weil man sagt, in dieser Krise, legitimiert durch das neue Gesetz namens StaRUG, spielen all diese Gleichbehandlungsgrundsätze, Bezugsrecht, all das spielt eigentlich keine Rolle mehr.

Weil eben das Unternehmen in der Krise ist. Und dann muss man auch schauen: Wer ist überhaupt noch bereit, Geld zu geben? Wo ist die Sanierung vielleicht auch mit einer hohen Sicherheit möglich? Und dann all die normalen Rechte, die man als Aktionär hat, die treten dann in den Hintergrund.

Was bedeutet die Kapitalerhöhung für die bisherigen Aktionäre?

Michael: Und soll heißen, was passiert jetzt konkret?

Marc: Es soll auch eine Kapitalerhöhung geben, weil man braucht frisches Geld. Diese Kapitalerhöhung soll aber in dem Szenario, was jetzt auch auf Szenarien, die auf dem Tisch liegen, nicht alle Aktionäre, die bei Varta – also die normalen Varta-Aktionäre – dürfen nicht teilnehmen. Werden also von der Zukunft abgeschnitten und nur einer oder wenige dürfen dann in eine Zukunft gehen mit der Varta, die ja dann entschuldet ist oder zumindest besser dasteht.

Also die Aktionäre werden nach Hause geschickt und ein, zwei dürfen weitermarschieren. Und das geht nicht. Das geht gegen die Grundfeste der aktienrechtlichen Kultur, die wir haben.

Und das schadet auch natürlich dem Standort. Weil immer, wenn ein Unternehmen in der Krise ist demnächst und es hat Aktionäre, dann kommt jemand und sagt: „Ich rette euch, der weiße Ritter.“ Der aber alles andere als ein weißer Ritter ist, sondern der auf dem Rücken der freien Aktionäre holt er sich den Laden, kann mit dem StaRUG die anderen Aktionäre rausdrücken und läuft alleine weiter.

Und jetzt kommt's – Entschuldigung für die lange Antwort, aber das ist jetzt wirklich ganz wichtig: Niemand gibt doch neues Geld, wer nicht weiß, dass er eine gute Chance hat, dass das Ding weiterfliegt. Da gibt doch keiner Geld.

Und jetzt muss ich doch die Frage stellen: Wieso dürfen dann nicht alle mitmachen, sondern nur einer? Und diese Frage, das ist die zentrale Frage.

Warum erlaubt das Gesetz den Ausschluss der Aktionäre?

Michael: Was will denn der Gesetzgeber damit bezwecken? Also man könnte doch auch sagen, da kommt einer, der gibt Kapital und alle Aktionäre profitieren. Also warum erlaubt denn das Gesetz, also was ist denn der Sinn dahinter, dass ich sozusagen faktisch ja die Aktionäre enteigne und quasi als einziger Profiteur? Was ist denn da der Gesetzeshintergrund? Warum macht man sowas?

Marc: Also, der Gesetzgeber hat im Endeffekt eine Wertung vorzunehmen. Was ist mir wichtiger: der Erhalt des Unternehmens und der Erhalt der Arbeitsplätze in einem hohen Maß oder aber die Aktionärsrechte der Bestandsaktionäre?

Und da hat er eine klare Wertung vorgenommen. Und das muss auch korrigiert werden. Glas klar: Er hat gesagt, uns ist der Erhalt allein des Unternehmens, dass es weitergehen kann, und der Erhalt der Arbeitsplätze wichtiger als die Eigentumsposition.

Es geht im Endeffekt um Eigentumsrechte. Welche Rolle spielt eigentlich das Eigentum und die Eigentumsrechte in Deutschland? Und da sagt der Gesetzgeber: In der Krise drücken wir die weg. Das spielt für uns keine große Rolle mehr.

Weil es tatsächlich möglich ist, einen Kapitalschnitt auf null zu machen. Also die Aktionäre verlieren ihr Eigentum, ihre Aktien.

Und einer – wir haben es auch gesehen bei Leoni zum Beispiel – der Pierer ist da als einziger Aktionär. Also es war das nicht der erste Fall. Bei Leoni, kennt auch vielleicht der eine oder andere, war es auch so: Ein Aktionär durfte die Kapitalerhöhung, die dann eine Zukunft ermöglicht hat, mitgehen. Alle anderen waren draußen.

Und das ist, glaube ich, noch nicht mal mehr unbedingt die Intention des Gesetzgebers gewesen. Also er hat das nicht gewollt, aber es ist die Folge, weil eben Einzelne das ausnutzen zu ihrem Vorteil.

Wer profitiert von der StaRUG-Lösung?

Marc: Und noch mal, damit das auch klar ist, wie die Interessenlage ist: Ein Herr Pierer bei Leoni oder ein Herr Toener bei Varta, der Aufsichtsratsvorsitzende, der auch ein Großaktionär ist – die geben doch kein neues Geld, wenn das morgen dann verbrannt ist. Sondern die haben eine Idee, die haben eine Vision, wollen aber diese Vision alleine umsetzen und haben jetzt mit dem StaRUG einen Weg, dass sie die anderen Aktionäre alle auf null herabsetzen können und rausdrücken können.

Michael: Katastrophe.

Gibt es noch Hoffnung für die Varta-Aktionäre?

Michael: Ja, jetzt sind praktisch die Aktionäre so dabei, verdrängt zu werden. Auf der anderen Seite hat man aber auch gesehen, dass ja, sagen wir mal, irgendwie so ein gewisser Hoffnungsschimmer da war. Die Aktie ist kurzzeitig ein- oder zweimal so ein bisschen hochgesprungen. Was war da los? Gibt es da noch Hoffnung für Aktionäre?

Marc: Also erstmal darf man sich nicht irritieren lassen. So eine Aktie zuckt dann immer mal. Insofern nicht darauf bitte eine Anlagestrategie setzen. Das wäre nicht gut. Aber darüber reden wir heute ja auch nicht.

Ich glaube, die Situation, die wir im Augenblick haben, ist ja, dass der Drops noch nicht gelutscht ist. Ich würde es mal so formulieren, ganz pauschal oder ganz salopp.

Also wir haben jetzt als DSW mit One Square, mit der Kanzlei Nieding und Barth, mit K&L Gates eine Gruppe, eine starke Opposition geformt und versuchen jetzt für die freien Aktionäre eine Lösung zu verhandeln und durchzudrücken, indem wir sagen: Es muss auch eine Lösung geben.

Und dazu komme ich gleich noch mal, warum das so wichtig ist: Es ist oder es gibt auch eine Lösung, in der auch die Altaktionäre, jeder normale Privatanleger, auch die Möglichkeit bekommt, neue Aktien zu zeichnen und damit an der Zukunft teilzuhaben.

Und da muss man mal einmal einen Schritt zurücktreten und noch mal überlegen: Was ist die Idee des StaRUG? Die Idee des StaRUG ist, dass das Unternehmen eine Chance hat, eine zweite Chance bekommt. Die Idee des Gesetzes ist nicht, dass nur einer die Chance bekommen soll.

Ja, das ist ja das, wie es aber umgesetzt wird. Und wir sagen: Lass doch jeden Aktionär die Kapitalerhöhung mitzeichnen. Jeder kann selbst entscheiden, ob er bereit ist, neues Geld zu geben oder aber sich zu verabschieden.

Diese Optionen, die fordern wir ein.

Wie können sich Varta-Aktionäre jetzt engagieren?

Marc: Und warum ist das so entscheidend? Erstens mal etwas globaler: Wir sehen Leoni, da hat das funktioniert. Wir sehen jetzt Varta, da wird das versucht, und wir versuchen dagegen zu agieren.

Und wir rufen auch alle Aktionäre von Varta auf, sich zu engagieren. Nur jetzt gibt es die Chance. Nachher irgendwie noch Schadensersatz zu bekommen, das ist ein dickes Brett. Und da muss ich ganz ehrlich sagen: Jetzt ist der Kampf. Jetzt müssen die Leute sich engagieren. Und je mehr mitmachen, umso mehr Power haben die Aktionäre.

Und wir orchestrieren das, und das auch noch ohne Gebühr. Das ist, glaube ich, auch noch mal wichtig, dass wir das unterstreichen. Die Leute müssen jetzt irgendwie Geld dafür zahlen. Und uns geht es darum, dass jeder teilhaben kann an der Zukunft.

Und Achtung: Wenn viele Aktionäre sich melden und sagen, wir würden eine Kapitalerhöhung zeichnen, wir wollen den Weg weitergehen, dann haben wir ein Alternativszenario.

Und das ist deswegen wichtig, weil in dem gesamten Prozess des StaRUG, was dort gesetzlich vorgeschrieben ist, muss glaubhaft gemacht werden, dass es ein Alternativszenario gibt, wo eben die Aktionäre weitermarschieren können.

Und das ist es. Wir formen gerade dieses Alternativszenario. Und das ist nicht nur, weil wir jetzt Politik machen oder weil wir irgendwie sagen, da geht was, sondern alle Aktionäre selbst sind im Endeffekt die Lösung.

So, dass sie sich engagieren und gemeinsam sagen: Wir wollen weitermarschieren und nicht nur „Wir wollen unser Eigentum nicht verlieren“, sondern wir sind auch bereit, die Zukunft mitzugestalten. Und dann wird daraus ein Schuh.

Weil das sieht das Gesetz vor. Wenn dieses Alternativszenario glaubhaft gemacht werden kann, und das kann man, wenn eben viele Aktionäre sich zusammenschließen, dann haben wir eine echte Chance.

Und daraus folgt: Nur wenn alle mitmachen, gibt es eine Chance. Wenn die Leute sich jetzt zurücklehnen und sagen: „Ja, da gibt es ja die DSW und da gibt es dann noch andere, One Square und K&L“, nein, wir sind nur stark, wenn die Aktionäre von Varta uns stärken.

Michael: Das heißt, alle Varta-Aktionäre sollten sich wahrscheinlich auf eurer Webseite – habt ihr da Informationen? – sollen sich an euch wenden können, können da kostenlos teilnehmen?

Marc: Ja.

Wer entscheidet über das StaRUG-Verfahren?

Michael: Das ist ja auch schon mal eine Aussage. Noch mal eine Frage: Wer entscheidet denn auf Unternehmensebene, dass das Unternehmen dieses StaRUG-Verfahren macht? Also das heißt, die Aktionäre selbst müssen da auch gar nicht gefragt werden. Das ist eine Vorstand-/Aufsichtsratsentscheidung? Oder ist das ist das auch eine Aktionärsentscheidung?

Marc: Michael, damit stellst du natürlich eine Frage, die mir als Anlegerschützer und Anlegervertreter direkt ins Herz geht. Aber direkt: Wie kann es sein, dass eine so existenzielle Frage, ja, dass Aktionäre ausgeschlossen werden sollen?

Dass das Unternehmen überhaupt neues Geld braucht, jede Kapitalerhöhung muss über die Hauptversammlung laufen. Jede. Ja, und da sagt das StaRUG: Nee, wir brauchen keine Hauptversammlung. Das ist ein Beschluss von Vorstand und Aufsichtsrat.

Achtung: Es gibt ein Kontrollorgan, was aber nicht richtig funktioniert, weil – man nennt das ein gerichtliches Verfahren – es gibt also ein gerichtliches Verfahren beim Restrukturierungsgericht, die das orchestrieren und kontrollieren.

Wir haben aber gesehen bei Leoni: Das funktioniert nicht.

Und die Frage, die du stellst, Michael, ist: Muss nicht eigentlich der Eigentümer entscheiden, ob er überhaupt diesen Weg gehen will und auch enteignet wird?

Und da sagen wir glasklar: Ja.

Dann sagen die Unternehmen, Vorstand, Aufsichtsräte von Unternehmen, die dieses StaRUG nutzen: „Wir haben die Zeit nicht.“ Da muss man halt eine Hauptversammlung möglich machen, die kurzfristig einberufen wird.

Also das ist wirklich – da beißt sich die Katze in den Schwanz. Natürlich ist das eine Entscheidung, die den Eigentümern obliegt. Und wenn die Eigentümer möchten, dass es in die Insolvenz geht, bitte, dann ist das auch ein Weg, den haben sie aber.

Und jetzt noch mal zurück: Wer bestimmt hier eigentlich? Nicht der Eigentümer, der das Risiko trägt, sondern Vorstand und Aufsichtsrat, die im Endeffekt Gesandte oder Angestellte des Unternehmens sind.

Also man stellt vollkommen die Machtpyramide auf den Kopf. Und das alles nur – und Michael, Julius, ihr habt ja gefragt, warum das alles? Ja, um das Unternehmen zu retten, um die Arbeitsplätze zu retten. Das verstehe ich alles.

Aber irgendwie fehlt da noch der Blick auf das Eigentum und auf die Eigentumsrechte. Und das ist nicht gut für den Standort. Weil das sehen ausländische Investoren, natürlich inländische auch, ja, aber die Investoren im Ausland sehen, was hier möglich ist.

Jetzt ist es nicht so, dass das in anderen Ländern nicht auch vielleicht denkbar ist, aber da läuft es anders. Da ist es anders aufgestellt.

Und am Anfang und am Ende müssen es doch die Eigentümer sein, die über ihr eigenes Schicksal bestimmen und nicht der Vorstand, der nur angestellt ist.

Also da wird wirklich einiges auf den Kopf gestellt. Und das muss auch dazu führen, dass das Gesetz noch mal angefasst wird. Da müssen die Eigentümer ganz anders eingeflochten werden.

Welche Folgen hat das für andere Unternehmen und Anleger?

Michael: Man kann festhalten: Am Ende hat der Gesetzgeber da handwerkliche Fehler gemacht, ne. Und das wird jetzt entsprechend ausgenutzt. Und das würde, wie du sagst, am Ende kann das ja auch Schule machen. Weil wenn ich eben ohne die Eigentümer über so eine gravierende Entscheidung, sag mal, entscheiden kann, wie es da weitergeht, dann ist das natürlich, ich sag mal, für Investoren, die sich irgendwie Unternehmen unter den Nagel reißen wollen – muss man mal so platt sagen – ist das einfaches Spiel.

Marc: Es ist ein ganz einfaches Spiel. Was heißt das denn auch noch mal, wenn man mal anders als Anleger noch mal daran geht? Das heißt, dass man eigentlich bei Unternehmen, die in die Krise kommen und die Krise verdunkelt sich, vertieft sich, dass man immer dann mit der Gefahr leben muss, dass irgendjemand sagt: „Hey, ich sehe doch noch eine Zukunft, weil ich ein Konzept habe. Aber das mache ich nur für mich alleine und schließe die anderen aus.“

Und was heißt das? Die Krise vertieft sich noch mal, weil natürlich Investoren darauf reagieren werden. Die verabschieden sich dann.

Also wir haben einen massiven Kurseinbruch, wenn nur die größere Krise kommt. Es wird alles ganz schnell dann gehen. Das muss verhindert werden.

Und da muss – und ihr habt's, Michael, du hast es gerade formuliert – da muss der Gesetzgeber noch mal ran. Ganz schnell. Weil der Kurszettel wird immer kürzer.

Und wenn wir jetzt noch überlegen, dass die Unternehmen, die durch die Niedrigzinsphase irgendwie es überstanden haben und jetzt kommen die Zinsen zurück und die Zinsen fressen jetzt noch den letzten Euro Gewinn auf, dann wissen wir doch hier alle, dass die Anzahl der Unternehmen, die in die Krise kommen, sehr viel größer wird in den nächsten Monaten und Jahren und nicht kleiner.

Und da ist dann das Scheunentor riesengroß auf, dass irgendjemand sagt: „Hey, das Produkt ist vielleicht doch gut, die Strategie kann man ändern, die Mitarbeiter sind qualifiziert. Daraus mache ich was. Aber ohne euch freien Aktionäre. Vielen Dank, dass ihr mir das hier auf den Hof gestellt habt.“

Und das darf nicht sein. Und das ist auch – das unterstelle ich jetzt einfach mal – natürlich werden da Gespräche geführt. Aber ich unterstelle es trotzdem jetzt mal hier: Das kann auch der Gesetzgeber nicht wollen, weil er damit einfach den Standort Deutschland extrem schwächt.

Was können Varta-Aktionäre konkret tun?

Michael: Und was können jetzt die Anleger von Varta konkret bei euch, also bei der DSW, machen, um da mit euch zusammen eine Front eben zu kämpfen?

Marc: Also wichtig ist erstmal, dass möglichst viele Aktionäre aktiv werden. Viele werden es wissen, aber so langsam müsste es eigentlich jeder meiner Presse vernommen haben oder auch hier diesen Podcast gehört haben: Die Aktionäre müssen jetzt aktiv werden, weil nur jetzt haben sie eine Chance, noch was zu bewegen.

Und da geht es nicht um Schadensersatz. Es geht darum, jetzt die Zukunft mitzuformen, indem man sagt: Ich bin bereit, dort auch eine Rolle zu spielen.

Wir haben jetzt – die DSW hat jetzt zusammen mit One Square, das ist ein Steuerungsberater, mit der Kanzlei Nieding und Barth und der Kanzlei K&L Gates einen Plan entwickelt, wie wir auch jetzt schon sprechen mit verschiedenen auf der, ich sag es mal, anderen Seite, die im Endeffekt dort diese Lösung, die die Aktionäre ausschließt, gebaut haben.

Und wir sind jetzt dabei, diese Front zu formen. Das ist kostenlos. Die Aktionäre können sich einfach melden unter varta@dsw-info.de. Dann gibt es dort eine Vollmacht, die wir zurückschicken.

Weil jetzt müssen wir legitimiert sein. Die Gruppe, die ich genannt habe, wir müssen legitimiert sein, die Rechte zu vertreten.

Und jetzt kommt – und das ist das, was wir leider auch auf Hauptversammlungen sehen: Die Aktionäre sind oftmals passiv. Und dann kann man sagen: Dann gibt es halt andere, die meine Rechte vertreten oder andere stellen die richtigen Fragen oder andere werden schon klagen.

Hier bei Varta gibt es das nicht. Hier muss wirklich jeder aktiv werden, damit überhaupt etwas bewegt wird.

Und wir haben schon über 2.500 Aktionäre, die sich gemeldet haben und die wir schon vertreten. Und wir haben ja gerade mal angefangen. Und deswegen: Es gibt schon eine starke Gemeinschaft, aber in dem Fall muss wirklich jeder aktiv werden.

Wer nicht aktiv wird, wird sein Eigentum verlieren, weil er dann eben nicht „hier“ geschrien hat. Es gibt also – im Juristischen heißt es: Es gibt kein Dulden und Liquidieren. Man kann sich nicht zurücklehnen und trotzdem kriegt man was.

Nein, nur wer aufsteht und sich wehrt. Und das kostenlos. Das ist uns wichtig als Aktionärsvereinigung. Da sind jetzt keine Gebühren mit verbunden. Das machen wir, weil wir hier kämpfen müssen gegen die Ideen, Aktionäre zu enteignen, und gegen das StaRUG, was hier sicherlich auch, ich würde mal sagen, nicht ganz koscher angewendet wird.

Die Rolle der DSW

Michael: Ich will mal ein positives Fazit ziehen. Also erstmal finde ich es absolut toll, dass ihr euch da so einsetzt und dass es natürlich auch für den Kunden kostenfrei ist. Ich sag mal, selbst wenn man einen kleinen Obolus hätte zahlen müssen.

Aber erstmal, damit gewinnt man natürlich die Anleger. Wir werden das auch auf jeden Fall in den Shownotes veröffentlichen.

Aber ich glaube, was das Positive eigentlich an dem Negativen ist, ist, dass Varta ein Unternehmen ist, was irgendwie jeder kennt, selbst wenn er nur eine Batterie in irgendeiner Taschenlampe hat.

Und damit gewinnt natürlich, ich sag mal, so ein Gesetzesfehler eine Aufmerksamkeit durch so ein bekanntes Unternehmen. Und das finde ich, ist das Positive.

Natürlich ist das für euch jetzt ein Wahnsinnsaufwand und ihr müsst da auch viel für tun. Aber ich glaube, dadurch, dass Varta so bekannt ist, kriegt man so ein Thema einfach auf ein anderes Level gehoben, dass auch die Aufmerksamkeit in Gänze steigt und die Leute sagen: „Hä, wie? Die Aktionäre werden da enteignet?“ Da kann doch – ist doch merkwürdig, ne.

Also das ist, glaube ich, das positive Fazit. Insofern drücken wir natürlich da alle die Daumen.

Julius: Also, wir können alle Hörer nur aufrufen, sich da bei euch zu melden und dass ihr natürlich da auch diesen Alternativweg quasi durchbekommt.

Und das wäre natürlich dann am Beispiel von Varta echt gut. Weil du hast ja eben gesagt, es gab auch noch andere Firmen wie Leoni und so. Und da muss man ehrlicherweise sagen, weil die Presse natürlich jetzt gar nicht so – wer Leoni in dem Fall kennt, keiner, ne?

Marc: Genau.

Julius: Ja, ja, richtig.

Marc: Aber Michael, du hast es gerade – also ja, du hast vollkommen recht. So schrecklich das für die Varta-Aktionäre so wichtig ist, das vielleicht für die Systematik und für den Druck, der jetzt auch auf den Gesetzgeber kommt.

Du hast hundertprozentig recht mit dem, was du sagst. Und warum machen wir das? Ich glaube, das muss man mal einmal erklären, weil ich glaube, dass nicht jeder kennt vielleicht die DSW. Das ist zwar schade, aber die DSW ist halt eine Anlegervereinigung. Es gibt sie seit 77 Jahren.

Und damit man ein Gefühl kriegt, was wir so machen: Wir haben zum Beispiel letztes Jahr, Ende des Jahres, den Wirtschaftsprüfer von Wirecard verklagt auf 730 Millionen Euro für die Privatanleger.

Und das ist unsere Aufgabe. Wir stehen an der Seite der Anleger. Wenn das Kind mal in den Brunnen gefallen ist, möchten wir natürlich, dass es gar nicht im Brunnen fällt. Aber das passiert leider manchmal. Wir sehen es jetzt ja auch wieder. Und dann müssen wir da sein.

Und natürlich – das ist auch wichtig – wir sind finanziert. Wir finanzieren uns durch Mitgliedsbeiträge. Aber hier in so einem Fall, da müssen wir einfach mal vorlegen und die Anleger mitnehmen.

Darum geht es: Dass wir jetzt mehr Schaden in der Zukunft verhindern. Erstens für die Varta-Aktionäre und für all die Fälle, die wir in den nächsten Monaten und Jahren sehen werden.

Das ist unser Punkt. Und da machen wir das für alle Aktionäre, die irgendwann mal betroffen sein könnten.

Was macht die DSW sonst noch?

Julius: Ja, das ist echt gut. Genau, ja, das wäre auch meine Frage jetzt gewesen: Was macht die DSW denn sonst noch so? Da sind wir schon drüber reden.

Marc: Ja, das glaube ich gerne. Ja, aber vielleicht kann ich noch mal einen Satz sagen, weil ich glaube, die Einflugschneise für uns ist, dass wir Anleger vertreten, Privatanleger vertreten – große, kleine, übrigens nicht nur Privatanleger. Die haben sehr viel und es gibt Private, die haben wenig. Und wir unterscheiden nicht. Wir vertreten jeden.

Ich glaube, wo man uns vielleicht kennt, mehr kennt als jetzt vielleicht hier in diesem konkreten Fall, ist: Wir gehen auf Hauptversammlungen. Wir gehen auf 650 Hauptversammlungen im Jahr. Da sieht man meine Kolleginnen und Kollegen und mich auch. Und da legen wir den Finger in die Wunde.

Hoffentlich tun wir das auch gut. Und daraus entwickelt sich natürlich, dass wir das Verhältnis haben zu dem Privatanleger. Für die sind wir da.

Ja, und jetzt marschieren wir hier bei Varta kräftig mit Partnern, mit One Square, Nieding und Barth und K&L und hoffen, dass wir das bewegen können.

Und da ist unser Motto, muss ich ganz klar sagen: Wenn wir hier nicht kämpfen, dann haben wir schon verloren. Dann haben alle Aktionäre verloren.

Und deswegen legen wir los, deswegen kämpfen wir. Und wenn wir nachher verlieren, dann können wir uns zumindest im Spiegel anschauen und sagen: Mensch, wir haben was versucht.

Und jetzt aufgeben gilt nicht. Immer weitermachen.

Quellensteuer und weitere Themen der DSW

Michael: Ja, und insofern glaube ich, ist es also – wir werden das auf jeden Fall verlinken in den Shownotes. Das heißt, die Hörer sollten einfach gerne auch auf eurer Webseite mal vorbeischauen.

Ich glaube, was man auf jeden Fall auch noch erwähnen sollte, wo ich immer ganz gerne bei euch auch gucke, ist das Thema Quellensteuer. Da seid ihr ja auch ganz vorne dabei, dass ihr halt dem Anleger helft, sag ich mal, wenn er eine ausländische Dividende hat. Leidiges Thema Quellensteuer.

Marc: Leidiges Thema, sehr einheitlich und manche Staaten wollen ja eigentlich auch gar nicht zahlen und so. Und da seid ihr ja auch an der Front und helft den Anlegern, ne.

Marc: Ja, also das ist in der Tat ein Dschungel. Michael, besser kann man es nicht beschreiben. Und es ist auch ein lästiger Dschungel, weil mit den Formularen und mit den Staaten, dazu kämpfen mit den Behörden – da versuchen wir so ein bisschen den Dschungel da mal, das bisschen freizuschlagen, dass man da zumindest durchblicken kann.

Da tut sich auch was. Auch da wieder ein schönes Beispiel, was wir tun: Auf der einen Seite helfen wir jetzt, dass es jetzt möglich ist, die Quellensteuer möglichst einfach – was immer einfach ist – sich wieder zurückzuholen.

Ganz interessant: Da gehen Milliarden flöten. Milliarden gehen den deutschen Anlegern da flöten, weil sie die Anträge nicht stellen.

Und das ist das eine: Wir helfen jetzt konkret individuell. Und gleichzeitig versuchen wir in Brüssel eine Vereinheitlichung, Vereinfachung hinzubekommen. Und da wird ab 2027 auch was kommen.

Und deswegen, auch da – das sieht man nicht so. In Brüssel sind wir auch stark aktiv, in Berlin auch. Aber da helfen wir, dass es auch grundsätzlich einen besseren Zugang gibt für Anleger, auch bei diesem Thema.

Und da wird was kommen, in der Hoffnung, dass die EU das nicht versemmelt. Aber auch da sind wir dann auf vielen Ebenen unterwegs.

Verabschiedung

Julius: Da haben wir dann auch schon den nächsten Podcast, ne. Also wenn das konkreter wird, weiß ich schon, wen ich einlade.

Marc: Sehr gerne.

Julius: Herzlichen Dank.

Michael: Okay, super. Ja, dann würde ich sagen: Marc, es war wieder echt gut. Und wie gesagt, wir versuchen, dass möglichst viele sich jetzt auch nach dem Podcast dann bei euch anmelden und sich damit beteiligen, um einfach sozusagen diese Schwungmasse noch weiter zu stärken.

Und ja, wir bedanken uns herzlich, dass du so spontan bei uns im StaRUG-Podcast warst, und wünschen dir, wie gesagt, viel Erfolg, dass alles klappt.

Und ja, dann würde ich doch sagen: Bis zum nächsten Mal.

Marc: Ja, ich sag ganz lieben Dank. Und Anleger sind nicht alleine. Anleger fühlen sich ja manchmal alleine mit ihren Entscheidungen, die sie getroffen haben. Aber auch wenn dann mal was Schlimmes passiert.

Und ich sag ganz lieben Dank, dass ihr euch da auch engagiert, dass justTRADE da auch erkennt, dass man da auch diese Themen adressieren muss und eure Kunden und die Anleger informiert.

Ganz lieben Dank für euer Engagement.

Julius: Ja, auch von meiner Seite herzlichen Dank für deine Zeit, deine Expertise. Sind wir gespannt, was die Zukunft da bringt.

Marc: Okay, alles klar. Bis bald. Danke. Okay, tschüss.

Michael: Ciao.

Neuigkeiten bei justTRADE

Julius: Ja, nach diesem spannenden Thema, das leider kein besonders positives Thema im Moment ist, haben wir jetzt noch eine spannende Neuigkeit. Wir hatten das ja schon beim letzten Mal auch angekündigt: Es wird Neuerungen geben bei justTRADE, die für unsere Kunden hochinteressant sind.

Michael, vielleicht magst du mal erzählen: Was ist das denn konkret? Was gibt's denn bei uns Neues, Tolles zu erzählen?

Michael: Ja, wir sind ja eh immer schon bekannt dafür gewesen, dass wir eine breite Auswahl an Zertifikaten, Optionsscheinen und Hebelprodukten unseren Kunden angeboten haben. Und jetzt haben wir unser Modell erweitert.

Das heißt, wir hatten bisher ja immer schon vier Emittenten und das haben wir jetzt erweitert um zwei neue Emittenten. Und wir haben dabei jetzt gesagt, es gibt eine Unterscheidung: Es gibt jetzt Premiumpartner Gold und es gibt Premiumpartner Silber.

Sodass die Kunden einfach jetzt von sechs Emittenten profitieren können. Und dabei haben wir jetzt zum einen den Emittenten Morgan Stanley als neuen Goldpartner mit aufgenommen und wir haben auch ganz neu aufgenommen die DZ Bank als Premiumpartner Silber.

Gold- und Silberpartner bei justTRADE

Julius: Mhm. Und jetzt hast du gesagt, wir haben jetzt Goldpartner und Premiumpartner Silber. Wie unterscheiden sich die beiden voneinander? Wo ist da für den Kunden der Unterschied?

Michael: Also für den Kunden ist der Unterschied, dass er die Goldpartner so wie bisher auch für 0 € Orderprovision handeln kann. Das heißt, lediglich der klassische Handelsplatz-Spread wird eben berechnet.

Es bleibt weiterhin bei dem 500 € Mindestordervolumen.

Und die Silberpartner, da gilt eben die Staffel. Das sind eben 2 € Orderprovision zuzüglich des Handelsplatz-Spreads. Sodass man eben für sich entscheiden kann, welchen Partner ich wählen will. Die einen für Gold sind eben für null und die Silberpartner sind eben für 2 €.

Das Produktangebot von Morgan Stanley und DZ Bank

Julius: Mhm. Und was macht jetzt so das Produktuniversum vielleicht interessant bei beiden Emittenten? Haben die besonders viele Produkte oder Produkte, die es so anders nicht gibt?

Michael: Ja, also wir haben uns da natürlich Gedanken dazu – eine gute Frage.

Also in Gänze ist es so, dass Morgan Stanley natürlich eine global agierende US-Bank ist, die einfach ein wahnsinnig breites Angebot an Basiswerten hat. Also die haben über 2.200 Basiswerte und bieten dann zum Beispiel auch über 280.000 Hebelprodukte an.

Also ich glaube, es gibt keinen Anbieter im Markt, der ein so breites Angebot hat an diesen Produkten. Also da ist, glaube ich, für jeden Kunden was dabei.

Es zeichnet die auch noch aus, dass sie eine extrem gute Kundenhotline haben. Das heißt, wenn Kunden da irgendwie Fragen haben, dann kann man bei Morgan Stanley immer anrufen und kriegt da wirklich kompetente Auskünfte.

Also das ist wirklich ein echt extrem attraktiver Partner.

Die DZ Bank ist insofern spannend: Zum einen ist es ein deutscher Anbieter, also der letzte deutsche Anbieter, der noch im großen Stil sozusagen die volle Bandbreite emittiert.

Und der Schwerpunkt oder ein Schwerpunkt bei der DZ Bank ist eben die große Auswahl von Produkten auf deutsche Nebenwerte, also auf MDAX, SDAX, TecDAX. Und das macht halt total attraktiv, dass einfach auch sozusagen Nebenwerte da im Fokus stehen.

Die DZ Bank hat eine super Webseite, www.dzbank-wertpapiere.de, wo man sich natürlich auch umfangreich informieren kann. Da gibt's Marktanalysen, da gibt's exklusives Research, da gibt's Trading-Ideen.

Also in Gänze wirklich ein ganz toller Emittent. Und da sind wir auch echt froh, dass wir irgendwie zwei neue tolle Emittenten für unsere Kunden jetzt neu angeschlossen haben.

Die DZ Bank als neuer Emittent

Julius: Gerade für mich als jemanden, der ursprünglich aus der Welt der Genossenschaftsbanken kommt, sozusagen, ist die DZ Bank ja auch schon eine absolut bekannte und auch sehr vertraute Größe als Spitzeninstitut der genossenschaftlichen FinanzGruppe, wie sie sich eben selber nennt.

Ich habe das auch immer schon gerne als Emittenten genutzt und kann auch aus eigener Erfahrung sagen: Die DZ Bank hat zum Beispiel auch eine eigene App für die Produktsuche mit den ganzen Derivaten.

In der App kann ich dann sehr leicht und sehr schnell einfach finden, was ich handeln möchte, und hat da, denke ich, eben neben der Rolle als Emittentin eben auch ganz viele andere Funktionen und ist somit einfach eine sehr große etablierte Bank in Deutschland.

Mich auch sehr froh macht, auch eben die DZ Bank neben Morgan Stanley als neuen Emittenten bei justTRADE begrüßen zu können.

Welche Handelsideen lassen sich mit sechs Emittenten umsetzen?

Julius: Ja, und ich denke, so haben wir jetzt eben noch zwei neue Emittenten mit an Bord.

Michael, vielleicht kannst du noch mal irgendwie sagen: Mit den sechs Emittenten, wie denkst du, ist man als Kunde bei uns aufgestellt?

Ich habe so das Gefühl, wenn ich jetzt sage: Hier, ich will jetzt was ganz Utopisches handeln. Irgendwie, dass ich sage: „Hier, ich glaube, Kakao könnte steigen“, da werde ich bestimmt auch fündig bei unseren sechs Emittenten, dass ich auch mit so außergewöhnlichen Handelsideen dann daran partizipieren kann.

Michael: Genau so ist es. Also da haben wir wirklich die breite Palette von wirklich Indizes, von Aktien, von Rohstoffen, aber auch Währungen. Und da bietet wirklich jeder Emittent eine ganz gute Auswahl.

Und ich sag mal, wenn du sagst Kakao, da ist natürlich Vontobel an erster Stelle auch zu nennen, ne, die da relativ viele Rohstoffe anbieten. Vontobel hat auch Kryptowerte. Das ist auch eine Besonderheit.

Also insofern haben wir wirklich geschaut, dass unser Angebot halt wirklich möglichst viel abdeckt, sodass eigentlich für jeden Kunden seine persönliche Handelsidee umgesetzt werden kann.

Schweizer Aktien jetzt bei justTRADE handelbar

Michael: Und ich glaube, was wir vielleicht auch noch erwähnen sollten, ist, dass wir ja auch den Aktienhandel erweitert haben.

Und das ist ja so ein bisschen das Thema, dass es so einen Streit zwischen der EU und der Schweiz gab. Und das hat halt dazu geführt, dass die sich gestritten haben, sodass halt an deutschen Börsen keine Schweizer Aktien gehandelt werden.

Und wir haben natürlich oft viele Rückfragen bekommen von Kunden: „Ja, ich würde gerne hier eine Schweizer Aktie handeln“, teilweise ja auch Dividendenjäger, sage ich mal, ne.

Und das haben wir jetzt eben auch möglich gemacht, weil Schweizer Aktien dürfen eben außerbörslich gehandelt werden. Und da haben wir eben den Partner Société Générale für gefunden.

Das heißt, man kann jetzt bei uns bis zu 100, knapp über 100 Schweizer Aktien – die Liste ist auf der Webseite bei der Société Générale bei uns verlinkt – handeln. Und das eben auch für günstige 2 € Orderprovision.

Das heißt, da schließen wir jetzt quasi die Lücke, dass diese Aktien bisher nicht handelbar waren.

Julius: Ja, wir hatten ja im Laufe der Zeit immer mal Kunden, die auch gefragt haben: „Hier, ich möchte gerne die Aktie XY aus der Schweiz handeln.“ Und dann haben wir eben immer darauf hinweisen müssen, dass es eben diese, ja, ich sag mal, politische Sache im Wege stand.

Seit dem 1. Juli 2019 war das nämlich so: Es dürfen keine Schweizer Aktien mehr an den offiziellen Handelsplätzen in der EU gehandelt werden. Das war eben dieses Partnerschaftsprogramm und so.

Und so haben wir jetzt da eben einen wunderbaren Weg drumherum, sodass unsere Kunden das eben dann doch tun können. Und eigentlich alle Aktien aus der Schweiz, die mir so in den Sinn kommen, dann auch wirklich handelbar sind.

Und ich glaube, das ist was Seltenes und sehr, sehr, sehr Positives für unsere Kunden.

Ausblick auf weitere Neuerungen

Julius: Auf jeden Fall. Also insofern, du siehst, wir haben jetzt drei Neuerungen Anfang August umgesetzt. Da wird noch einiges dieses Jahr kommen und ja, wir freuen uns, wenn das gut angenommen wird.

Michael: Absolut. Ich als Mitarbeiter im Kundenservice bekomme da auch wirklich viel mit: Kunden, die uns loben, Kunden, die sich bedanken, Kunden, die sagen: „Ach prima, das Angebot ist wieder gewachsen, neue Möglichkeiten.“

Also kann ich auch nur bestätigen. Ich denke, wir sind da auf einem wirklich sehr, sehr guten Weg, unser Angebot immer mehr zu erweitern.

Julius: Ja, ich denke, damit haben wir diese drei Punkte auch einmal dann konkret thematisiert. Michael, vielen Dank für deine Antworten und Ausführungen.

Michael: Ja, vielen Dank und bis zum nächsten Podcast.

Julius: Jawohl, bis dahin. Auf Wiederhören.

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