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Börsentalk #38 - Rocco Gräfe und Valentin Schelbert über professionelles Trading - mit Aktienpuls360

Unsere erfahrenen Gäste Rocco Gräfe und Valentin Schelbert teilen ihre wertvollsten Erkenntnisse aus jahrelanger Handelserfahrung und enthüllen die Lektionen, die ihre Karrieren geprägt haben. Erfahre aus erster Hand, welche Muster sie in verschiedenen Indizes beobachtet haben und wie du diese Erkenntnisse für deine eigenen Handelsentscheidungen nutzen kannst.

Besonders spannend wird es, wenn die beiden Experten ihre Einschätzung zur aktuellen Marktsituation preisgeben. Sie beleuchten die Herausforderungen, denen Anleger in den kommenden Monaten gegenüberstehen könnten, aber auch die vielversprechenden Chancen, die sich auftun.

Diese Folge bietet wertvolle Ratschläge für jeden, der den DAX oder andere Indizes handeln möchte. Unsere Gäste teilen ihre bewährten Strategien und geben Tipps, wie Du deine Handelsentscheidungen optimieren kannst. Profitiere von jahrelanger Erfahrung und aktuellen Markteinschätzungen.

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Michael: Podcast Nummer 38. Hallo Julius!

Julius: Hallo Michael!

Michael: Heute haben wir, glaube ich, eine Premiere, weil wir zwei Gäste im Podcast haben. Das hatten wir meiner Meinung nach noch nicht. Das liegt daran, dass es einen neuen Aktiendienst gibt: Aktienpuls 360. Und der wird gemacht von Rocco Gräfe und Valentin Schellberg. Hallo ihr zwei!

Valentin: Hallo!

Rocco: Servus, grüß euch!

Michael: So, weil ihr zwei diesen neuen Aktiendienst macht, haben wir gedacht, da müssen wir euch zwei auch einladen und euch so ein bisschen ausfragen, was es denn genau damit auf sich hat. Vielleicht fangen wir einfach mal ganz kurz an. Valentin, du kannst ja mal anfangen und euch mal vorstellen: Wie war euer beruflicher Werdegang, was macht ihr so und wie kam es dazu, dass ihr diesen Dienst gegründet habt?

Valentin: Dann fange ich mal an. Mein Name ist Valentin, ich bin 26, habe mein Abi gemacht, danach BWL-Studium an der LMU. Hatte da schon ein Aktiendepot bei der Comdirect damals noch, mittlerweile bei Neobrokern wie beispielsweise justTRADE. Damals nur ETFs, war dann irgendwann zu langweilig. Dann habe ich mit Trading, Einzelaktien analysieren und Investieren angefangen.

Meine Bachelor-Thesis, da ging es auch schon um GameStop, um den ganzen Hype. Nach dem BWL-Studium habe ich dann direkt als Social-Media-Manager angefangen, also auch Instagram-Kanäle und so weiter verwaltet. War mal viel im Discord aktiv und bin es auch jetzt noch.

Nach Scalable habe ich dann als Stock3-Community-Marketing-Manager angefangen. Und ja, mit der Zeit hat sich das Ganze dann so entwickelt, dass ich jetzt zusammen mit Rocco Aktienpuls 360 gestartet habe. Und damit würde ich sagen, übergebe ich dir das Wort mal.

Rocco: Ja, danke. Also ich bin ja schon ein bisschen länger dabei. Ich habe schon angefangen, beruflich 2002. Ich mache das also jetzt seit 22 Jahren und es war schon immer ein Index- und Aktienservice, meistens auch gehebeltes Trading.

Der neue Service ist übrigens auch nicht nur Aktien. Es geht auch viel um Indizes, mindestens die Hälfte, das gleich am Rande. Es fing an mit der DAX-Prognose und dem DAX-Trading mit Hebel, dann Nasdaq 100 über die Jahre. Das immer weiter ausgebaut, auch ein Tradingservice.

Es geht ja mehr um Analyse und Tradingservice. Über die Jahre kam jetzt ohne Veränderung eigentlich eine sehr große Verbreitung, die ich erfahren habe. Dann kam Valentin mir in die Quere, und das war im Frühjahr letzten Jahres eigentlich. Da habe ich gesagt: Mensch, den muss ich eigentlich direkt mal zu mir holen. Wie auch immer man das dann veranstaltet.

Wir haben ein Jahr vorbereitet, weil Valentin so gut im News-Trading und fundamental ist. Das ist eine Stärkung, weil ich ja der Chartanalyst bin. Also ich bin chartanalytisch unterwegs. Habe ich vergessen zu sagen: Ich leite die Prognosen aus den Charts her für alle möglichen Zeitebenen, dann DAX, Nasdaq 100, S&P 500 und deutsche Aktien, Nasdaq-Aktien, S&P und so weiter.

Ja, und das hat dann auch geklappt. Da kommen wir sicherlich noch dazu, was das dann nun bedeutet für die Gegenwart, dass ich mit Valentin zusammenarbeite.

Welche Lektionen haben Rocco und Valentin beim Trading gelernt?

Julius: Ja, top. Und wenn ihr jetzt so ein bisschen auf eure Tradingkarriere schaut: Gibt's da irgendwelche wichtigen Lektionen, wo ihr sagt: Das habe ich gelernt, den Fehler sollte man vielleicht jetzt als Zuhörer nicht mehr machen? Habt ihr da irgendwelche Tipps vielleicht vorweg schon?

Valentin: Ich kann noch mal weitermachen. Ich habe ja schon am Gymnasium auch Unterrichtsstunden über das Thema gehalten und da war das Thema natürlich eine zentrale Rolle und hat eine zentrale Rolle gespielt.

Einmal natürlich: Wo Rauch ist, da ist auch Feuer. Das musste ich früh lernen. Mit Wirecard auch, da habe ich ordentlich Geld eingezahlt früh. Aber ich würde sagen, dass das ja im Nachhinein nicht sehr verkehrt war, weil es mir sehr, sehr viel gebracht hat.

So in der Zukunft jetzt dann auch Themen wie: Mit Verlust verkaufen ist keine Schande. Weil ab minus 30 Prozent wird's dann heftig. Da braucht man schon 50 Prozent, um wieder auf Plusminus null zu sein.

Und ja, natürlich auch ein wichtiges Thema, was man immer wieder hört: „Time in the market beats timing the market.“ Beispielsweise Nvidia. Da ärgere ich mich noch heute, dass ich damals im Covid-Crash wegen eines 1-Euro-Kauflimits nicht ausgeführt hatte und dann dachte ich mir: Ja, jetzt kaufe ich auch nicht mehr.

Im Nachhinein wissen wir, dass das ein großer Fehler war. Auch ein Thema wie: Die Börse kennt keine Emotionen. Also sei es jetzt Entlassungen im Unternehmen oder Themen wie Krieg. Und da vor allem ganz wichtig an der Börse, dass da immer die Zukunft gehandelt wird und Erwartungen sehr, sehr wichtig sind.

Alles, was im abgelaufenen Quartal passiert ist, ist eigentlich nicht so relevant wie der Ausblick auf die zukünftigen Quartale. Aber das ist jetzt nur so ein kleiner Ausschnitt. Das sind, glaube ich, einige wichtige Learnings dabei.

Julius: Jetzt bin ich gespannt, was du sagst, Rocco.

Rocco: Ja, also die Learnings – man kann da so viel drüber reden. Wir könnten eigentlich zwei Stunden drüber reden. Wir machen das auch jede Woche nebenbei zu dem eigentlichen Trading.

Das Wichtigste ist erst mal die Verlustbegrenzung. Du hast gerade das Beispiel gebracht: 30 Prozent. Noch besser ist, wenn du jetzt eine Aktie gesehen hast, die 50 Prozent gefallen ist, dann brauchst du halt die Anstrengung von 100 Prozent, damit sich diese Halbierung wieder ausgleicht. Und das ist halt mathematisch schon sehr schwierig.

Das Weitere, was jetzt noch später hinzukam, also sehr spät eigentlich erst mit Valentin zusammen: Da habe ich über 20 Jahre jetzt dafür gebraucht, um die Erkenntnis zu bekommen, dass generell das Shorten relativ mathematischer Unsinn ist oder sicherlich suboptimal.

Denn du kannst, wenn du shortest, von jedem Punkt aus – egal, welchen Basiswert du shortest – immer nur 100 Prozent abwärts handeln, und dann bis er bei null ist. Und was fällt schon auf null? Eigentlich ist das nicht mehr realistisch.

100 Prozent Abwärtspotenzial. Auf der anderen Seite: Wenn wir jetzt eine Aktie haben, die halt 50, 70 Prozent gefallen ist, das kann schon mal passieren, dem schließt sich aber wieder ein Anstieg um mehrere 100 Prozent an.

Du hast also auf der Long-Seite immer die besseren Chancen, weil es nach oben hin offen ist. Das sagen auch die besten Investoren der letzten 40, 50 Jahre regelmäßig. Und das ist wichtig für mich.

Das Ganze wird noch unterstützt durch die Tatsache, dass ja immer mehr Innovation in die Märkte reinkommt. Es geht weiter, technologische Revolution plus Inflation. Das heißt, die Long-Seite kann eigentlich immer nur profitieren.

Das ist echt eine Erkenntnis, die sich erst ziemlich spät jetzt verbreitet hat. Das würde ich auch jedem mal zum Nachdenken mitgeben.

Julius: Okay, ja, spannend. Habe ich so ehrlicherweise auch noch nicht gesehen, weil ich schon auch sehe, dass bei uns die Kunden ja auch gerne mal Puts kaufen. Weil so richtiges Shorten ist ja eher schwierig, auch regulatorisch.

Rocco: Trotzdem, ja, ist spannend, das mal so zu sehen. Ich meine natürlich die Puts. Na ja, Puts und so ist ja klar. Das Wort „Shorten“ ist verallgemeinert worden. Wir meinen natürlich dann auch solche Derivate nicht. Das eine ist Shorten, das machen wir ja gar nicht.

Aktienpuls 360: Was steckt hinter dem neuen Aktiendienst?

Julius: Ja, kommen wir mal zu Aktienpuls 360. Was ist das denn eigentlich genau und wie funktioniert dieser Service?

Valentin: Ich würde sagen, es ist ja eigentlich der ultimative Service. 360 Grad quasi der Rundumblick, weil es eine Kombination aus fundamentalen Themen, Chart-Themen abdeckt, sich um Aktien dreht, Indizes, Derivate, kurz- bis langfristigen Handel.

Und natürlich auch ein Battle zwischen mir als jungem Aufstrebenden und Rocco, der schon viel mehr Erfahrung mitbringt. Ich denke, da ist für jeden Mann und Frau etwas dabei.

Und es gibt auch einen Daily Talk, wo man sich dann natürlich täglich austauschen kann über die ganzen Themen. Einen 360-Grad-Ticker, wo die wichtigsten, relevantesten Meldungen reinkommen.

Das auch zu Zeiten – manchmal fragt man sich da ja: Wann steht die dpa eigentlich auf und geht schlafen? Bei uns sind die Meldungen teilweise schon eine Stunde früher draußen.

Ich glaube, einfach das ganze Umfeld. Bei Rocco kann man auf jeden Fall gerne mal reinschauen. Geht ja jederzeit immer 14 Tage unverbindlich. Und ich glaube, das ist schon etwas Einzigartiges, so zwischen mir und Rocco.

Rocco: Ja, also man kann die Überschrift bilden. Wir haben das ja auch im Vorfeld versucht, als wir das entwickelt haben: Jung gegen Alt, gegen ... das ist so die Sache, die sich komplett in der Zusammenführung super ergänzt.

Der Valentin hat eine Meinung zu einer bestimmten Aktie aufgrund der Fundamentalkriterien. Ich kenne mich da nicht so aus, aber ich weiß sehr gut, wie der Chart dazu steht. Und kann dann sagen: „Aber hier, hey, du hast jetzt da die Kaufsituation für die Aktie gefunden, aber ich sag dir jetzt: Du kannst noch nicht kaufen. Erst wenn dieser und jener Kurs erreicht ist, weil da eine bestimmte Chartsituation entsteht.“

Und so können wir das Ganze auf eine neue Stufe heben, als wenn jeder jetzt für sich im eigenen Kämmerlein da irgendwas macht, nach seiner Spezialgebietsabteilung. Da Fundamental-, da Chartanalyse.

Und das haben wir ja dann auch auf die Spitze getrieben, indem wir ein drittes Depot haben. Also jeder hat sein eigenes und ein drittes. Dann dürfen wir nur handeln, wenn beide ein Go geben für den Trade-Start.

Wenn also Chartsituation, Chartkonstellation und die Fundamentalkomponente passen, müssen wir sagen: „Ja, okay, das wäre für mich jetzt perfekt.“ Und ich sage auch: „Perfekt.“ Dann kaufen wir.

Das ist auch noch eine neue Sache. Die gab's eigentlich noch nie bei uns bei Stock3.

Community, News-Trading und die drei Depots

Rocco: Ansonsten, was gemeint ist mit Daily Talk: Das ist also die Community. Wir reden da mit den Abonnenten direkt. Das ist so eine Eins-zu-eins-Kommunikation. Also die fragen, wir sind sofort da.

Der Valentin ist besonders viel da, von 7 bis 23 Uhr. Das ist unglaublich, was auch da an Feedback kommt. Und wir fragen uns alle auch: Schläft er überhaupt irgendwann mal?

Das ist schon Wahnsinn, und wie schnell er Informationen verarbeitet. Tatsächlich einlaufende News – da ist er zum Teil schneller als die Agenturen. Und wenn man dann sieht, wie er das auch noch als News-Trading umsetzt im Bereich Aktien-Trading, dann ist das auch etwas, was jetzt bei mir nicht unbedingt vorkommt, weil ich ja eher auf der Zeitebene ...

Julius: Kannst du noch mal sagen, die Zeitebene ist schon ...?

Rocco: Wir haben uns vorgenommen, jeden Monat 15 Trades zu machen. Das ist so das Spektrum. Ich mache 15 Trades, er macht 15 Trades oder 20. So ungefähr, damit die Zuhörer wissen, was so die Frequenz ist, die wir bedienen.

Julius: Vielleicht hat der Valentin ja auch einen Bot geschaffen, der ihn manchmal vertritt und du merkst das gar nicht.

Rocco: Ja, das haben wir auch schon gefragt, ob das ihm gelungen ist. Aber das würde ich, glaube ich, merken. So perfekt sind die Dinger jetzt auch noch nicht.

Julius: Und wenn man sich jetzt diese drei Depots anschaut – das finde ich ja ganz spannend – wer liegt denn vorne? Ich finde, ich gebe es zu, ich oute mich vielleicht: Ich bin jetzt nicht so der Chartanalytiker. Ich denke mir, ich weiß es nicht. Ich wäre also, glaube ich, eher Team Valentin. Wobei ich das natürlich total spannend finde, wenn ihr beide dazu stimmt, dass also vielleicht das auch das beste Depot ist. Wie sieht es denn aus? Was ist das beste Depot aktuell?

Rocco: Der Valentin ist das. Das ist auch eine gute Ergänzung. Der Valentin ist in seinem Stadium, auch in seiner Jugend und Unbedarftheit und Angstfreiheit, auch der bessere Trader momentan.

Ich würde sagen, der ist deutlich besser in dieser Situation. Wenn wir allerdings jetzt einen Bull-Markt gehabt hätten, komplett – weiß ich nicht genau, wie es dann sein wird. In der Phase ist der Valentin auf jeden Fall besser.

Ich bin auch eher der, der im Short-Bereich seine Stärke findet. Wobei ich das Shorten inzwischen runtergefahren habe.

Rocco: Der Valentin, ich kann es ja genau sagen, hat jetzt seit 1. Oktober 2023 – es gab ja schon einen Vorlauf zu diesem Programm – im Aktienpuls plus 42 Prozent gemacht in zehn Monaten. Und das ist wirklich sehr gut, finde ich.

Wenn man bedenkt, dass der S&P 500 im Schnitt aller Jahrzehnte, wenn man das dann runterbricht auf ein Jahr, 7,5 Prozent steigt, ist das schon eine ordentliche Leistung.

Und er hat jetzt auch direkt weiter performt. Man hätte ja sagen können: Okay, jetzt beginnt der Service und er kommt nicht weiter, er kommt nicht damit klar mit dem Druck. Aber er hat direkt weiter performt. Das fand ich gut.

Valentin: Ja, ich trade das Ganze natürlich gegen die Indizes und kann seit Start von meinem Depot jetzt eh deutlich outperformen. Also es sind schon so über ... Prozentpunkte Unterschied.

Seit dem Start von dem Service, also Start bei Jahres-September, da stand das Depot noch bei knapp plus 24 Prozent. Da war es ja ein bisschen schwieriger so Anfang September noch mal kurz. Und ja, von da an hat sich die Depot-Performance fast verdoppelt noch mal.

Also ich bin eigentlich ganz, ganz zufrieden, so wie es läuft. Und wir traden natürlich die Dinge. Das ist auch noch mal zur Klarstellung: Ich handle die Dinge auch komplett privat selbst nach und poste da auch teilweise Screenshots von den Ergebnissen.

Ich finde, wenn man irgendwie Dinge vorschlägt, dann macht es keinen Sinn, wenn ich jetzt irgendwas spannend finde und das dann selber nicht direkt handle. Also profitieren die Abonnentinnen und Abonnenten und natürlich auch ich selber so nebenbei noch, weil es einfach Spaß macht.

Und es ist eigentlich so auch ein Traumberuf von mir, weil es halt Hobby auch gleichzeitig ist.

Rocco: Schön. Der Valentin, der ist immer mehr oder weniger sehr stark hier. Der ist ja auch nicht so wie ich. Ich kaufe – ich habe super Einstiegspunkte, finde ich, immer am 5. August, als der große Einbruch war, der Angsttag des Jahres.

Aber ich neige dazu, mal relativ früh zu verkaufen, weil ich dann denke: Es ist jetzt dieser Swing-Markt dabei. Wir haben einen Seitwärtsmarkt. Das ist jetzt für mich nicht so optimal.

Deswegen bin ich viel zu oft in Cash und komme nicht direkt mit dem Markt mit. Deswegen hänge ich da ein bisschen zurück, weil jetzt die Volatilität nicht nach meinem Geschmack ist. Und das jetzt schon seit 15 Monaten, ehrlich gesagt. Die Vola sehr tief im Keller, verhältnismäßig zu der Zeit, die davor war.

Aber ansonsten: Index-Trading ist meine Disziplin, er macht die Aktien-Disziplin. Und das ist dann auch so eine Aufteilung, die sich zeigt.

Wie analysieren Rocco und Valentin den DAX und die US-Märkte?

Julius: Ja, schauen wir mal auf das Thema Marktexpertise. Wie analysiert ihr denn den DAX oder auch den US-Markt und welche Faktoren nehmen da vielleicht so die größten Einflüsse?

Rocco: Also der DAX wird früh von mir regelmäßig sofort analysiert. Um 7:45 Uhr fange ich also an und habe eine Prognose fertig um 8:15 Uhr. Das ist auch ein Standard, der bekannt ist seit 2001 schon.

Das war auch der meistgeklickte Beitrag bei uns auf dem Portal, bis er jetzt weggenommen wurde. Der wurde nämlich rausgenommen und zu uns in den Service gewandt. Und kommt jetzt nur noch mit Verzögerung.

Aber das am Rande: Da geht's darum, wo liegt der EMA 200 für den Stundenkerzenchart? Was ist die Vorbörse? Wie wird sie indikativ verlaufen? Eine Anlehnung an den DAX-Future. Das beachte ich.

Ich beachte auch: Wie weit kann der DAX überhaupt ausschlagen im Tagesverlauf durch die Pivot-R3 und S3? Könnt ihr euch mal ansehen. Und das ist sehr wichtig für mich, weil da eine natürliche Grenze ist.

Und wie steht das Ganze jetzt im Verhältnis zum S&P 500, vor allen Dingen? Dann wird eine Tagesroute herausgefiltert. Und die wird dann auch mehrfach täglich upgedatet.

Also um 9 Uhr ist alles noch klar, aber um 11 Uhr ist eine neue Situation entstanden. Wird das auch weiter vervollständigt, upgedatet, auf den neuesten Stand gebracht.

Darüber hinaus gibt es die Wochenendprognose, damit ich auch weiß, wie es im Big Picture steht. Also ich sehe mir das am Wochenende einmal mit einer zweitägigen Ruhephase, die ich davor hatte, an, damit ich nicht in der Hektik des Alltags eine Big-Picture-Entscheidung treffen muss.

Das ist Sonntag. Und da geht's darum: Wo ist die Grundrichtung für die nächsten Wochen und Monate? Ist jetzt das Jahrestief da gewesen? Wir hatten im DAX eine 10-Prozent-Korrektur, wieder mal wie jeden Sommer nach dem 1. Mai. Und das war direkt am 5. August.

Dementsprechend findet man dann auch raus, wie es insgesamt steht, was die Hauptrichtung sein kann. Und das ist so eigentlich meine Vorgehensweise.

Wobei dann noch das Sentiment eine Rolle spielt. Sentiment, gerade USA-Sentiment. Da gibt's so ein paar Sentiment-Faktoren, die ich betrachte: Ob der Markt jetzt sehr gierig ist oder ängstlich. Das fließt dann auch quer rüber über den VDAX.

Der VDAX ist für DAX-Trader auch wichtig, durchaus anzusehen, wie da die Situation ist. So, das aus meiner Sicht erst mal, wie der DAX grundsätzlich täglich analysiert wird.

Valentin: Also ich schaue ja vor allem auf US-Aktien. Da muss man einmal wissen, weil ich halt vor allem im Technologie-Wachstumssektor aktiv bin, dass die Volatilität einmal deutlich höher ist. Also Index-Trading und Aktien-Trading unterscheidet sich da schon sehr, sehr stark.

Deswegen arbeite ich vor allem auch per Tranchen. Ich kaufe eigentlich eine volle Position nie auf einmal, sondern meist an verschiedensten spannenden charttechnischen Punkten. Da kommt auch bei mir das Charting ein bisschen hinein.

Und da frage ich natürlich auch regelmäßig Rocco, ob das hier und da Sinn macht. Also da ergänzen wir uns auch sehr, sehr gut.

Eine wichtige Geschichte sind auch Beziehungen zwischen Unternehmen innerhalb von einem Sektor. Man muss auch immer schauen: Welcher Sektor wird gerade an der Börse gespielt? Wo ist Musik drin?

Durch bestimmte Unternehmensmeldungen beispielsweise konnte ich zuletzt Affirm sehr, sehr gut handeln. Solche Themen sind sehr wichtig.

Dann natürlich auch das Thema Handelszeiten, Spreads. Also es ist natürlich am wichtigsten, da zu handeln, wo auch das Volumen am höchsten ist, dass der Abstand zwischen Brief- und Geldseite quasi am geringsten ist.

Natürlich schaue ich auf Themen wie Markttechnik, Unternehmensmeldungen und dann fließt das Ganze quasi in meinem Kopf zusammen zu einer Suppe. Und dann mache ich ein paar Trades raus, die natürlich hoffentlich gut rausgehen.

Welche Chartmuster und Trading-Strategien funktionieren?

Julius: Gibt's dann bestimmte Muster, die ihr bei Indizes entweder vielleicht in den Charts selber oder auch in Reaktionen auf bestimmte Aktionen am Markt beobachten konntet?

Rocco: Ja, na klar. Gerade bei den Indizes gibt es sich wiederholende Muster, die auf jeden Fall beachtet werden sollten.

Es gibt da, wie gesagt, ich habe da so eine ganze Palette. Ich habe da so zehn an der Hand, die immer wieder sich wiederholen. Das fängt an bei 61,8-Prozent-Retracement-Geschichten, Oldschool-Strategien.

Eine Sache, die es gab von Anfang an bei mir sehr gerne, nämlich auch der RSI-Indikator, den wir im Stundenkerzenchart gerade auch für die Intraday-Trader nutzen.

Das heißt, wenn bei neuen Indexhochs der Indikator nicht ebenfalls ein neues Hoch macht, dann kippt vielleicht demnächst der Aufwärtstrend. Das ist eine einfache Sache.

Wie gesagt, ich hatte es schon angerissen: 200-Tage-Durchschnittslinien sind weiter das A und O und müssen auf allen Zeitebenen beachtet werden.

Dann die Sache mit dem Sentiment hatte ich schon erwähnt. Auf jeden Fall beachten wir die Kerzen, weiterhin Kerzenkombinationen in aller Art. Sollte man sich auch wieder mal ansehen. Da gibt's ja eine ganze Palette und auch Seiten, die das erklären.

Also Candlestick-Kombinationen und Formationen weiterhin auch.

Wichtig für euch vielleicht alle: Entgegen der Lehrbuchmeinung müssen die Formationen angewendet werden. Der Markt ist so effizient, dass bestimmte Dinge, die in Büchern stehen, veraltet sind.

Ich kann auch keine Bücher unbedingt empfehlen zu lesen, sondern dann geht mit der Community, mit dem Community-Talk. Und das ist schon seit über 10, 20 Jahren auch der Fall, dass ihr euch da lieber weiterbildet.

Zum Beispiel der Klassiker ist die Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Die Nackenlinie wird durchbrochen nach unten und das ist eigentlich immer ein Fehlsignal. Da gibt's so viele Dinge, die mit der Zeit – weil alle sie sonst so handeln würden und erfolgreich wären – auf den Kopf gestellt werden.

Da muss man auch mit der Zeit gehen und tatsächlich die Dinge auch mal entgegen der Lehrbuchmeinung anwenden oder selbst die neue Art der Verwendung dieser Formation herausfinden und dann zum Nutzen machen.

Das kann ich auch jedem empfehlen: Dinge mal auf den Kopf zu stellen.

Post-Earnings Announcement Drift: Wenn Aktien nach guten Zahlen weiter steigen

Valentin: Sehr gut. Ich hätte auch ein konkretes Beispiel, was ich auch regelmäßig handle. Das nennt sich „Post-Earnings Announcement Drift“, quasi ein Phänomen, wenn Unternehmen Quartalszahlen präsentieren, die über oder unter den Erwartungen liegen.

Wenn beispielsweise ein Unternehmen sehr starke Zahlen bringt, deutlich besser als erwartet, dann steigt die Aktie nach dem Kursanstieg nach den Zahlen in der Zeit danach tendenziell weiter an.

Das konnte man beispielsweise in der Vergangenheit bei CrowdStrike, Broadcom, Meta und vielen weiteren Aktien handeln. Also ist so ein Phänomen, was ich gerne handle.

Es gibt auch Artikel auf Stock3 kostenlos dazu.

Und ja, woran liegt es? Einerseits natürlich an den Analysten, die dann meistens im Nachgang die Kursziele hochschrauben. Dann Analysten, die vielleicht zu pessimistisch waren, die ebenfalls hochschrauben.

Das Phänomen tritt vor allem bei Unternehmen auf, die klein sind, nicht so stark gecovert sind wie Nvidia und Co. Also vor allem bei kleineren Wachstumsaktien.

Und es ist natürlich umso stärker, je krasser das Sentiment zu einer bestimmten Aktie und den Zahlen sich unterscheidet. Also wenn Analysten im Vorhinein schon sehr pessimistisch sind, dann reichen meist selbst Zahlen, die nur ein bisschen besser als erwartet sind, für den großen Kursanstieg.

Und da gilt natürlich dann auch immer drauf zu schauen: Was sagen die Analysten? Kann man mit weiteren Kursanstiegen rechnen?

Wir schauen natürlich auch im Service auf solche Themen wie Quartalszahlen. Beispielsweise LVMH oder ASML, die jetzt gestern Zahlen gebracht haben. ASML eher aus einem Fehler heraus. Es war ein technischer Fehler, dass die Zahlen einen Tag früher schon veröffentlicht wurden.

Und da hatten wir vorher schon gewarnt, dass die Zahlen wahrscheinlich nicht gut werden.

Dem kommt so aber nur zugute: Nur weil jetzt beispielsweise LVMH schwache Zahlen bringt, heißt es nicht, dass der gesamte Sektor jetzt beispielsweise schlecht ist. Sondern dann ergeben sich eher Chancen in Unternehmen, die dann quasi mit in Sippenhaft genommen werden und wegen LVMH oder ASML auch fallen.

Dann ergeben sich da weitere Chancen. Und dafür muss man natürlich auch die Unternehmen nachverfolgen, wissen, wie es bei den einzelnen Unternehmen läuft. Und ja, das machen wir beispielsweise im Service. Dann ergeben sich auch aus solchen Situationen heraus immer wieder Chancen.

Rocco: Wenn ich da noch mal ergänzen darf: Weil es so interessant war, der Post-Earnings Announcement Drift. Ich wollte noch mal bildlich machen, den er angesprochen hat, ist ja folgendes:

Das würde ich nie so machen, aber es ist erfolgreich. Der Kurs steigt nach Zahlen vorbörslich um 5 Prozent, sagen wir mal. Ich würde niemals dann kaufen. Aber der Post-Earnings Announcement Drift sagt: Du musst dann kaufen, auch wenn 5 Prozent vorbörsliches Plus ist, weil es im Laufe dieses Tages dann weiter ansteigt.

Das ist das Phänomen dieses Ereignisses. Das ist eine prozyklische Art und mitzugehen, die ich jetzt – wo ich dann sage, stehen bleiben würde – denke: Ich brauche einen Pullback in antizyklischen ... Pullback, um zu kaufen.

Im Gegensatz dazu würde Valentin zum Beispiel da direkt mitkaufen und hoffen, dass es von 5 Prozent auf plus 10 Prozent im Tagesverlauf noch weiter steigt.

Das ist die plastische Aussage dazu, die da gemeint war.

Valentin: Ganz wichtig: Das funktioniert natürlich nicht bei jedem Unternehmen. Also nicht denken, nur weil starke Zahlen da waren, einfach aufspringen. Da muss man natürlich auch die Unternehmen fundamental alles mit in Betracht ziehen. Und das machen wir halt. Ist alles im Kopf quasi gespeichert.

Wie ist die aktuelle Marktsituation?

Julius: Okay, alles klar. Wie schätzt ihr denn die aktuelle Marktsituation ein und was seht ihr da so für Herausforderungen und vielleicht auch Chancen für Anleger in den kommenden Monaten?

Rocco: Also wir hatten ja jetzt speziell, wenn man in der Breite mal zuhört, oft auch die saisonalen Trends, die besprochen wurden. Und da waren jetzt Dinge am Laufen, die nicht funktioniert haben.

Die zweite Septemberhälfte, die ach so schlechteste Monatshälfte des Jahres sein soll, also die 24 von 24 Monatshälften von der Performance her die schlechteste war. Eine sehr gute. Dann sollte es im Oktober, Anfang Oktober zumindest, im Wahljahr in den USA fallen. Auch nicht passiert.

Es steigt und steigt und steigt. Das sind wichtige Dinge zu sehen: Oh, saisonale Trends funktionieren gerade nicht so gut.

Und wir kriegen jetzt keine nochmalige Schwäche nach dem, was jetzt am 5. August wahrscheinlich der schwächste Tag gewesen war. Da war zum Beispiel der Nasdaq 100 insgesamt 16 Prozent gefallen vom Top. Nvidia war über 30 Prozent noch mal gefallen vom Top.

Und wir bekommen jetzt einfach keine Herbstkorrektur momentan. Und das ist so die Sache, die man eigentlich erwartet hat, weil sie letztes Jahr so war.

Wir hatten letztes Jahr den Abschluss der Herbst-Sommer-Herbst-Korrektur in den letzten Oktobertagen, am 27. Oktober. Das war eine ordentliche Korrektur.

Im Jahr 2022 auch. Da habe ich mir das mal angesehen. Und es ist gar nicht der Standard. Auch wenn es in den letzten zwei Jahren jetzt so war, dass im Oktober mal die Tiefs waren, dass man für die Jahresendrally klassisch November, Dezember aufwärts kaufen konnte.

Ende Oktober muss es nicht dieses Jahr so sein, weil seit 2001 gab es gar nicht so viele Korrekturabschlüsse im Oktober. Die sind sogar in der Minderzahl.

Deswegen muss man sich jetzt nicht unbedingt wundern, dass es nicht so weit runterkam, nachdem im August es schon ein relativ fettes Tief gegeben hat.

Sonst würde man sagen, es steigt weiter, jetzt über dem Sommerhoch im S&P, bis über 6.000. Das sind so die Chancen, die noch offen liegen.

Und vielleicht bekommt man da noch mal, gerade jetzt, wo es gestern ein Verkaufssignal gab – Doppelkerzen-Verkaufssignal, bärisches Engulfing vom Chart her. Der Michael wird sich wundern, weil er kennt das nicht.

Aber interessant: So zwei Kerzen-Verkaufssignale sind schon ernst zu nehmen. Das ist eines der besten Signale aus den Kerzen.

Hier könnte es ja noch mal Richtung – und das wäre jetzt eine Marke zum Aufschreiben – 5.670 fallen. Und da würde ich noch mal eine Chance sehen, dass wir jetzt von 6.050, wo wir, glaube ich, schon waren im S&P 500, auf 5.670 noch mal kommen. Und dort kann man sich noch mal vielleicht dann umsehen, eine Chance zu haben.

Und dann Richtung November, Dezember, je nachdem, wie die US-Wahl aufgenommen wird, nach oben zu gehen. Weil das sollen ja die besten Monate sein.

Aber gleichzeitig ist das Sentiment so ausgereizt. Das Sentiment USA war vor wenigen Tagen am äußersten bullischsten Rand. Fear & Greed war bei 77, also extreme Gier.

Auch die wöchentliche Befragung der Investoren: Wohin geht der Markt in den nächsten sechs Monaten? War so stark ausgereizt: über 50 Prozent Bullen-Antworten. Das ist sehr viel. Und 20 Prozent Bären-Antworten ist sehr wenig.

Das ist ein bisschen ein Widerspruch. Da muss man eigentlich vorsichtig sein. Wenn Sentiment so stark ausgereizt ist, möchte man meinen: Nee, da geht nichts mehr.

Aber Sentiment in der Gier hält sich viel länger. Auch das haben wir jetzt in den letzten Tagen nachgewiesen bei Aktienpuls 360.

Eine Gierphase vom Sentiment kann sich plateauartig drei Monate halten, während die Crash- und Panic-Peaks V-förmig gekontert werden und nicht lange andauern.

Insofern braucht man jetzt auch nicht unbedingt Angst haben vom Sentiment und kann tatsächlich, wenn jetzt auch die Quartalssaison, die Quartalsberichtsaison, gut ausfällt, noch auf steigende Kurse Richtung November, Ende Dezember hoffen.

Rocco: Valentin, was meinst du? Wo sind die Chancen jetzt noch bis zum Ende des Jahres?

Valentin: Ja, du musst auf jeden Fall zustimmen mit den ganzen saisonalen Faktoren. Also da hat jetzt nichts gegriffen. Zweite Septemberhälfte, Oktober generell.

Generell peak't eigentlich die Volatilität im Oktober, insbesondere jetzt vor den US-Wahlen Anfang November. Also das könnte ich mir schon vorstellen, dass da vielleicht noch mal einen kurzen Zeitraum geben wird, wo die Unsicherheit noch mal groß sein wird.

Aber im Vorhinein weiß man nie, wann die Börse auf einmal kurzzeitig umschwingt.

Ansonsten rechne ich eigentlich auch ziemlich fest mit einer Jahresendrally. Es gibt eigentlich jetzt speziell in den USA keinen Grund. Also die Rezessionssorgen sind unbegründet, Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil, Inflation rückläufig, es gibt die ersten Zinssenkungen in eine wirtschaftliche Stärke hinein.

Erst mal weiterhin starkes Gewinnwachstum bei den Unternehmen.

In Deutschland ist es natürlich ein bisschen anders. Da werden die Wachstumsprognosen nach unten genommen.

In China gibt es dann China-Stimulusmaßnahmen, die dann – also wenn man sich da den Chart im Hang Seng oder CSI anschaut – aussieht wie ein Memecoin. Da muss man sich dann halt nicht wundern, wenn es nach den China-Feiertagen dann wieder deutlich runtergeht.

Und ansonsten muss man einfach ruhig bleiben und dann halt das Ganze reiten. Und wenn es dann halt zu gierig wird, wie Rocco schon meinte, dann halt auch mal Gewinne mitnehmen. Daran ist noch niemand gestorben.

Deswegen einfach immer vor allem demütig bleiben gegenüber dem Markt. Auch wenn es gerade sehr gut läuft, beispielsweise jetzt bei mir so im Depot, sollte man nie so agieren, dass man quasi die Börse komplett verstanden hat, sondern halt immer realistisch bleiben.

Und sich darauf besinnen, dass es auch mal wieder andere Zeiten geben wird.

Welche Strategie eignet sich für Anleger?

Julius: Okay, das waren ja schon mal einige viele spannende Hinweise. Jetzt so: Ich als kleiner Anleger – was könnte ich denn jetzt so konkret tun? Gibt's denn konkrete Ratschläge, die ihr habt? Das könnte man tun oder das sollte man auf keinen Fall tun? Habt ihr da vielleicht noch so ein, zwei Ideen für unsere Zuhörerschaft?

Rocco: Ja, wir haben Ideen. Und zwar können wir ruhig mal sagen, was wir in unserem Gemeinschaftsdepot und Konzept erarbeitet haben. Ohne es verraten zu müssen, was es im Detail bedeutet, kann man aber grundsätzlich auch als Anhaltspunkt nehmen für den privaten, neu interessierten Anleger – je nachdem, Anfänger, mittelmäßiger oder etablierter Trader.

Der noch am Anfang steht: Auf jeden Fall die Indexkomponente. Das ist wichtig für uns. Ein Fundament des Depots muss eine dauerhafte Indexkomponente sein, damit man sich nicht verzettelt mit den ganzen Chancen bei Aktien.

Und dann kann man das Ganze noch pushen. Wir wollen grob mal 50 Prozent ansetzen. Wie auch immer wir das dann machen: 50 Prozent Indizes ungehebelt aufwärts wäre ganz gut, wenn man das etabliert bekommt an vernünftigen Marken.

Und dann das Ganze ergänzen durch Aktien, die vielleicht Outperformer sind. Das war auch noch mal eine interessante Überlegung. Die Outperformer können sein zu dem großen, breiten Index, S&P.

Valentin: Sonst ergibt's ja gar keinen Sinn. Da kannst du ja gleich den Index-ETF nehmen. Wenn du jetzt keine Outperformance-Chance hast.

Rocco: Genau. Und dann suchen wir also die besten zehn raus, die besten zehn Aktien mit jeweils 5 Prozent, die dann den Rest des Depots bilden würden.

Das ist so der Plan. Natürlich ist das Ganze nicht immer komplett ausgereizt und vollständig investiert, weil wir auch gerne mal was verkaufen, wenn man sich auch mal belohnen will.

Aber das ist so ein Grundkonzept.

Und dann, was ich auch gerne vermittle: diese monatliche Sparrate, die man haben sollte. Das ist bestimmt auch eine wichtige Sache. Das geht auch sicherlich bei justTRADE hervorragend, dass man einen Sparplan haben kann.

Und das ist eine Grundsäule eines jeden großen Depots. Und das bringt euch insgesamt vorwärts.

Durch den Fun-Faktor, den man da noch haben kann durch dieses Stockpicking oder das Intraday-Trading mit Indizes von mir – auch Short und Long, Wechsel mehrere Stunden oder ein paar Tage nur, so wie es meine Spezialität auch ist – das ist dann auch interessant.

Aber das soll das Ganze nur ergänzen, meiner Meinung nach. Das reine Trading ist schon recht riskant und man kann sich da auch sehr schnell ein Bein stellen.

Deswegen muss die Grundkomponente, die ich erst gesagt habe, das wäre jetzt meine Devise, die ich dann jedem an die Hand geben kann, vor allem wenn er gerade erst mit dem Trading anfängt und relativ am Anfang seiner Trading-Laufbahn noch ist auf privater Seite.

Valentin: Das hast du eigentlich sehr gut schon zusammengefasst. Also ETFs sollten auf jeden Fall die Basis bilden. Das meinst du mit Index-ETFs, also beispielsweise ein ETF auf den S&P 500.

Und ja, Trading und Investieren, das schließt sich ja auch nicht aus, meiner Meinung nach. Wenn man beispielsweise eine Grundlage, wie Rocco sagte, mit ETFs hat, ist man da auf der Seite schon mal auf jeden Fall dabei.

Die Überrendite, die man erzielen möchte, macht man dann ja mit gezieltem Stockpicking, am besten natürlich an guten Marken beziehungsweise bei Unternehmen, bei denen sich das überhaupt lohnt.

Unternehmen, die halt sehr geringe Schwankungsbreiten haben – da denke ich mir immer: Da kann ich direkt auf den ETF setzen. Ist deutlich weniger riskant, wenn man auf Werte setzt wie, weiß nicht, Dollar General oder so, die halt auch sehr beliebt sind, wo man denkt, man bekommt ein paar Dividenden.

Dann fängt man sich halt da sehr hohe Kursverluste. Deswegen sollte man lieber auf ETF setzen und dann versuchen, mit gezieltem Stockpicking eben die Überrendite zu erzielen.

Und dann natürlich auch Themen wie: einmal die Grundmechanismen der Börse verstehen, Börsenpsychologie, Fundamentaldaten einordnen können und ganz wichtig eine für sich passende Strategie finden.

Denn es macht keinen Sinn, irgendeine Strategie zu verfolgen oder irgendwas nachzuhandeln, was man dann nicht langfristig durchziehen kann.

Und vor allem auch mal ausprobieren. Nicht nur, weil etwas vielleicht an einem Tag nicht funktioniert, direkt aufgeben, sondern man muss es natürlich eine Zeit lang machen, um dann erst sagen zu können, ob es funktioniert oder eben nicht.

Und ja, ganz wichtig, was ich schon hatte: niemals denken, dass man die Börse verstanden hat, sondern immer demütig bleiben. Und ja, dann wird es schon.

Was tun, wenn die Börse fällt?

Rocco: Ich möchte noch drei Sachen ergänzen, weil sie so wichtig sind. Und da hauen wir auch exklusive Sachen jetzt hier noch mal raus.

Das ist wichtig: Erstens, dass man, wenn Panik aufkommt, nicht verkauft. Das ist uns so wichtig, weil wir das Gegenteil machen.

Und die besten Investoren, von denen wir gelernt haben – oder ich zumindest, es ist nicht mehr so auf die Alten zu sprechen, aber ich zumindest – wenn der Markt fällt, muss man noch Reservekapital haben, um etwas nachkaufen zu können.

Ja, und man macht dann tatsächlich doch das Gegenteil der Masse, die natürlich dann die Verlierer sind. Die Masse verkauft von mir aus am letzten Tag, bevor es dann so richtig reverselt.

Und wir haben da auch Statistiken: Wenn du jetzt in den zehn besten Tagen der letzten Jahre nicht dabei warst, hast du halt die halbe Performance im Verhältnis zu dem, der komplett immer investiert war.

Valentin: Wenn man jetzt schon die Frage stellt, wie viele Aktien man überhaupt haben soll, wo ist die Grenze, dass es keinen Nutzen mehr hat?

Es gibt ja das Thema: Ab einer bestimmten Anzahl von Unternehmen nimmt der Diversifikationsfaktor im Depot erheblich ab.

Natürlich ist dann ganz wichtig, dass es verschiedene Branchen und verschiedene Regionen sein müssen und dass der Gesamtkontext von dem Depot stimmt.

Also wenn ich ein Depot voll habe mit Aktien im Bereich KI und Halbleiter, dann muss ich mich nicht wundern, wenn beispielsweise ASML gestern schlechte Zahlen bringt und dann mein ganzes Depot crasht, obwohl ich keine ASML im Depot habe.

Weil halt eben ein Unternehmen in dem Sektor dann mein ganzes Depot mit runterziehen würde.

Also solche Themen sollte man halt verstehen und dann auch selbst im Trading auf Diversifikation für verschiedenste Events setzen. Also nicht das Depot mit einem bestimmten Thema volladen.

Klar kann es dann eine Zeit lang gut funktionieren, aber man will ja nicht nur für ein Szenario gewappnet sein, sondern für verschiedene.

Und deswegen auch im Trading ist es besser, auf weniger Werte zu setzen, die dann vielleicht höher zu gewichten, aber die hat man dann halt voll im Blick. Man erkennt auch, auf was für Meldungen die reagieren.

Wenn man beispielsweise weiß, dass ASML Zahlen bringt, dann überlegt man sich schon im Vorhinein: Habe ich irgendwie zu viel Exposure in einem bestimmten Bereich? Und kann sich dann halt im Vorhinein bestimmte Positionen rausnehmen, das Risiko reduzieren.

Rocco: Da Valentin die Zahl nicht genannt hat, müsste man den Service abonnieren, weil er hat nicht gesagt, welche Aktien man bei der Diversifikation nicht mehr nutzen gibt.

Manche haben ja 100 Aktien. Das ist eindeutig zu viel, am Rande. Wir haben Kunden mit 3.000 Aktien. Aber das nur am Rande, wo ich mich mal frage, wie die das noch machen.

Michael: Aber ich bin da voll bei dir, Valentin. Ich glaube, also du hast ja als einen wichtigen Punkt auch gesagt: Man muss ja die Aktien, ich sag mal, beobachten und muss die ja im Blick behalten.

Und wenn ich jetzt, keine Ahnung, ich meine, 3.000 ist das krasse Beispiel. Selbst wenn ich in mein Depot gucke und ich habe da irgendwie jetzt im Moment 20 Werte drin, das ist mir fast schon zu viel, gebe ich zu.

Man muss den Überblick halten. Und gerade wie du sagst: Du hast das Ding selber nicht im Depot und das Ding geht runter. Da muss man halt wissen: Was hat das eigentlich für eine Wirkung?

Wo findet man Aktienpuls 360?

Michael: Also insofern habt ihr, glaube ich, wirklich ... euer Dienst macht, glaube ich, total Sinn. Ich will auch noch ein bisschen Werbung dafür machen.

Ich finde erst mal die Kombi von euch beiden – also das habe ich jetzt verstanden, dieses Thema Chartanalyse, auch wenn es nicht so meins ist, und Fundi. Das halte ich für extrem spannend.

Und dass ihr natürlich auch diese drei Depots habt. Also wenn ihr jetzt einfach nur gegeneinander batteln würdet, das wäre ja das eine. Aber ich finde, dieses dritte Depot, das macht's auch noch mal interessant, weil dann sozusagen die Best-of-Beiden drinsteckt.

Insofern glaube ich, ist das für unsere Zuhörer ... es lohnt sich auf jeden Fall, sich dazu zu informieren.

Und da jetzt die Frage an euch: Wie kann ich jetzt als Zuhörer – wir werden das auch in den Shownotes dann verlinken – wo finde ich Informationen? Ihr seid bei Stock3 und da findet man euch und kann euch dann abonnieren. Vielleicht könnt ihr das einfach so ein bisschen erläutern.

Rocco: Genau. Stock3.com, da ist man auf der Seite. Um mal deutlich zu sagen: Da gibt's den Bereich Premium und dann kann man die Auswahl treffen: Aktienpuls 360.

Dann kann man sich ganz normal anmelden, entweder für einen Monat oder für ein ganzes Jahr. Dann hat man einen Rabatt von 17, 18 Prozent beim Jahresabo. Man kann dann erst mal zwei Wochen unverbindlich sich das Ganze ansehen und hat dann das Online-Widerrufsrecht.

Dann hat man auch den vollen Zugriff. Da gibt's auch keine Einschränkung. Wenn es einem gefällt, lässt man es weiterlaufen und hat dann die Möglichkeit, über eine normale Internetseite das zu betrachten.

Man kann auch über unsere App den Service betrachten. Da gab's viele Nachfragen: Sie sind gar nicht mehr auf solchen Endgeräten wie MacBook oder PC oder so. Oder ein Tablet.

Also auch über die App kann man alles genau verfolgen. Und man bekommt auch Notifikationen zugeschickt. Man kann sich einstellen, wie man die Informationen bekommt: entweder als Pushmeldung aufs Smartphone, als E-Mail oder rechts gibt's bei uns eine personalisierte Leiste auf der Seite.

Alarme, Daily Talk und weitere Inhalte

Rocco: Apropos zu den Alarmen, die man setzen kann, um das Problem, was der Michael angesprochen hat, aus dem Weg zu gehen: Das ist auch möglich.

Du kannst Alarme setzen für Aktienkurse, die du kaufen willst. Wenn du sie nicht im Blick hast, bekommst du einen Alarm geschickt. Das ist eine sehr gute Sache.

Oder wenn dein Ziel erreicht ist, gibt's einen Alarm. Und du kannst den Alarm auch benennen.

Genauso, wenn wir einen Trade absetzen im Depot, also einen Trade öffnen, wird sofort auch eine Information, eine Notifikation geschickt, wenn man sie halt bekommen will. Kann man sich einstellen.

Und das ist so das Grundprinzip. Dann ist man im Daily Talk im Tagesverlauf, kann sich dort umsehen und Fragen stellen, auch an uns oder andere. Und sieht die laufenden Beiträge runterlaufen.

Wir machen ja auch einfach so Chart-Updates ohne Trade-Begleitung oder Index-Updates und Aktien-Updates.

Und der Valentin macht montags so einen ganz krassen Beitrag über die fundamentalen Aspekte der Woche.

Valentin: Also wie heißt das genau? Market Insight.

Da geht's um Sentiment, Statistiken, Saisonalitäten, generell wissenswerte Informationen. Also das ist ein Beitrag, der sehr, sehr beliebt ist auf Stock3.

Und ja, ansonsten, wenn man wissen will, wie Rocco und ich vielleicht so aussehen, gerne auch mal bei Instagram oder YouTube vorbeischauen. Da gibt's auch reichlich Content.

Auf YouTube und Instagram heißen wir auch Aktienpuls 360. Da gibt's auch immer am Freitag den Aktienpuls 360 Realtalk, so ein kurzes Acht-Minuten-Video zu diversen Themen, in denen wir Aktien immer mit Charts und fundamentalen Themen besprechen.

Also ansonsten könnt ihr euch da auch schon mal warm laufen und dann gerne im Service mal vorbeischauen.

Neukundenangebot und Abschluss

Michael: Ja, top. Also wir werden das auf jeden Fall in die Shownotes integrieren, sodass die Leute mit einem Klick euch da finden.

Ich will vielleicht auch noch auf unser Neukundenangebot hinweisen, das wir ja auch mit euch haben. Das heißt, man kann ja über uns, wenn man bei uns ein Depot aufmacht, einen Monat kostenlosen Zugang zu eurem Angebot bekommen.

Also da hätte man sogar zwei Wochen länger. Und man hat dann haben wir jetzt auch noch eine Chance auf irgendwie 100 Euro Startguthaben. Das verlosen wir unter allen, die ein Depot aufmachen.

Mir hat's total gefallen. Ich bin sehr gespannt. Ich werde da jetzt auch mal reingucken. Ich weiß, dass bei mir einige Kollegen da immer schon fleißig schauen.

Und ja, ich freue mich, dass ihr das ins Leben gerufen habt, und hoffe, dass das auch so angenommen wird, wie ihr euch das vorstellt. Und ja, vielen Dank für die tollen Insights.

Rocco: Ja, vielen Dank für die Einladung und dass wir hier ein bisschen was präsentieren konnten. Hat uns auch viel Spaß gemacht.

Michael: Dir auch. Und wünsche ich euch allen eine erfolgreiche Woche und erfolgreiches Trading bis zum Jahreschluss.

Valentin: Ja, hat mir sehr, sehr Spaß gemacht. Und ja, vielleicht hört man sich noch mal in einer Folge zu irgendeinem Thema. Sind wir gerne immer wieder dabei.

Julius: Ja, gerne.

Michael: Ja, super. Dann auch von meiner Seite vielen Dank euch. Alles Gute und vielleicht bis bald.

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