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Wann nutze ich welchen Ordertyp? Acht Situationen aus dem Anlegeralltag

Market-, Limit- oder Stop-Order – welcher Ordertyp passt zu welcher Situation? Wer Wertpapiere handelt, steht häufig vor genau dieser Frage. Was die einzelnen Ordertypen technisch tun, haben wir auf unserer Ordertypen-Seite ausführlich erklärt. In diesem Beitrag zeigen wir anhand von acht typischen Situationen aus dem Anlegeralltag, welche Order dazu passt und worauf Sie dabei achten sollten.

Warum sich der bewusste Einsatz von Ordertypen lohnt

Der Ordertyp legt fest, unter welchen Bedingungen Ihre Order ausgeführt wird. Wer ihn bewusst wählt, gewinnt dreierlei: Zeit, weil die Order auch dann arbeitet, wenn Sie nicht am Bildschirm sitzen. Kontrolle, weil Sie Kursschwellen für Kauf oder Verkauf im Voraus festlegen. Und Disziplin, weil vorab definierte Regeln in hektischen Marktphasen helfen können, nicht aus dem Bauch heraus zu entscheiden.

Welche Order passt zu welcher Situation?

Welche Order passt zu welcher Situation?

Die folgende Übersicht dient als Orientierung.

Es muss schnell gehen.
Market-Order
Ich möchte jetzt handeln und den Kurs vorher sehen.
Quote-Request-Order
Die Aktie interessiert mich, ist mir aber aktuell zu teuer.
Limit-Kauforder
Ich möchte meine Position absichern, ohne täglich ins Depot zu schauen.
Stop-Order
Ich möchte erst einsteigen, wenn der Kurs ein Signal liefert.
Stop-Buy-Order
Ich möchte absichern, aber nicht zu jedem Preis verkaufen.
Stop-Limit-Order
Ich sitze auf Buchgewinnen und möchte sie nicht wieder hergeben.
Trailing-Stop-Order
Ich möchte Gewinnziel und Absicherung in einem Schritt festlegen.
One-Cancels-Other-Order (OCO)

Situation 1: „Es muss schnell gehen”

Die passende Order: Market-Order

Manchmal zählt vor allem eins: Die Order soll möglichst schnell ausgeführt werden. Das kann beispielsweise in sehr volatilen Marktphasen der Fall sein oder wenn Sie eine Position unabhängig vom genauen Kurs sofort kaufen oder verkaufen möchten. Eine Market-Order wird ohne Preislimit zum nächstmöglichen verfügbaren Kurs ausgeführt und in der Regel besonders schnell.

Allerdings steht der genaue Ausführungskurs bei der Auftragserteilung noch nicht fest. Gerade bei starken Kursschwankungen oder in weniger liquiden Märkten kann der tatsächliche Ausführungskurs vom zuletzt angezeigten Kurs abweichen.

Eine Market-Order eignet sich daher vor allem dann, wenn die schnelle Ausführung wichtiger ist als ein bestimmter Preis.

Situation 2: „Ich möchte jetzt handeln und den Kurs vorher sehen"

Die passende Order: Quote-Request-Order

Sie fragen für Ihre Stückzahl einen verbindlichen Kurs an, der in der Regel rund fünf Sekunden gültig ist. In dieser Zeit entscheiden Sie, ob Sie annehmen. Sie kennen also den Ausführungskurs, bevor Sie handeln. Bei justTRADE vergleichen Sie den angefragten Kurs zudem an drei Börsenplätzen in Echtzeit und wählen aktiv den für Sie günstigsten.

Gut zu wissen: Im nativen Kryptohandel ist die Quote-Request-Order der einzige verfügbare Ordertyp.
 

Situation 3: „Die Aktie interessiert mich, ist mir aber aktuell zu teuer"

Die passende Order: Limit-Kauforder

Mit dem Limit legen Sie fest, wie viel Sie maximal zahlen möchten. Ein fiktives Beispiel: Eine Aktie notiert bei 100 Euro, Sie möchten höchstens 92 Euro zahlen. Sie platzieren eine Limit-Kauforder zu 92 Euro. Fällt der Kurs auf oder unter diese Marke, wird die Order ausgeführt, zum Limit oder besser. Fällt er nicht, passiert nichts.

Die Order bleibt bei justTRADE bis zu 90 Tage gültig und ist in Erteilung, Ausführung und Streichung kostenfrei (zzgl. marktüblicher Spreads). Notieren Sie sich das Ablaufdatum: Nach 90 Tagen verfällt die Order und müsste neu erteilt werden.

Grafik 6: Limit-Kauforder im Kursverlauf
105 €100 €95 €90 € Kauflimit 92 € Kursverlauf (Start 100 €) Limit erreicht: Kauf zu 92 € oder besser 105 €100 €95 €90 € Kauflimit 92 € Kursverlauf: Start bei 100 € Limit erreicht Die Kauforder wird zu 92 € oder besser ausgeführt.

Situation 4: „Ich möchte meine Position absichern, ohne täglich ins Depot zu schauen"

Die passende Order: Stop-Order (Verkauf)

Sie legen einen Stop-Kurs fest. Wird dieser Kurs erreicht oder unterschritten, wird Ihre Position als Market-Order verkauft. Fiktives Beispiel: Ihre Aktie steht bei 100 Euro, Sie setzen den Stopp bei 90 Euro. Fällt der Kurs auf 90 Euro, wird der Verkauf automatisch ausgelöst. Sie müssen den Markt dafür nicht beobachten, auch nicht im Urlaub.

Grafik 2: Stop-Loss im Kursverlauf
110 €100 €90 €80 € Stop-Kurs 90 € Kursverlauf Stop erreicht: Verkauf wird als Market-Order ausgelöst 110 €100 €90 €80 € Stop-Kurs 90 € Kursverlauf Stop erreicht Der Verkauf wird jetzt automatisch als Market-Order ausgelöst.

Wichtig: Nach dem Auslösen erfolgt die Ausführung zum nächstmöglichen verfügbaren Kurs. Bei starken Kursbewegungen kann dieser unter Ihrem Stop-Kurs liegen. Ein Beispiel: Ihre Aktie steht bei 100 Euro und Sie setzen den Stop bei 90 Euro. Über Nacht wird bekannt, dass das Unternehmen einen wichtigen Auftraggeber verliert. Die Aktie eröffnet am nächsten Handelstag bei 60 Euro. Sobald der Handel beginnt, wird Ihre Stop-Order ausgelöst und als Market-Order zum nächstmöglichen verfügbaren Kurs ausgeführt – in diesem Fall zu 60 Euro, also 30 Euro unter Ihrem Stop-Kurs. Eine Stop-Order kann Verluste begrenzen, garantiert jedoch keinen bestimmten Ausführungskurs.

Situation 5: „Ich möchte erst einsteigen, wenn der Kurs ein Signal liefert"

Die passende Order:Stop-Order (Kauf)

Das Gegenstück zur Stop-Order (Verkauf): Sie kaufen erst, wenn der Kurs eine Schwelle nach oben durchbricht. Das nutzen Anleger etwa, wenn sie einen Einstieg erst dann wollen, wenn eine Aktie einen bestimmten Widerstand überwindet und davon ausgehen, dass die Aktie nach dem Überwinden des Widerstands noch weiter steigen wird. Auch hier gilt: Nach dem Auslösen wird die Order zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt.

Grafik 7: Stop-Buy-Order im Kursverlauf
115 €110 €105 €100 € Stop-Buy-Kurs 105 € Kursverlauf Stop-Buy erreicht: Kauf wird als Market-Order ausgelöst 115 €110 €105 €100 € Stop-Buy-Kurs 105 € Kursverlauf Stop-Buy erreicht Der Kauf wird jetzt automatisch als Market-Order ausgelöst.

Situation 6: „Ich möchte absichern, aber nicht zu jedem Preis verkaufen"

Die passende Order: Stop-Limit-Order

Hier löst der Stop-Kurs keine Market-Order aus, sondern eine Limit-Order. Ein fiktives Beispiel: Ihre Aktie notiert bei 100 Euro. Sie setzen den Stop bei 90 Euro und das Limit bei 88 Euro. Fällt der Kurs auf 90 Euro, wird automatisch eine Verkaufsorder mit Limit 88 Euro platziert. Verkauft wird also nur zu 88 Euro oder besser.

Darin liegt der Unterschied zur einfachen Stop-Order und der Grund, warum Sie die Kontrolle behalten: Eine ausgelöste Stop-Order wird als Market-Order zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt, egal wie tief dieser liegt. Reißt der Kurs etwa über Nacht eine Lücke und die Aktie eröffnet bei 75 Euro, würde die einfache Stop-Order zu rund 75 Euro verkaufen. Die Stop-Limit-Order verkauft in diesem Fall nicht, denn 75 Euro liegt unter Ihrem Limit von 88 Euro. Mit dem Limit ziehen Sie also eine Untergrenze ein, unterhalb derer kein Verkauf stattfindet.

Genau das ist zugleich das Risiko dieser Orderart: Erholt sich der Kurs nicht mehr über Ihr Limit, bleibt die Position unverkauft im Depot. Planen Sie deshalb einen ausreichenden Abstand zwischen Stop und Limit ein.
 

Grafik 8: Stop-Limit-Order und Kurslücke
100 €90 €80 €70 € Stop-Kurs 90 € Limit 88 €: Verkauf nur zu 88 € oder besser Kursverlauf Kurslücke über Nacht Eröffnung bei 75 € Stop ausgelöst, aber der Kurs liegt unter dem Limit: keine Ausführung, die Position bleibt im Depot 100 €90 €80 €70 € Kurslücke über Nacht Eröffnung bei 75 € Stop-Kurs 90 € Bei 90 € wird die Order aktiviert. Limit 88 € Verkauf nur zu 88 € oder zu einem besseren Kurs. Stop ausgelöst Der Kurs eröffnet bei 75 € und liegt unter dem Limit. Keine Ausführung – Position bleibt.

Situation 7: „Ich sitze auf Buchgewinnen und möchte sie nicht wieder hergeben"

Die passende Order: Trailing-Stop-Order (Verkauf)

Der Trailing Stop ist ein Stop-Kurs, der bei steigenden Kursen automatisch mitläuft. Sie definieren eine Trailing-Schwelle, wahlweise absolut in Euro oder in Prozent. Fiktives Beispiel: Ihre Aktie steht bei 100 Euro, Sie setzen einen Trailing Stop mit 5 Prozent. Der Stop startet dementsprechend bei 95 Euro, das heißt bei einem Kursrückgang auf 95 würde eine Market-Order zum Verkauf ausgelöst werden. Steigt die jedoch Aktie auf 120 Euro, zieht der Stop auf 114 Euro nach. Fällt der Kurs anschließend, bleibt der Stop stehen und löst bei 114 Euro den Verkauf aus. So lassen Sie Gewinne laufen und sind zugleich nach unten abgesichert, ohne den Stop manuell nachziehen zu müssen.
 

Grafik 3: Trailing Stop im Kursverlauf
120 €110 €100 €90 € Trailing Stop (5 %), Start 95 € Kurs dreht bei 120 €,der Stop bleibt bei 114 € stehenStop erreicht:Verkauf wirdausgelöst120 €110 €100 €90 € Kurs dreht bei 120 €, der Stop bleibt bei 114 € stehen Trailing Stop (5 %), Start 95 € Stop erreicht: Verkauf wird ausgelöst

Situation 8: „Ich möchte Gewinnziel und Absicherung in einem Schritt festlegen"

Die passende Order: One-Cancels-Other-Order (OCO)

Die OCO-Order verbindet Stop und Limit in einer einzigen Verkaufsorder. Ein fiktives Beispiel: Sie haben eine Aktie zu 100 Euro gekauft, aktuell notiert sie bei 105 Euro. Sie platzieren eine OCO-Order mit Limit 115 Euro für die Gewinnmitnahme und Stop 95 Euro zur Absicherung. Steigt der Kurs auf 115 Euro, wird zum Limit oder besser verkauft und die Stop-Order automatisch gestrichen. Fällt der Kurs dagegen auf 95 Euro, wird als Market-Order verkauft und das Limit entfällt.

Beide Szenarien sind damit abgedeckt, ohne dass Sie zwei separate Orders verwalten müssen. Das erspart Ihnen auch einen häufigen Fehler: Wer stattdessen zwei einzelne Orders platziert, müsste nach der Ausführung der einen die andere manuell löschen. Bei der OCO-Order passiert das automatisch.

Grafik 4: Das OCO-Prinzip
115 €105 €95 € Limit 115 € · Gewinnmitnahme Stop 95 € · Absicherung Kursverlauf (aktuell 105 €)
Kurs steigt auf 115 € Verkauf zum Limit-Kurs oder besser. Die Stop-Order wird automatisch gestrichen.
Kurs fällt auf 95 € Verkauf als Market-Order zum nächsten verfügbaren Kurs. Die Limit-Order wird automatisch gestrichen.
115 €105 €95 € Limit 115 € · Gewinnmitnahme Stop 95 € · Absicherung Kursverlauf (aktuell 105 €) Kurs steigt auf 115 € Verkauf zum Limit-Kurs oder besser. Die Stop-Order wird automatisch gestrichen. Kurs fällt auf 95 € Verkauf als Market-Order zum nächsten verfügbaren Kurs. Die Limit-Order wird automatisch gestrichen.

Drei Stolperfallen, die Sie kennen sollten

Der Stop sitzt zu eng am Kurs. Normale Tagesschwankungen können einen zu eng gesetzten Stop auslösen, obwohl sich am übergeordneten Kursbild nichts geändert hat. Prüfen Sie, wie stark das Wertpapier üblicherweise schwankt, bevor Sie die Schwelle festlegen.

Die Order ist abgelaufen. Limit-Orders sind bei justTRADE maximal 90 Tage gültig. Wer sich auf eine Absicherung verlässt, sollte das Ablaufdatum im Blick behalten und die Order rechtzeitig erneuern. Ihre offenen Orders finden Sie jederzeit im Orderbuch.

Stop und Limit liegen zu dicht beieinander. Bei der Stop-Limit-Order kann ein zu kleiner Abstand dazu führen, dass die Order bei schnellen Kursbewegungen nicht ausgeführt wird. Die vermeintliche Absicherung greift dann nicht.
 

Fazit: Erst das Ziel, dann die Order

Es gibt nicht den einen richtigen Ordertyp. Es gibt den passenden für Ihr jeweiliges Vorhaben. Wer sich vor dem Trade kurz fragt, was er erreichen will, findet die Antwort meist schnell: sofort handeln (Quote-Request), auf den Wunschkurs warten (Limit), absichern (Stop, Stop Limit oder Trailing Stop) oder Absicherung und Gewinnziel kombinieren (OCO). Wie Sie die einzelnen Orders Schritt für Schritt platzieren und an welchen Handelsplätzen sie verfügbar sind, zeigen wir Ihnen inklusive Erklärvideos auf unserer Ordertypen-Seite.

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Disclaimer:

Die bereitgestellten Inhalte in diesem Artikel dienen nur der Information, stellen keine Anlage, Steuer- oder Rechtsberatung dar und sind weder als Angebot noch als eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Kryptowerten zu verstehen.