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Spreadkosten minimieren: So senken aktive Trader ihre Handelskosten

Wer die Kosten seiner Trades im Blick hat, schaut meist zuerst auf die Orderprovision. Sie ist aber nur ein Teil der Rechnung. Je nach Produkt und Handelsplatz kommen weitere Preisbestandteile hinzu, etwa Börsen- und Fremdkosten, Produktkosten oder Währungsumrechnungskosten.

Ein Kostenfaktor fällt dabei besonders leicht durchs Raster: der Spread. Er taucht auf keiner Abrechnung als eigener Posten auf und ist trotzdem bei jeder Order dabei: die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.

Im Unterschied zu festen Gebühren ist der Spread variabel. Dieser Artikel zeigt, welche Faktoren seine Höhe beeinflussen können.

Kurz zur Einordnung: Was der Spread ist

Für jedes Wertpapier gibt es an der Börse zwei Kurse: den Geldkurs (Bid), zu dem Sie verkaufen können, und den Briefkurs (Ask), zu dem Sie kaufen. Die Differenz zwischen beiden ist der Spread, auch Geld-Brief-Spanne genannt.
Der Briefkurs liegt immer über dem Geldkurs. Das bedeutet: Wer ein Wertpapier kauft und sofort wieder verkauft, macht selbst bei unverändertem Kurs einen Verlust, exakt in Höhe des Spreads. Er wird nicht separat abgerechnet, sondern ist in den gestellten Kauf- und Verkaufskursen enthalten.
 

Wie sich der Spread auf die Handelskosten auswirken kann

Seitdem Orderprovisionen bei vielen Brokern nur noch wenig ins Gewicht fallen, verschiebt sich die eigentliche Kostenfrage. Nicht mehr allein die Gebühr pro Order entscheidet, sondern zunehmend der Spread. Wer mehrmals pro Woche handelt, zahlt ihn entsprechend oft. Genau deshalb wird er für aktive Trader zum spürbaren Kostenfaktor.

Ein Rechenbeispiel: Sie kaufen 200 Aktien zum Briefkurs von 50,05 €. Gleichzeitig liegt der Geldkurs bei 49,95 €. Die Differenz – der Spread – beträgt 0,10 € je Aktie. Bei 200 Aktien entspricht das 20 € pro Trade:

200 Aktien × 0,10 € Spread = 20 €

Würden Sie die Position direkt wieder verkaufen, läge sie allein aufgrund des Spreads zunächst 20 € im Minus. Der Kurs müsste diese Differenz also erst aufholen.

Grafik 1: Was ist der Spread?

Geldkurs (Bid)

Ihr Verkaufskurs

49,95 €

Spread

Geld-Brief-Spanne

0,10 €

Briefkurs (Ask)

Ihr Kaufkurs

50,05 €

Über viele Trades summiert sich das: Wenn Sie im Laufe eines Jahres 50 solcher Positionen mit jeweils 200 Aktien handeln und dabei jeweils ein Spread von 20 € anfällt, ergibt sich: 

50 Trades × 20 € = 1.000 €

Der Spread verhält sich dabei wie eine variable Größe: Er schwankt je nach Wertpapier, Tageszeit, Marktlage und Handelsplatz. Genau darin liegt die Chance, ihn zu optimieren.

Sechs Hebel, mit denen Sie Ihre Spreadkosten minimieren können

1. Zu den Haupthandelszeiten handeln

Die einfachste Maßnahme mit der größten Wirkung: Legen Sie Ihre Orders in die Kernhandelszeit des Referenzmarkts, bei deutschen und europäischen Werten also in die Xetra-Zeiten zwischen 9:00 und 17:30 Uhr, bei US-Werten in die Überschneidung ab 15:30 Uhr. Der Grund: In diesen Zeitfenstern ist die Liquidität am höchsten, und mehrere Handelsteilnehmer stellen konkurrierende Kurse. Das hält die Spanne eng. Nach- und vorbörslicher Handel ist bequem, kostet aber häufig einen spürbar weiteren Spread.

Grafik 3: Spread im Tagesverlauf

Typische Spread-Weite ↓

breit

erhöht

eng

am engsten

breit

Vorbörslichvor 9:00 Uhr
Eröffnungca. 9:00–9:30 Uhr
Haupthandel9:30–15:30 Uhr
EU-/US-Überschneidung15:30–17:30 Uhr
Nachbörslichnach 17:30 Uhr

Schematische Darstellung typischer Muster bei liquiden Standardwerten. Kein Anspruch auf einzelne Werte oder Handelstage.

2. Volatile Marktphasen bewusst einplanen

Direkt zur Eröffnung, in den Minuten nach relevanten Nachrichten oder vor wichtigen Terminen sind Spreads oft ausgeweitet: Bei hoher Unsicherheit sichern sich die Kurssteller über eine breitere Spanne ab. Wer nicht zwingend in diesen Momenten handeln muss, kann abwarten, bis sich die Spanne wieder normalisiert hat. Wer gezielt auf Ereignisse tradet, sollte den erweiterten Spread zumindest als Kostenfaktor in die Kalkulation einbeziehen.

3. Aktien mit hohem Handelsvolumen

Wie weit der Spread ausfällt, hängt stark davon ab, wie liquide ein Wertpapier ist, also wie viele Käufer und Verkäufer gleichzeitig aktiv sind. Bei umsatzstarken Werten wie großen Standardaktien oder breiten Index-ETFs treffen viele Orders aufeinander, und mehrere Handelsteilnehmer stellen konkurrierende Kurse. Das hält den Spread eng. Bei wenig gehandelten Titeln ist es umgekehrt: Weniger Umsatz bedeutet in der Regel einen weiteren Spread. Wer die Wahl hat, achtet deshalb auf das Handelsvolumen und kalkuliert bei weniger liquiden Werten den höheren Spread von vornherein als Kostenfaktor ein.

4. Limit-Order nutzen

Mit einer Limit-Order legen Sie fest, welchen Kurs Sie beim Kauf höchstens zahlen oder beim Verkauf mindestens erhalten möchten. Dadurch kann vermieden werden, dass eine Order zu einem außerhalb des festgelegten Limits liegenden Kurs ausgeführt wird, etwa bei einem vorübergehend größeren Spread.

5. Handelsplätze vergleichen

Ein und dasselbe Wertpapier wird oft an mehreren Handelsplätzen parallel gehandelt und kann im selben Moment völlig unterschiedliche Spreads aufweisen. Der Spread ist somit keine feste Eigenschaft des Wertpapiers, sondern hängt entscheidend vom gewählten Handelsplatz ab. Wer vor dem Kauf oder Verkauf die verfügbaren Börsenplätze vergleicht, kann Unterschiede beim Spread berücksichtigen und diese in die Orderentscheidung einbeziehen. Die Voraussetzung dafür: Die Spreads müssen direkt miteinander vergleichbar sein, idealerweise in Echtzeit und transparent direkt in Ihrer Order-Maske.

6. Den Kurs anfragen, bevor Sie ausführen

Mit der Quote-Request-Order fragen Sie zunächst einen verbindlichen Kurs an und entscheiden erst dann, ob Sie zu diesem Preis handeln wollen. Dieser Hebel macht den Spread sichtbar und verbindlich, bevor Geld fließt. Ist die Spanne gerade unattraktiv weit, führen Sie schlicht nicht aus. Gerade bei Derivaten oder weniger liquiden Werten, bei denen sich der Spread schnell bewegen kann, verschafft Ihnen das Preissicherheit vor der Entscheidung.

Fazit: Der Spread ist variabel – ein Vergleich kann sich lohnen

Wer auf Handelszeiten achtet, volatile Phasen einkalkuliert und Handelsplätze vergleicht, kann seine impliziten Handelskosten senken. Für aktive Trader ist das besonders relevant: Je mehr Orders Sie ausführen, desto stärker wirkt jede eingesparte Spanne.

Bei justTRADE haben Sie die Werkzeuge dafür direkt in der Order-Maske: den Echtzeit-Vergleich von drei Börsenplätzen und die Quote-Request-Order.


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Disclaimer:

Die bereitgestellten Inhalte in diesem Artikel dienen nur der Information, stellen keine Anlage, Steuer- oder Rechtsberatung dar und sind weder als Angebot noch als eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Kryptowerten zu verstehen.