Ausgabeaufschlag auf ETFs

ETFs zählen unter den sonst eher börsenscheuen Deutschen zu den beliebtesten Geldanlagen für den langfristigen Vermögensaufbau. Doch nicht nur die Rendite selbst entscheidet über den Erfolg eines Investments – auch die Kosten spielen eine wichtige Rolle. Bei klassischen Fonds stehen Ausgabeaufschläge häufig im Fokus, doch wie ist es bei ETFs? Was es mit ihnen auf sich hat und wie hoch sie im Falle der populären Indexfonds ausfallen, verrät Ihnen unser Ratgeber.
1. Wie hoch ist der Ausgabeaufschlag auf ETFs
Beim Kauf eines ETFs fällt in der Regel kein Ausgabeaufschlag an. Da ETFs passiv verwaltet und direkt an der Börse gehandelt werden, entfällt die übliche Vertriebsprovision. Bei traditionellen Fonds können diese jedoch 3 bis 5 Prozent betragen.
Stattdessen entstehen lediglich börsenbedingte Kosten wie der Spread zwischen Kauf- und Verkaufspreis sowie – abhängig vom Broker – eine Ordergebühr. Diese Kosten liegen deutlich unter den typischen Ausgabeaufschlägen klassischer Investmentfonds und machen ETFs insgesamt sehr kosteneffizient.
2. Welche Gebühren fallen sonst an?
Auch wenn der Ausgabeaufschlag bei ETFs entfällt, sollten Anleger weitere Kosten berücksichtigen:
- Depotgebühren: Für den Kauf von ETFs benötigen Sie ein Wertpapierdepot. Filialbanken verlangen hierfür je nach Kontomodell häufig Gebühren im niedrigen einstelligen Euro-Bereich pro Monat. Viele Direktbanken und Neobroker bieten Depots dagegen kostenlos an.
- Verwaltungsgebühren (TER – Total Expense Ratio): Neben den börsenbedingten Kosten gibt es noch die Verwaltungsgebühren. Aktiv verwaltete Fonds verlangen im Schnitt eine jährliche Verwaltungsgebühren zwischen 0,8 und 2 Prozent. ETFs sind deutlich günstiger: Hier liegen die laufenden Kosten meist zwischen 0,05 und 0,8 Prozent pro Jahr.
- Börsen- bzw. Handelsplatzgebühren: Für jeden Kauf und Verkauf wird eine kleine Handelsplatzgebühr fällig. Diese liegt üblicherweise nur zwischen 1 und 2 Euro. Bei Sparplänen entfällt diese Gebühr oft vollständig.
- Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis): Der Spread ist keine klassische Gebühr, sondern die Differenz zwischen Geldkurs (Verkaufspreis) und Briefkurs (Kaufpreis).
- Enge Spreads (0,01–0,1 %) sind typisch für große, liquide ETFs und sehr günstig.
- Breite Spreads treten bei weniger liquiden oder exotischen ETFs auf und erhöhen indirekt die Handelskosten.
- Der Spread ist ein normaler Bestandteil des Börsenhandels und liegt in der Regel weit unter dem Ausgabeaufschlag traditioneller Fonds.
- Orderprovision des Brokers: Die wichtigste Kostenposition beim Handel sind die Ordergebühren der Bank. Viele Anbieter verlangen pro Transaktion einen festen Betrag zwischen 5 und 20 Euro, einige rechnen prozentual ab – bis zu 1 Prozent des Ordervolumens. Neobroker verzichten teilweise komplett auf die Orderprovision. Liegt eine Order deutlich über etwa 10 Euro, kann ein Brokerwechsel sinnvoll sein.
Ein Depot ist damit die Grundvoraussetzung für den ETF-Handel. Durch den Vergleich verschiedener Anbieter lassen sich die laufenden Kosten oft deutlich senken.
3. Was genau ist ein Ausgabeaufschlag?
Ein Ausgabeaufschlag (Agio oder Load) ist eine einmalige Gebühr, die beim Kauf bestimmter Investmentfondsanteile anfällt. Die Höhe ist im gesetzlich vorgeschriebenen Fondsprospekt angegeben.
Vor allem für die Vermittlung und die Verwaltung von Fonds fallen Kosten an, die über den Ausgabeaufschlag gedeckt werden sollen. Wenn Sie diesen Ausgabeaufschlag bezahlen, profitiert also nicht der Fondsemittent, sondern beispielsweise Ihre Bank oder Ihr Fondsberater.
Der in Prozent angegebene Ausgabeaufschlag lässt sich mit einer simplen Formel selbst ermitteln. Um die Rechnung durchzuführen, benötigen Sie allerdings noch den Rücknahmepreis. Das wiederum ist der Preis, zu dem die Fondsanteile an den Verkäufer zurückgegeben werden können:
(Ausgabepreis * 100 / Rücknahmepreis) – 100 = Ausgabeaufschlag (in %) |
Sie können diese Rechnung nun mit verschiedenen Werten testen. Beträgt etwa der Ausgabepreis 100 Euro und der Rücknahmepreis liegt bei 95 Euro, ergibt sich durch Einsetzen in die Formel ein Ausgabeaufschlag in Höhe von 5,26 Prozent.
Das würde tatsächlich im Rahmen dessen liegen, was sich in der Praxis beobachten lässt. Dort ist die Bandbreite möglicher Ausgabeaufschläge hoch und reicht von circa einem Prozent am unteren bis hin zu sieben Prozent am oberen Ende – Ausreißer vorbehalten. Bedenken Sie, dass Sie den Ausgabeaufschlag, anders als der Name vielleicht vermuten lässt, nicht zusätzlich zum Kaufpreis Ihrer Anlage entrichten. Vielmehr mindert er die Anzahl der von Ihnen erworbenen Anteile.
Übrigens gibt es auch einen Rücknahmeabschlag, quasi das Gegenteil des Ausgabeaufschlags. Der Rücknahmeabschlag bezieht sich auf die Gebühr, die beim Verkauf von Fondsanteilen in Rechnung gestellt wird. Seit 2010 darf er kraft Gesetzes erhoben werden, ist hierzulande aber nach wie vor unüblich. Anders sieht das bei britischen Fonds aus, wo der Rücknahmeabschlag regelmäßig anfällt. Wer ihn so gering wie möglich halten möchte, sollte für seine Fondsanteile einen langfristigen Anlagehorizont wählen.
4. Kein Agio bei passiven Indexfonds
ETFs erheben weder Ausgabeaufschläge noch Rücknahmeabschläge. Das macht sie – neben den geringen Verwaltungskosten – zu besonders kosteneffizienten Anlageprodukten.
3 Schritte zum ETF
1. Depot
Eröffnen Sie ein kostenloses Depot oder nutzen Sie Ihr bestehendes.
2. ETF
Wählen Sie Ihren ETF bequem online aus.
3. Order
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