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Weshalb Rohstoff-Zertifikate eine clevere Depotbeimischung sind

Von allen Anlageklassen sind Rohstoffe die, bei denen Preisschwankungen auch für Nicht-Marktteilnehmer die spürbarsten Auswirkungen haben. Gute Beispiele dafür sind aktuell vor allem die Heiz- und Spritkosten. Absichern kann man sich im klassischen Sinne dagegen nicht. Aber: Mit Rohstoff-Zertifikaten können Anleger für eine finanzielle Abfederung sorgen.

Aktuelle Markteinschätzung von Michael B. Bußhaus, Gründer und Geschäftsführer von justTRADE

An den Rohstoffmärkten ist es in den vergangenen Wochen und Monaten recht turbulent zugegangen – und zwar aus verschiedenen Gründen. Zum einen führt der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und die damit einhergehende politische Isolation Moskaus zu einer Angebotsknappheit bei Öl und Gas, während das Öl-Kartell OPEC die Fördermengen für Rohöl weiterhin nahezu konstant hält. Auf der anderen Seite führt die strikte Pandemie-Politik in China dazu, dass etwa die Produktion von Stahl, Kupfer, Aluminium oder Zink ebenfalls belastet ist – und somit die Preise zuletzt teils kräftig zulegten.

 

Isolation Russlands führt zu limitiertem Angebot

Da die russische Wirtschaft stark auf dem Export von Energieträgern fußt, haben Sanktionen und Lieferungsstopps durch Angebotseinschränkungen auch direkte Auswirkungen auf die Energiepreise der importierenden Länder. Letztes Jahr kamen alleine 13 Prozent des in Deutschland verbrauchten Diesels aus Russland. Das Nord Stream 2 Projekt, welches ja eine ohnehin schwache Gas-Infrastruktur stärken sollte, wurde durch den Krieg in der Ukraine nicht in Betrieb genommen und konnte dementsprechend auch nicht den Anstieg des Verbraucherpreises von über 20 Prozent stoppen.

 

Die Inflation mit den eigenen Mitteln schlagen?

Fakt ist: Das Kaufen und Lagern von Rohstoffen ist für den Otto-Normal-Verbraucher in der Regel nicht machbar. Rohstoffe günstig einzukaufen und in Zeiten erhöhter Preise zu nutzen, ist somit nur in den seltesten Fällen möglich. Aber: Die erhöhte Marktdynamik können sich Trader durch den Handel mit Energiewerten zunutze machen. So weist etwa Öl der Nordseesorte Brent in den zurückliegenden drei Monaten einen Preisanstieg von rund 15 Prozent auf. Das US-amerikanische Pendant, WTI Light Crude, kommt im Vergleich zum Vorjahr aktuell auf ein Plus von etwa 60 Prozent. Angeführt wird das Feld aber von den Natural-Gas-Futures, welche sich seit letztem Jahr zwischenzeitlich verdreifacht haben.

Da die Marktdynamik aber in beide Richtung besteht, ergeben sich trotz aktueller Aufwärtstendenz auch in den Zwischenbewegungen lukrative Chancen. Vor allem mit Zertifikaten und Optionsscheinen, wie beispielsweise mit Turbo-Optionsscheinen auf Öl oder Gas, können Anleger diese Kursschwankungen für sich nutzen und neben steigenden auch an fallenden Rohstoffpreisen partizipieren. Da insbesondere Turbo-Optionsscheine mit einem Hebel ausgestattet sind, der sich sowohl positiv wie auch gegenläufig überproportional auf den Wert des Optionsscheins auswirken kann, bieten Emittenten (wie z.B. citi, Société Générale, UBS oder Vontobel) eine Auswahl verschiedener Hebel zwischen 1 und über 60. Anleger sollten den Hebel des Produktes stets nach eigener Risikobereitschaft wählen.

 

Währungsabsicherung mit Quanto und non-Quanto-Zertifikaten

Da Rohstoffe aber fast ausschließlich in Dollar gehandelt werden, sind Anleger auch mit Zertifikaten und Optionsscheinen am Rohstoffmarkt einem Währungsrisiko ausgesetzt. Sogenannte Quanto-Zertifikate bilden das Währungsverhältnis zwischen der Handelswährung und dem Dollar hingegen eins zu eins ab. Dies bedeutet: Verliert der Dollar gegen den Euro an Wert, so wirkt sich dies nicht auf das gehaltene Rohstoff-Zertifikat aus, wenn es ein Quanto-Zertifikat ist. Diesen Absicherungsmechanismus erhalten Anleger aber nicht zum Nulltarif. So verlangen die Emittenten für diesen Schutz eine zusätzliche Gebühr.

Umgekehrt kann es aber auch sein, dass der Dollar an Wert gewinnt. Bei Quanto-Zertifikaten müssen Anleger dann auf den zusätzlichen Gewinn durch die Wertentwicklung des Währungspaares verzichten. Wer sich hingegen Non-Quanto-Zertifikate ins Depot legt, hat die Chance auf Währungsgewinne – geht aber auch das Risiko ein, Währungsverluste hinnehmen zu müssen. Das macht den Handel deutlich spekulativer, aber durch die entfallenden Absicherungsgebühren auch etwas günstiger.

 

Nicht nur Energie boomt

Neben Energieträgern kann sich auch ein Blick auf Industriemetalle wie Stahl, Aluminium, Nickel oder Kupfer lohnen. Durch die großflächigen Infrastrukturprojekte in den USA und China dürften auch Index- oder Partizipationszertifkate, die die Preise dieser Rohstoffe im Gegensatz zu Turbo-Optionsscheinen 1:1 und ohne Hebel abbilden, attraktive Chancen bieten. Erst im November 2021 verabschiedete die US-amerikanische Regierung ein Infrastruktur-Paket mit einem Volumen von rund 550 Milliarden US-Dollar; gemeinsam mit den vorab veranschlagten Mittel weist das Paket einen Umfang von gut 1 Billion US-Dollar auf. China baut indes seine so genannte „Road and Belt Initiative“ weiter aus. In Europa steht das Trans-European Transport Network (TEN-T) auf dem Plan, welches den europäischen Kontinent bis 2030 mit Autobahnen, Zugverbindungen, Seerouten und Flughäfen umfangreich vernetzen soll. Dies spricht für mehr Bewegung im Bereich der Industrierohstoffe, könnte aber auch die Öl- und Gaspreise weiter stützen, die gerade in der Schwerindustrie ein wichtiges Fundament bilden.

 

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